Varnhalt

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48.73488.18191Koordinaten: 48° 44′ 5″ N, 8° 10′ 48″ O

Varnhalt
Wappen von Varnhalt
Höhe: 191 m ü. NN
Fläche: 4,16 km²
Einwohner: 2018 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 76534
Vorwahl: 07223

Varnhalt ist ein Stadtteil von Baden-Baden mit etwa 2000 Einwohnern.

Die Ortschaft liegt auf einer Höhe von 204 m am Westhang des Ybergs (517 m), südwestlich von Baden-Baden. Weinbau und Weinhandel zählen schon seit Jahrhunderten zu den Haupterwerbsquellen der Bewohner. So besteht das Weingut Nägelsförsterhof bereits seit 1588. Angebaut werden vor allem Rieslingweine mit den bekannten Namen "Steingrübler" und "Klosterbergfelsen". Zwischen den einzelnen Weinbergen besteht ein weitläufiges Wegenetz, von dem man bei guter Sicht bis zu den Vogesen blicken kann.

Varnhalt gehört neben Steinbach und Neuweier zu den so genannten Reblandgemeinden, die 1972 nach Baden-Baden eingemeindet worden sind. Alle vier Weindörfer liegen am Ortenauer Weinpfad (Markierung: Rote Raute mit blauer Traube auf weißem Grund), der von Gernsbach bis Diersburg reicht. Die von den vier Gemeinden bebaute Rebfläche gehört mit ihren 325 ha zu den größten geschlossenen Weinanbaugebieten Deutschlands.

Varnhalt besitzt neben den Orten Steinbach mit Umweg und Neuweier seit dem 18. Jahrhundert das Recht, Wein in Bocksbeuteln abzufüllen. Dieses Recht wurde im 18. Jahrhundert vom Würzburger Bischof verliehen; die drei Orte sind die einzigen Orte außerhalb Frankens in Deutschland, die dies dürfen.

Varnhalt war 1628 von Hexenverfolgung betroffen. Drei Menschen gerieten in einen Hexenprozess, davon wurden zwei hingerichtet. Die letzte war 1628 Ursula, Peter Blöds Witwe, über 70 Jahre alt.[1]

Varnhalt und die Rheinebene von der Yburg aus gesehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Baden-Badener Rebland unter der Yburg – Steinbach, Neuweier, Varnhalt, hrsg. vom Historischen Verein für Mittelbaden (Mitgliedergruppe Yburg), Baden-Baden 1989.
  • Ulrich Coenen: Die katholische Pfarrkirche Herz-Jesu im Baden-Badener Stadtteil Varnhalt. Ein Spätwerk von Albert Boßlet. In: Die Ortenau. Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden 88 (2008), S. 355–364.
  • Clemens Kieser u. a.: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, hrsg. vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden, Stuttgart 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Burkart: Hexen und Hexenprozesse in Baden. Selbstverlag, Durmersheim 2009, S. 308–389