Varusschlacht

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Hermannsschlacht ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu den Dramen siehe Die Hermannsschlacht.
Varusschlacht
Teil von: Römisch-Germanische Kriege
Der Kenotaph für Marcus Caelius, ein bedeutendes archäologisches Zeugnis der Varusschlacht
Der Kenotaph für Marcus Caelius, ein bedeutendes archäologisches Zeugnis der Varusschlacht
Datum in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr.
Ort möglicherweise Kalkriese bei Bramsche
Ausgang Sieg der Germanen
Konfliktparteien
Römisches Reich Germanen
(Teile der Cherusker, Marser, Brukterer, eventuell andere Stämme)
Befehlshaber
Publius Quinctilius Varus Arminius
Truppenstärke
drei Legionen sowie Auxiliartruppen: drei Alen, sechs Kohorten und Tross (etwa 20.000) unbekannt
Verluste
alle bis auf wenige Überlebende unbekannt

In der Varusschlacht (auch: Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht, von römischen Schriftstellern als clades Variana, als „Varusniederlage“ bezeichnet) in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius („Hermann“), eines Fürsten der Cherusker.

Die Schlacht, in der ein Achtel des Gesamtheeres im Römischen Reich vernichtet wurde, leitete das Ende der römischen Bemühungen ein, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe (Fluvius Albis) zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen. Sie gehört daher zu den wichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Römer in Germanien.

Als Ort der Schlacht wurden und werden verschiedene Stätten in Ostwestfalen, Norddeutschland und in den Niederlanden vermutet. Seit Ende der 1980er Jahre werden archäologische Ausgrabungen in der Fundregion Kalkriese am Wiehengebirge im Osnabrücker Land durchgeführt, die den Ort zu einem Favoriten in der Diskussion als Ort der Varusschlacht machten. In jüngsten Beiträgen werden jedoch wieder verstärkt Zweifel an der Auffassung geäußert, ein Teil der Schlacht habe in Kalkriese stattgefunden. Das Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald erinnert an die Varusschlacht.

Historischer Hintergrund[Bearbeiten]

Der Zug des Varus war Teil eines umfangreichen Vorhabens zur Ausdehnung des Reichs östlich des Rheins und nördlich der Alpen, die 15 v. Chr. mit dem von Augustus' Stiefsöhnen Drusus und Tiberius geführten Feldzug gegen die Räter und Vindeliker begann. Drusus, der danach den Befehl über die Legionen am Rhein übernahm, führte in den Jahren 12 v. Chr. bis zu seinem Tod 9 v. Chr. ausgedehnte Erkundungszüge östlich des Rheins durch, bei denen er Elbe und Saale erreichte. Vom Rhein aus über den Drusus-Kanal, den lacus Flevo, das Wattenmeer und die Nordsee konnte die römische Flotte die Operationen unterstützen.

Ziel der Römer war es nach gängiger Auffassung der Historiker, die Siedlungsgebiete germanischer Stämme zwischen Rhein und Elbe dauerhaft unter römische Herrschaft zu bringen. Dazu errichteten sie insbesondere an Rhein (Rhenus), Lahn (Laugona), Lippe (Lippia), Ems (Amisia) und an der Nordsee eine Reihe von befestigten Lagerplätzen und versuchten, unter den Stämmen Verbündete zu gewinnen. Die Züge des Drusus bildeten die erste Phase kontinuierlicher und militärischer Durchdringung rechtsrheinischer Gebiete durch Rom, die ihren Abschluss im Triumph des Tiberius vom 1. Januar 7 v. Chr. fand.

Tiberius, der inzwischen Pannonien erobert hatte, setzte nach dem Tod seines Bruders diese Politik fort, bis er 6 v. Chr. aus dynastischen Gründen ins selbstgewählte Exil nach Rhodos ging. Weitere Erfolge bei der Befriedung des Landes wurden von Lucius Domitius Ahenobarbus und nach Tiberius’ Rückkehr 4 n. Chr. erzielt. Als Bedrohung stellten sich die unter Drusus in das Gebiet des heutigen Böhmen vertriebenen Markomannen unter ihrem Herrscher Marbod dar. Im Jahr 4 drang Tiberius in Germanien ein, unterwarf die Cananefaten, Chattuarier sowie Brukterer und führte sein Heer bis über die Weser. Der im Jahr 6 gegen Marbod geplante Großangriff von zwölf Legionen unter Tiberius und Gaius Sentius Saturninus musste aber wegen des zur gleichen Zeit in Pannonien und Dalmatien ausgebrochenen Illyrischen Aufstands (6–9 n. Chr.) abgebrochen werden. Zum neuen Befehlshaber am Rhein wurde 7 n. Chr. Publius Quinctilius Varus ernannt.

Quellenlage[Bearbeiten]

Die heute erhaltenen unmittelbar zeitgenössischen Nachrichten berichten über das Ereignis der Niederlage der Legionen des Varus nur kurz. Hierzu zählen Ovid (Tristia III, 12, 45–48), Manilius (Astronomica I, 896–903) und Strabon (Geographica VII, 1, 4). Velleius Paterculus beschreibt 30 n. Chr. die Geschehnisse sehr knapp (Historiae Romanae II, 117–119). Erwähnt wird die Schlacht daneben von weiteren Autoren, wie zum Beispiel Seneca (Epistulae morales, Brief 47), Frontinus (Kriegslisten) und Sueton. Die ausführlicheren Berichte zur Varusschlacht stammen von Tacitus Anfang des zweiten Jahrhunderts (Annalen) und von Cassius Dio Anfang des dritten Jahrhunderts (Römische Geschichte).

Die literarische Überlieferung bietet nur die ausschließlich römische Sichtweise auf das Ereignis. Alle Darstellungen akzentuieren, dass der Angriff auf die römischen Truppen völlig überraschend kam und es sich um einen Hinterhalt der Germanen handelte. Alle Autoren sehen in erster Linie im persönlichen Versagen des Varus die Ursache für die Niederlage.[1]

Velleius Paterculus war Zeuge und Kriegsteilnehmer in Germanien. Velleius begründet die Knappheit seiner Schilderungen mit einem geplanten größeren Geschichtswerk über die Germanenkriege, das jedoch nicht mehr geschrieben wurde.[2] Der Historiker gibt Auskunft über das Verhalten der römischen Offiziere und liefert genaue Angaben zu militärischen Angelegenheiten sowie zur Heeresstärke. Velleius kritisiert Varus scharf und beschreibt ihn als den Hauptverantwortlichen für die Niederlage, „der mehr Mut zum Sterben als zum Kämpfen hatte“.[3] Der glücklose Feldherr Varus wird zum Sündenbock und in seiner Darstellung bewusst in Kontrast zum siegreichen Tiberius gesetzt.

Tacitus sieht in der Freiheit der Germanen einen wichtigen Grund für Varus' Niederlage und lobt Arminius dafür, dass er Rom „in der höchsten Blüte des Reiches“[4] angegriffen habe. Die Varusschlacht selbst beschreibt er nicht, wohl aber die Feldzüge des Germanicus, der das Schlachtfeld sechs Jahre nach der Niederlage wieder aufgesucht hat. Tacitus schreibt dazu, das Schlachtfeld sei im saltus Teutoburgiensis zu finden,[5] der nicht weit von den „äußersten Brukterern“ gewesen sein soll.

Cassius Dio liefert die detailreichste Beschreibung der Schlacht und stellt für zahlreiche Einzelheiten die einzige Quelle dar. Tacitus und Cassius Dio benutzten ihrerseits vermutlich unterschiedliche (heute allesamt verlorene) Geschichtswerke als Quellen; in Frage kommen neben Plinius dem Älteren (dessen bella Germaniae in 20 Büchern Tacitus offenbar benutzt hat und der von Tacitus explizit als Germanicorum bellorum scriptor ‚Geschichtsschreiber der Germanenkriege‘ bezeichnet wird)[6] etwa die libri belli Germanici bzw. die Historiae des Aufidius Bassus.[7]

Das Werk des zu Beginn des 2. Jahrhunderts schreibenden Florus (Geschichte aller Kriege, die in 700 Jahren geführt worden sind) liefert eine Darstellung, die als einzige im Ablauf der Ereignisse von anderen Quellen abweicht. Nach seiner Version wurden die Römer nicht auf dem Marsch angegriffen, sondern die Germanen seien über das Lager hergefallen, als Varus nichts ahnend im Lager Gericht abhielt.[8] Die Darstellung gilt aber bei heutigen Historikern als wenig zuverlässig, da allein die Vorstellung, die Germanen hätten ein von drei Legionen verteidigtes Lager eingenommen, als eher unwahrscheinlich gilt.[9]

Geografische Beschreibungen des Schlachtfeldes, das etwa durch feuchtkaltes Klima, dichte Wälder und moorigen Untergrund geprägt gewesen sei, werden in der Forschung allgemein als topische Vorstellungen der Römer für nördliche Länder angesehen, welche die Autoren mittels einer Ekphrase nutzten. Andere Schlachtdarstellungen, die auf die Varus-Niederlage folgten, wie etwa die Caecinaschlacht, wurden von den antiken Geschichtsschreibern möglicherweise nachmodelliert.[10] Folgt man dieser Annahme, so ließe sich über die Schlacht außer der bloßen Tatsache der römischen Niederlage und des Untergangs der drei Legionen in Germanien nichts weiter sagen.

Das lange Zeit einzige archäologisch-epigraphische Zeugnis der Schlacht, das jedoch weder zur Frage des Orts noch zur Kenntnis des Schlachtverlaufs etwas beitrug, ist ein im Xantener Ortsteil Birten gefundener Grabstein für den „im Krieg des Varus“ (bello Variano) ums Leben gekommenen römischen Centurio Marcus Caelius. Das lebensgroße Bildnis zeigt den römischen Offizier in voller Uniform zwischen seinen beiden Freigelassenen. Der Stein, der sich heute in Bonn befindet, vermerkt ausdrücklich, dass die Leiche des Caelius nicht geborgen werden konnte.

Der römische Statthalter Varus[Bearbeiten]

As der Serie Lugdunum I mit Gegenstempel des Varus („VAR“)

Varus befand sich weit im Inneren Germaniens.[11] Die übrigen zwei Legionen Legio I und Legio V waren unter der Führung von Varus’ Neffen, Lucius Nonius Asprenas, in Mogontiacum (Mainz) stationiert.

Der römische Historiker Cassius Dio[12] schreibt im 3. Jahrhundert über die Situation der Römer vor Ort und die von Varus angeblich begangenen Fehleinschätzungen:

„Die Römer besaßen zwar einige Teile dieses Landes, doch kein zusammenhängendes Gebiet, sondern wie sie es gerade zufällig erobert hatten […] Ihre Soldaten bezogen hier ihre Winterquartiere, Städte wurden gegründet und die Barbaren passten sich der römischen Lebensweise an, besuchten die Märkte und hielten friedliche Zusammenkünfte ab. Freilich hatten sie auch nicht die Sitten ihrer Väter, ihre angeborene Wesensart, ihre unabhängige Lebensweise und die Macht ihrer Waffen vergessen. Solange sie allmählich und behutsam umlernten, fiel ihnen der Wechsel ihrer Lebensweise nicht schwer – sie fühlten die Veränderung nicht einmal. Als aber Quinctilius Varus den Oberbefehl über Germanien übernahm und sie zu rasch umformen wollte, indem er ihre Verhältnisse kraft seiner Amtsgewalt regelte, ihnen auch sonst wie Unterworfenen Vorschriften machte und insbesondere von ihnen wie von Untertanen Tribut eintrieb, da hatte ihre Geduld ein Ende.“

Der Bericht des Cassius Dio wird durch den archäologischen Befund der Siedlung Waldgirmes gestützt. Bei der Anlage scheint es sich um einen der Plätze zu handeln, über die Dio von der Einrichtung von Märkten und Städten im rechtsrheinischen Germanien schreibt.[13] Spätestens 4 v. Chr. entstand dort eine mehrphasige Befestigungslage. Hinter ihr verbarg sich kein Befestigungslager, sondern eine Stadt in ihrer Gründungsphase.[14] Waldgirmes gilt als das erste entdeckte Beispiel einer römischen Stadtgründung im Innern Germaniens.[15] Der hohe Anteil an einheimischer Keramik im Fundgebiet von Waldgirmes dokumentiert die Beziehungen zur einheimischen Bevölkerung.[16]

Im Lager von Haltern zeugt die Produktion von Keramik von einem Marktort. In Haltern befand sich eine ungewöhnlich große Zahl an Gebäuden, in der Personen untergebracht werden könnten, die auch zivile Verwaltungsaufgaben durchführten. Nach den archäologischen Befunden befand sich das rechtsrheinische Germanien auf dem Weg zu einer Provinz. Nach Ansicht einiger Historiker, unter ihnen Werner Eck, sei Germanien vor 9 n. Chr. nicht nur „fast“, sondern auch de jure bereits in den Status einer Provinz überführt worden und habe als befriedet gegolten;[17] Varus habe vermutlich den ausdrücklichen Auftrag gehabt, die Verwaltung aufzubauen und Steuern zu erheben. Die archäologischen Befunde scheinen diese Annahme zu stützen.

Die Kritik an Varus, die Provinzialisierung zu energisch vorangetrieben zu haben und durch Rechtsprechung und Abgaben den Widerstand der Germanen hervorgerufen zu haben, greifen übliche Erklärung Roms zum Verständnis von Aufstandsbewegungen auf und entstammen der späteren varuskritischen Überlieferung.[18] Arminius warf den Römern Habgier (avaritia), Grausamkeit (crudelitas) und Hochmut (superbia) vor.[19]

Arminius als Gegenspieler von Varus[Bearbeiten]

Varus’ Gegenspieler war Arminius, ein Fürst der Cherusker, der möglicherweise bereits als Kind oder in seiner Jugend als Geisel nach Rom gekommen und dort zum römischen Offizier ausgebildet worden war.[20] Er galt als verlässlicher Bundesgenosse, wurde in den römischen Ritterstand erhoben, diente als Kommandeur der Hilfstruppen und verfügte über gute Kenntnisse des römischen Militärwesens. Anders als sein Bruder Flavus, der Rom immer treu blieb, wandte sich Arminius gegen die römische Oberherrschaft.

Unabhängig davon, ob Varus durch sein ungeschicktes Taktieren das Ehrgefühl der germanischen Stämme verletzt hat oder bereits das übliche römische Verhalten gegenüber anderen Völkern geeignet war, diesen Widerstand hervorzurufen, war Germanien auf jeden Fall nach einem Eroberungskrieg und einem „großen Aufstand“, von dem Velleius Paterculus berichtete, nicht voll erobert und immer noch potenziell gefährdet. Der Aufstand wurde von den Cheruskern unter der Führung von Arminius und Segimer durchgeführt. Arminius gelang es wohl außerdem die Stämme der Marser, Chatten, Angrivarier und Brukterer zu einem Bündnis zu bewegen. Er war auch in der Lage, den germanischen Stämmen die Schwachstellen der römischen Militärtechnik – und auch der eigenen Taktik – deutlich zu machen. Arminius galt als Tischgenosse des Varus und wiegte diesen in dem Glauben, er sei ein treuer Verbündeter Roms. Er wirkte dabei so überzeugend, dass Varus nicht einmal die Warnung des Fürsten Segestes ernst nahm, Arminius plane einen Verrat.[21]

Der Althistoriker Dieter Timpe betont Arminius' Rolle als Anführer regulärer, römisch ausgebildeter cheruskischer Hilfstruppen, die wahrscheinlich gemeinsam mit den Stammeskriegern im Aufstand kämpften.[22] Auch der Archäologe Heiko Steuer sieht einen möglichen Wandel in der Interpretation: „aus den ‚Freiheitskämpfern‘ wird aufständisches römisches Militär“.[23]

Verlauf der Schlacht[Bearbeiten]

Der Ausgangspunkt des verhängnisvollen Zuges war nach Cassius Dio die Weser im Gebiet der Cherusker.[24] Doch die Nachricht über einen vermeintlich kleinen, regionalen Aufstand habe Varus veranlasst, einen Umweg durch ein den Römern weitgehend unbekanntes Gebiet zu nehmen. In unwegsamem Gelände seien Arminius und seine Verschwörer vorausgegangen, angeblich um Verbündete heranzuführen. Der weitermarschierende Varus sei dabei in einen von Arminius sorgfältig geplanten Hinterhalt geraten.

Man geht davon aus, dass die Streitmacht die drei Legionen XVII, XVIII, XIX, drei Alen (Reitereinheiten) und sechs Kohorten mit insgesamt 15.000 bis 20.000 Soldaten, dazu 4000 bis 5000 Reit-, Zug- und Tragtiere, umfasste, deren Zug 15 bis 20 km lang gewesen sein muss.[25]

Für die Schlacht wird von Cassius Dio das Jahr 9 angegeben, von Sueton das Jahr 10.[26] Historiker wie zum Beispiel Theodor Mommsen vermuten, dass „der letzte Marsch des Varus offenbar der Rückmarsch aus dem Sommer- in das Winterlager“ war.[27] Als Jahreszeit wird allgemein der Sommer oder Herbst angenommen.[28]

Der ausführlichste Bericht über die Schlacht stammt vom römischen Historiker Cassius Dio,[29] abgefasst rund 200 Jahre nach dem Ereignis. Die Schlachtschilderung selbst enthält zwar rhetorische Elemente, doch wird die differenzierte Beschreibung der Geländeformation als Beleg dafür gesehen, dass es sich nicht nur um eine bloße Ansammlung von Topoi handelt, sondern dass wirkliche Nachrichten zugrunde liegen.[30] Die althistorische Forschung geht von der Zuverlässigkeit der Angaben Dios aus.[31] Dio berichtet ohne die in den sonstigen Quellen üblichen einseitigen Schuldzuweisungen an Varus. In seinem Bericht heißt es:

„Denn das Gebirge war voller Schluchten und Unebenheiten, und die Bäume standen so dicht und waren so übergroß, dass die Römer auch schon ehe die Feinde über sie herfielen, sich, wo nötig, abmühten, die Bäume zu fällen, Wege zu bahnen und Dämme zu bauen.
Und wenn dazu noch Regen und Sturm kam, zerstreuten sie sich noch weiter. Der Boden aber, schlüpfrig geworden um die Wurzeln und Baumstümpfe, machte sie ganz unsicher beim Gehen, und die Kronen der Bäume, abgebrochen und herabgestürzt, brachten sie in Verwirrung.
[…] [Da] umstellten die Germanen sie plötzlich von überall her gleichzeitig durch das Dickicht hindurch, da sie ja die Pfade kannten, und zwar schossen sie zuerst von fern, dann aber, als sich keiner wehrte, doch viele verwundet wurden, gingen sie auf sie los.
Es war unmöglich, 1. in irgendeiner Ordnung zu marschieren […], 2. konnten sie sich auch nur schwer zusammenscharen, und waren Schar für Schar immer weniger als die Angreifer, […]
Daher schlossen sie die Römer mühelos ein und machten sie nieder, so dass Varus und die Angesehensten aus Furcht, gefangen genommen oder getötet zu werden – denn verwundet waren sie schon – sich zu einer furchtbaren, aber notwendigen Tat entschlossen. Sie töteten sich selbst.
Als dies bekannt wurde, wehrte sich auch keiner mehr, auch wenn er noch kräftig war, sondern die einen taten es ihrem Anführer nach, die anderen warfen die Waffen weg und überließen sich dem, der sie töten wollte. Denn fliehen konnte keiner, wenn er es auch noch so gerne wollte.“

Als entscheidend für Verlauf und Ausgang der Kämpfe werden von allen Quellen die topografischen Bedingungen genannt.[32] Diese werden durch unübersichtliche Waldgebiete, Sümpfe und Moorböden charakterisiert.[33] Danach hatten die Römer keine Möglichkeit, sich zu wehren.[34] Als Arminius und seine Verbündeten angriffen, gelang es den überraschten Legionen, die sich mit ihrem Tross über eine lange Strecke zogen, nicht, eine Kampfformation zu bilden. Zusätzlich wird für den ersten und dritten Tag von heftigen Sturm und Regenfällen berichtet.[35] Die Römer kämpften dabei nicht nur gegen germanische Krieger, sondern auch gegen die abtrünnigen germanischen Hilfstruppen. Die Germanen verschafften sich im Verlauf der Kämpfe durch ihre besseren Geländekenntnisse Vorteile. Hingegen waren die Römer weniger für einen Einzelkampf ausgebildet und kamen wohl nicht zuletzt durch ihre schwere Rüstung mit den Verhältnissen nicht zurecht.[36] Dennoch gelang es den Römern während der Kämpfe, zeitweise offenes Gelände zu erreichen und auf einem bewaldeten Hügel ein Lager aufzuschlagen.[37] Der Tross wurde durch Verbrennung nicht dringend benötigter Gegenstände verkleinert. Doch war es anscheinend unumgänglich, den Weg erneut auf unübersichtlichen Waldwegen fortzusetzen.[38] Erst jetzt scheinen die Angriffe der Germanen wieder eingesetzt und die Römer nach Dio ihre schwersten Verluste erlitten zu haben. Die Kämpfe dauerten insgesamt wohl über drei Tage. Nach einer strittigen Textstelle von Cassius Dio kann sich das Kampfgeschehen auch bis zum „vierten Tag“ hingezogen haben.[39] Varus selbst tötete sich gemeinsam mit hohen Offizieren, um der Gefangenschaft zu entgehen. Die Soldaten haben anscheinend noch vergeblich versucht, den Feldherrn zu bestatten.[40] Die römischen Verluste gibt Velleius mit insgesamt drei Legionen, drei Alen und sechs Kohorten an.[41] Zum Zeitpunkt des Überfalls waren mindestens fünf Legionen im rechtsrheinischen Germanien.[42] Den beiden Legionen, die Asprenas kommandierte, war die sichere Rückführung an den Niederrhein und die Stabilisierung der dortigen Stellung gelungen. Inwieweit diese Truppen in Kampfhandlungen verwickelt waren, ist unklar.

Das Haupt des Varus wurde im Rahmen eines Bündnisangebotes an den Markomannenkönig Marbod in dessen böhmische Residenz gesandt. Marbod lehnte die Avance jedoch ab und schickte die Trophäe an die Familie des Varus nach Rom. Kaiser Augustus soll angesichts der Niederlage ausgerufen haben:

Quintili Vare, legiones redde!

„Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!“

Sueton: Augustus 23

Die tiefe Verzweiflung und Depression des Augustus entsprach durchaus den auch von der Öffentlichkeit erwarteten Regeln der Trauer.[43] Augustus ließ das abgeschlagene Haupt im für den Kaiser selbst vorgesehenen Mausoleum bestatten, eine Ehre, die nur äußerst verdienten Angehörigen der römischen Oberschicht vorbehalten war. Die besiegten Legionen wurden nach der Katastrophe, einzigartig in der römischen Militärgeschichte, nicht wieder aufgestellt. Eine symbolische Ächtung, um etwa der Öffentlichkeit einen Hauptschuldigen zu präsentieren, gab es nicht.[44] Erst in der Zeit der Hochverratsprozesse unter Kaiser Tiberius und nach dem Ausscheiden der Familie aus der Führungsschicht des Reiches entstand das negative Varus-Bild.

Auswirkung der römischen Niederlage[Bearbeiten]

Germanen[Bearbeiten]

Nach der Varusniederlage kam es zu einer „westwärtsgerichteten Offensive“[45] der Germanen, in deren Verlauf sie fast alle Kastelle eroberten. Der Versuch, gegen Rom eine breite Allianz mit den in Böhmen siedelnden Markomannen zu schmieden, schlug fehl, da Marbod das Vertragsangebot ablehnte. Hinzu kam, dass unter den germanischen Stämmen nach der Schlacht Zwist aufkam. An der Spitze der romfreundlichen Partei stand Segestes. Mit Hilfe von Germanicus konnte er seine von Arminius entführte und geschwängerte Tochter Thusnelda befreien. Dass Arminius im Jahr 19 aber Marbod besiegen konnte, mag damit zusammenhängen, dass aus dessen Machtbereich die Semnonen und Langobarden zu ihm übergegangen waren. Er scheiterte jedoch beim Versuch, seine Machtstellung bei den Cheruskern auszubauen. Ein Angebot des Chattenfürsten Adgandestrius, Arminius mit Gift umzubringen, wurde von Rom abgelehnt.[46] Der Vorgang verdeutlicht die innergermanischen Rivalitäten. Im Jahr 21 wurde Arminius von Verwandten ermordet. Nach Tacitus spielte hierbei sein Streben nach der Königsherrschaft die entscheidende Rolle.[47]

Römer[Bearbeiten]

Tiberius führte nach der Varusschlacht wieder Feldzüge nach Germanien durch. Als neuer römischer Kaiser beendete Tiberius die Feldzüge seines Nachfolgers Germanicus im Jahr 16 n. Chr.

Feldzüge des Tiberius und Germanicus[Bearbeiten]

Die katastrophale Niederlage des Jahres 9 n. Chr. hatte kurzfristig den fast völligen Rückzug Roms auf die Ausgangspositionen vor der Offensive von 12 v. Chr. zur Folge. Der Verlust von drei Legionen, sechs Kohorten und drei Alen ging mit der Zerstörung römischer Kastelle zwischen Rhein und Weser einher und bedeutete die zeitweilige Preisgabe aller darüber hinausgehenden Ambitionen. Kastelle, Bergwerke und Niederlassungen, wie zum Beispiel Waldgirmes, wurden aufgegeben und sogar planmäßig zerstört. Befürchtungen in Rom bestätigten sich allerdings nicht, die Germanen könnten den Rhein überqueren und die gallischen Stämme die Situation für einen Aufstand nutzen.[48] Augustus ließ zur Vermeidung von Unruhen in der Stadt Rom überall Wachen aufstellen. Gallier und Germanen wurden aus der Stadt verwiesen und die germanische Leibwache wurde auf eine Insel deportiert.

Die Varusschlacht bedeutete keineswegs das Ende der römischen Militärpräsenz in Germanien, vielmehr verfolgte Augustus auch danach ein offensives Konzept. Noch 9 oder 10 n. Chr. konnte Lucius Nonius Asprenas zur Befreiung der eingeschlossenen Truppen des nicht sicher zu lokalisierenden Lagers Aliso beitragen. Die drei verlorenen Varus-Legionen wurden sofort ersetzt (ohne allerdings die alten Bezeichnungen als 17., 18. und 19. Legion wieder aufzunehmen) und die Gesamtzahl der Rheinlegionen von sechs auf acht erhöht.[49] Ebenso wurde die Flotte wieder eingesetzt.[50] Augustus berichtet in den Res Gestae (26) wie folgt: Gallias et Hispanias provincias, item Germaniam, qua includit Oceanus a Gadibus ad ostium Albis fluminis, pacavi. (deutsch: „Die gallischen und spanischen Provinzen und ebenso Germanien, soweit der Ozean [sie] einschließt von Gades bis zur Mündung der Elbe, habe ich befriedet.“) Dieser Satz des Princeps lässt keinerlei Gedanken an Rückzug oder Resignation erkennen. Die Varusniederlage wurde im offiziellen Sprachgebrauch der Res Gestae, des Tatenberichts des Augustus, sogar verschwiegen. Der Satz ist vielmehr vom imperialen Stolz des Princeps auf die Eroberung einer so weitreichenden Ozeangrenze geprägt. Er zeigt auch, dass Augustus den Anspruch auf Germanien bis zu seinem Tod nicht aufgegeben hat.[51]

Tiberius wurde nach der Niederlage des Varus von Augustus wieder mit dem Kommando in Germanien betraut. Allerdings konnte er sich im Jahre 10 n. Chr. noch nicht entschließen, den Rhein zu überqueren.[52] Ob seine große Zurückhaltung unmittelbar nach der Varusschlacht eher gegen einen Plan für die sofortige Rückeroberung des Raumes zwischen Elbe und Rhein spricht oder allein kluge Vorsicht widerspiegelt, ist in der Forschung sehr umstritten.[53] In den folgenden Jahren überschritt Tiberius aber mehrmals den Rhein und drang tiefer ins Landesinnere vor. Schließlich sei er, so der Zeitzeuge Velleius Paterculus, mit Ruhm bedeckt in das Winterlager zurückgekehrt.[54]

Der Erfolg dieser Feldzüge des Tiberius wird in späteren antiken Quellen und in der modernen Forschung anders bewertet als bei Velleius. Nach Dio[55] kam es zu keinen militärischen Auseinandersetzungen, da die Römer aus Furcht vom Rhein aus nicht weit vorrückten. Auch in der Forschung[56] wird Velleius’ Darstellung der Feldzüge angezweifelt, da Velleius dazu neigte, die Leistungen des Tiberius deutlich überzubewerten. Außerdem sind keine Spuren von Militärwegen oder Anzeichen von Holzkohleschichten entdeckt worden, wie sie bei einem großflächigen Abbrennen von Siedlungen zu erwarten gewesen wären. Daran, dass Tiberius seine Truppen über den Rhein führte, besteht hingegen kein Zweifel. Doch lässt sich durch die spärliche Quellenlage nicht erhellen, was Tiberius in den drei Jahren in Germanien getan und erreicht hat.

Im Jahr 14 begann Germanicus, der zum Jahresende 12 das Militärkommando übernommen hatte, erneut mit Feldzügen in Germanien. Die Vergeltungszüge, die Germanicus in den folgenden Jahren unternahm, richteten sich besonders gegen die Cherusker, Brukterer, Marser, Angrivarier und Chatten. Germanicus erhielt wohl schon in seinem ersten Jahr eine imperatorische Akklamation. Die noch unter Augustus erfolgte Auszeichnung ist ein deutliches Indiz für sein offensives Vorgehen.[57] Unmittelbar nach dem Tod des Augustus gelang es Germanicus, eine Meuterei der Rheinlegionen zu unterdrücken. Anschließend führte Germanicus das Heer im Spätherbst in den rechtsrheinischen Raum. Das Ziel waren die germanischen Marser zwischen oberer Lippe und oberer Ruhr. In einem Umkreis von 50 römischen Meilen (rund 75 km) wurde das Land verwüstet.[58] Auf dem Rückweg gerieten die Römer in einen Hinterhalt der Brukterer, Tubanten und Usipeter. Ihnen gelang es jedoch, sich gegen die Germanen durchzusetzen. In den Jahren 15 und 16 gab es zwischen den Römern und Germanen mit Beteiligung von Arminius mehrere große Schlachten, darunter die Schlacht an den Pontes longi, die Schlacht auf dem Idistavisischen Feld und die Schlacht am Angrivarierwall. Germanicus gelang es, zwei Legionsadler zurückzugewinnen, und er nahm Thusnelda, die schwangere Ehefrau von Arminius, gefangen.

Bestattung der Gefallenen des Varusheeres unter Germanicus[Bearbeiten]

Der römische Historiker Tacitus[59] beschreibt das Schlachtfeld, wie es noch im Jahre 15 von Germanicus vorgefunden wurde:

„Das erste Lager des Varus ließ an seinem weiten Umfang und an der Absteckung des Hauptplatzes die Arbeit von drei Legionen erkennen. Danach sah man an dem halbeingestürzten Wall und dem niedrigen Graben die Stelle, an der sich die bereits zusammengeschmolzenen Reste gesammelt hatten. Mitten auf dem Felde lagen bleichende Knochen, zerstreut oder in Haufen, je nachdem ob sie von Flüchtigen oder von einer noch Widerstand leistenden Truppe stammten. Daneben lagen zerbrochene Waffen und Pferdegerippe, an Baumstämmen waren Schädel befestigt. In Hainen in der Nähe standen die Altäre der Barbaren, an denen sie die Tribunen und Zenturionen ersten Ranges geschlachtet hatten.“

Die Bestattung der Gefallenen des Varusheeres wurde von Tiberius kritisiert. Die Furcht der Soldaten würde sich durch den Anblick der erschlagenen und unbestatteten Soldaten noch vergrößern und ihre Kampfkraft lähmen. Außerdem habe Germanicus aufgrund seines Priesteramtes als Augur sich nicht mit der Bestattung der Soldaten befassen dürfen.[60]

Abberufung des Germanicus und Verzicht auf das rechtsrheinische Germanien[Bearbeiten]

Letztlich gaben die Römer nach einigen Jahren aber den Versuch auf, die Folgen der Varusschlacht zu revidieren. Die Feldzüge wurden durch den neuen Kaiser Tiberius im Jahre 16 beendet, weil der Aufwand an Menschen und Material für die Römer zu hoch wurde und eine indirekte Kontrolle Germaniens zu genügen schien. Tiberius kritisierte insbesondere die Art der Kriegsführung und die hohen Verluste. Er verwies dabei auf die von ihm selbst geführten Kämpfe in Germanien, in denen er plura consilio quam vi[61] (mehr durch kluges Vorgehen als Gewalt) erreicht hätte. Es mögen aber auch noch andere Motive eine Rolle gespielt haben. Tiberius berief sich dabei auf den angeblichen Rat des Augustus, das Reich in seinen gegenwärtigen Grenzen zu belassen (consilium coercendi intra terminos imperii).[62] Die Historizität des consilium coercendi wird allerdings in der modernen Forschung angezweifelt,[63] Germanicus wurde ein Triumph de Cheruscis Chattisque et Angrivariis quaeque aliae nationes usque ad Albim colunt (Über die Cherusker und Chatten sowie die Angrivarier und die anderen Volksstämme, die im Gebiet bis zur Elbe wohnen) bewilligt und mit einem Kommando im Osten betraut. Der letzte Legionsadler wurde erst 30 Jahre später unter Kaiser Claudius zurückgegeben.[64] Letzte Überlebende aus der Schlacht wurden fast 40 Jahre später befreit.[65]

Das seit Augustus ungelöste „Germanenproblem“ fand mit der offiziellen Einrichtung der zwei „germanischen“ Provinzen Germania inferior und Germania superior unter Kaiser Domitian sein Ende. Unter Trajan wurden Truppen vom Rhein an die Donau verlegt und das Römische Reich erhielt durch die Eroberung des Dakerreiches im heutigen Rumänien sowie die weiträumige Offensive im Osten des Römischen Reiches seine größte Ausdehnung. Selbst der expansive Kaiser Trajan unternahm nichts zur Wiedereroberung Germaniens. Erst dieser Verzicht Roms, nach einem Jahrhundert, ließ der Varusschlacht im Nachhinein historische Bedeutung zuwachsen.[66]

Allerdings unternahmen die Römer auch später noch begrenzte Feldzüge in das „freie Germanien“, wie unter anderem die Funde des Harzhornereignisses 2008 beweisen, wodurch Aussagen in schriftlichen Quellen bestätigt wurden. Diese waren jedoch vor allem zur Vorfeldsicherung der Grenze gedacht. Der letzte römische Feldzug jenseits des Rheins unter dem Befehl eines Kaisers wurde 378 von Gratian unternommen.

Lokalisierung der Schlacht[Bearbeiten]

Seit Jahrhunderten ist die geographische Lage des Schlachtfeldes umstritten, da die schriftlichen Zeugnisse zur Varusschlacht keine genaue Lokalisierung zulassen.

Theorien über den Ort der Schlacht[Bearbeiten]

Erste Versuche, den Schauplatz aufzuspüren, gab es bereits im 11. Jahrhundert.[67] Bischof Otto von Freising bezeichnete in seiner zwischen 1143 und 1146 verfassten Chronik Augsburg als Ort der Varusschlacht. Diese Lokalisierung erfreute sich in den folgenden Jahrhunderten großer Beliebtheit und wurde von Gelehrten wie Konrad Peutinger und Conrad Celtis vertreten. Weniger Verbreitung fanden Vorschläge, die Schlacht in der Gegend von Mainz oder auch Frankfurt zu lokalisieren.

Abschrift der Annalen

Mit der Wiederentdeckung der Annalen des Tacitus um 1507 erhielt die Frage nach dem Ort eine neue Grundlage. Der Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von einem Vorstoß fünf Jahre nach Varus’ Niederlage:

„ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter vastatum, haud procul Teutoburgiensi saltu in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur.“

„bis zu den entferntesten Brukterern, der alles zwischen Ems und Lippe verwüstete, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo, wie man sagte, die Überreste des Varus und seiner Legionen unbestattet lagen“[68]

Daraus ergab sich der Begriff von der „Schlacht im Teutoburger Wald“.

Georg Spalatin mutmaßte 1535 aufgrund des Gleichklangs des Namens Teutoburg den Ort bei Duisburg. In weiteren Lokalisierungsversuchen führten Beatus Rhenanus den Lippischen Wald, Philipp Melanchthon den Osning (heute Teutoburger Wald genannt) bzw. Kassel und Martin Luther den Harz an. Doch alle als ernstzunehmend geltenden Versuche gingen seit jener Zeit von Tacitus’ Feststellung aus, der Saltus Teutoburgensis liege „nicht weit“ von dem Gebiet zwischen Ems und Lippe.[69]

Im Jahre 1616 prägte Philipp Clüver die neue Bezeichnung „Teutoburger Wald“ für den „Osning“.[70] Sie wurde 1672 durch die Monumenta Paderbornensia von Ferdinand von Fürstenberg maßgeblich weiterverbreitet.

Von Historikern, Archäologen, Heimatforschern und anderweitig Interessierten wurden seit dem 16. Jahrhundert mindestens 700 Theorien zum Ort der Varusschlacht entwickelt. Der Prähistoriker und Provinzialarchäologe Harald von Petrikovits bündelte die Vielzahl möglicher Orte geographisch zu größeren Theorie-Einheiten.[71] Die von Fachleuten als am wahrscheinlichsten angesehenen Plätze liegen dabei fast alle in Ostwestfalen oder in daran angrenzenden Gebieten. Petrikovits zufolge gibt es dort vier Gruppen von Orten, an denen das Schlachtgeschehen jeweils angesiedelt wird:

  • nach der Nordtheorie am nördlichen Rand von Wiehen- und Wesergebirge, wo sich der Fundplatz Kalkriese befindet;
  • nach der Nordosttheorie im Gebiet des Teutoburger Waldes oder zwischen ihm und der Weser;
  • nach der Münsterländer Theorie im Gebiet westlich bzw. südwestlich des Teutoburger Waldes;
  • nach der Südtheorie in dem Bergland südöstlich der Münsterländer Bucht.

Kalkrieser-Niewedder Senke[Bearbeiten]

Die rekonstruierten Wälle beim Fundort Kalkriese
Eiserne Maske eines Gesichtshelms, die in Kalkriese gefunden wurde
Hauptartikel: Fundregion Kalkriese

Die archäologischen Funde in Kalkriese zeigen, dass dort eine römisch-germanische Auseinandersetzung stattgefunden hat.[72] Bereits 1885 vermutete Theodor Mommsen aufgrund der untypischen Fundhäufung römischer Münzen, dass die Varusschlacht dort stattgefunden habe.[73] Die Entdeckungen des britischen Majors Tony Clunn von 162 Denaren (1987) und der Fund von drei Schleuderbleien (1988), die zumindest die zeitweilige Anwesenheit von römischen Truppen am Ort belegen, leiteten eine systematische Untersuchung des Fundortes ein.[74] In jüngerer Zeit wurden am Fundort bislang acht Knochengruben entdeckt. In einigen lassen sich allerdings nur die Überreste eines Individuums nachweisen. In der „Großen Knochengrube“ befanden sich mindestens neun Leichen, wobei manche Knochen eindeutige Kampfverletzungen aufweisen.[75] In Kalkriese wurden über 4000 Stücke, zum größten Teil Kleinstobjekte, gefunden.[76] Allerdings ist bislang nur ein Teil des Geländes durch Ausgrabungen erschlossen worden. Da die neueren Funde bei Kalkriese auch Kampfhandlungen belegen, wurde dieser Ort zu einem Favoriten in der Diskussion um den Ort der Schlacht.

Andererseits reichen diese Befunde noch nicht aus, um Kalkriese als Ort der Varusschlacht nachzuweisen, da in Germania Magna verschiedene Schlachten geführt wurden, darunter auch später noch unter dem römischen Feldherrn Germanicus. Gegen Kalkriese als Ort der Varusschlacht spricht, dass dort bisher weder das für römische Soldaten so typische Essgeschirr, Terra Sigillata, noch die für Römer bekannte Keramik gefunden wurde. Es fehlt in Kalkriese jeglicher epigraphischer Hinweis über die Anwesenheit der drei vernichteten Legionen.[77] Außerdem sind sämtliche Knochen und Knochenfragmente lediglich gerade einmal 17 Individuen zuzuordnen, was gegen Kampfhandlungen in der Größenordnung der Varusschlacht spricht.[78] Vor allem aber lassen sich die archäologischen Befunde kaum mit den literarischen Angaben in Einklang bringen. Die Konsequenzen, die die Forschung daraus zieht, sind unterschiedlich. Klaus Bringmann sieht den archäologischen Befund als Beleg für ein vermutetes größeres Ganzes und spricht von einer „glänzenden Bestätigung“ des Berichts des Cassius Dio, der „in vollem Einklang mit dem archäologischen Befund von Kalkriese“ steht.[79] Nach Meinung der Archäologie war das Ereignis der Varuskatastrophe viel kleiner, als es in den literarischen Quellen erscheint. Die archäologischen Ergebnisse können in Verbindung mit quellenkritischen Analysen zu einer Neubewertung der Schriftquellen führen.

Numismatische Ansätze[Bearbeiten]

Schon seit dem Beginn einer ernstzunehmenden archäologischen Auseinandersetzung um den Ort der Varusschlacht standen die Fundmünzen als gut zu datierende Objekte im Mittelpunkt des Interesses. Theodor Mommsen ließ 1884 die Sammlung römischer Münzen aus dem Gut Barenau bei Kalkriese untersuchen und stellte dazu fest: „Meines Erachtens gehören die in und bei Barenau gefundenen Münzen zu dem Nachlass der im Jahre 9 n. Chr. im Venner Moore zu Grunde gegangenen Armee des Varus.“[80]

Nach den neueren Bodenfunden wurden auch die Neufunde an Münzen einer Neubewertung durch den Numismatiker Frank Berger unterzogen.[81] Berger legte sich, Mommsen folgend, darauf fest, dass in der Kalkrieser-Niewedder Senke nicht nur ein Nebenkriegsschauplatz war, sondern die Varusschlacht selbst sich abgespielt habe. Dafür führt er die Menge der Münzen an, die andernorts niemals außerhalb von Lagern oder Siedlungen gefunden worden ist.[82] Auch über die Datierung des gesamten Bestandes – neben der im Zweiten Weltkrieg abhandengekommenen Sammlung Barenau – aus Prospektionsfunden 2 Gold-, 461 Silber- und 251 Kupfermünzen sowie 340 römische Münzen aus Grabungen sind sich Berger und Wolfgang Schlüter sicher, diesen auf das Jahr 9 n. Chr. fixieren zu können.[83]

Nemausus-Asse aus dem Römerlager Hedemünden

Ebenso wie bei dem Disput über Kalkriese als Ort der Varusschlacht selbst erhielt Berger bald Widerspruch von Reinhard Wolters und Peter Kehne.[84] Sie kritisierten, dass die Münzfunde selbst nur einen terminus post quem als Datierungsansatz lieferten, der ebenso gut auf die Feldzüge des Germanicus anwendbar sei. Berger räumte ein, dass der Kern der Einschätzung nicht an den Münzprägungen orientiert sei, sondern an den Gegenstempeln auf den Münzen, hier besonders an denjenigen des Varus („VAR“) und des C. Numonius Vala („C. VAL“). Diese wurden vermutlich im Rahmen von Donativen aufgeprägt und an die Truppen verteilt. Sie können nicht vor 7 n. Chr. entstanden sein. Auf der anderen Seite kommen in Kalkriese keine Münzen vor, die nach 9 n. Chr. geprägt wurden. Der häufigste Denartyp ist der des Augustus für seine Enkel Caius und Lucius.[85] Der 12 n. Chr. zeitlich folgende Denartyp ist nicht mehr in Kalkriese vertreten. Allerdings sind die Verteilungswege der frischgeprägten Münzen von der Münzstätte bis zu den Soldaten in Germanien ebenso wenig bekannt wie die Dauer dieses Vorgangs. Überdies war die Münzprägung unregelmäßig und die Soldaten wurden vielfach mit alten und bereits im Umlauf befindlichen Münzen bezahlt.[86]

Ein Kern des Problems ist die Datierung der Münzhorizonte aus den Legionslagern an der Lippe von Konrad Kraft aus dem Jahr 1956,[87] die in wesentlichen Zügen noch bis heute gültig ist.[88] Kraft analysierte das Vorkommen der wichtigsten Münzserien, der Lyoner Altar-Serie und der Nemausus-Asse in den Lagern Haltern und Oberaden. Die Arbeit konnte jedoch noch keine Aussagen zum Horizont eines Fundplatzes aus der Zeit der Feldzüge des Germanicus treffen, weil solche zu dieser Zeit noch nicht bekannt waren. Wolters befürchtete Zirkelschlüsse zu anderen archäologischen Fundgattungen, etwa zur Terra Sigillata, für die Haltern einen wichtigen Datierungshorizont bildet.[89] Hieraus ergibt sich auch die Frage, ob Haltern wirklich mit dem bei Velleius erwähnten Aliso identisch sein kann. Nach Berger stimmt das Enddatum von Haltern mit der Datierung von Kalkriese überein.[90] Die im Einzelnen nicht unberechtigten Zweifel können aber nicht die schlüssige Münzdatierung auf Basis der Arbeiten von Kraft und Berger mit der Methodik insgesamt in Frage stellen.[91]

Die Gegenstempel auf Münzen wurden von Kehne teilweise stark abweichend gedeutet: „C.VAL“ deutet er als Pro Caesaris Valetudine („für die Gesundheit Caesars“), zu den Gegenstempeln „AVC“, die Berger und Ulrich Werz als AVG(ustus) lesen,[92] mutmaßt Kehne AV(lus) C(aecina), wobei die Abkürzung des Vornamens Aulus höchst unüblich erscheint.[93] Berger warf besonders Kehne Beliebigkeit der Argumente vor und führte Vergleiche zum Legionslager Augsburg-Oberhausen an, das besonders bei den Kupfermünzen eine andere Zusammenstellung aufweist.[94] Letztlich wird seine These durch die Menge von über 3000 gefundenen Münzen gestützt, die in Norddeutschland einzigartig ist.

Rezeption[Bearbeiten]

Humanismus und Reformation[Bearbeiten]

Ulrich von Hutten stellte Arminius 1529 auf eine Ebene mit den größten Feldherren des Altertums.
Friedrich Gottlieb Klopstock machte Arminius 1769–1787 zum „Retter“ der deutschen Kultur und Sprache und trug zur Verbreitung der Bezeichnung „Hermannsschlacht“ bei.
Heinrich von Kleists 1808 geschriebenes Drama „Die Hermannsschlacht“ wurde zunächst zensiert, im Kaiserreich zum „nationalen Festspiel“ und später von den Nationalsozialisten vereinnahmt.
Friedrich Ludwig Jahn warb mit einer fiktiven „Rede des Arminius an die Deutschen vor der Teutoburger Schlacht“ Freischärler für den Kampf gegen Napoleon an.
Der nördliche Giebelfries der Walhalla stellt die Varusschlacht dar. In der Mitte steht Arminius, links die Germanen, rechts die Römer mit Varus.
Die Hermannsschlacht (kolorierte Reproduktion), Gemälde von Friedrich Gunkel, 1862–1864, zerstört im Zweiten Weltkrieg – In der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts wurde „Hermann“ als „erster Deutscher“ stilisiert.

Im Mittelalter besaß die Varusschlacht keine Bedeutung. Das Interesse galt vornehmlich der Reichs- und Kirchengeschichte. Die neuzeitliche Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht begann mit der Wiederentdeckung der Schriften des Tacitus (1455 die Germania, 1507 die Annalen). Humanisten nördlich und südlich der Alpen interpretierten das Gefundene allerdings in unterschiedlicher Weise. Enea Silvio Piccolomini stellte fest, dass es den Deutschen des 15. Jahrhunderts viel besser ging als den Menschen im „alten Germanien“. Er führte diese Verbesserung auf den Einfluss Roms und der römischen Kirche zurück und begründete damit die Legitimität von Abgaben an die Kurie.[95] Deutsche Humanisten wie Konrad Celtis und Heinrich Bebel stellten dagegen Tacitus’ Beschreibung der Germanen als treu, gerechtigkeitsliebend, keusch, freigiebig, fromm, aufrichtig und freiheitliebend in den Vordergrund und schrieben diese Eigenschaften dem „deutschen Volkscharakter“ zu.[96] Gerade diese Eigenschaften waren für den ideologischen Streit mit Rom so geeignet, dass sie sich zu einem schon immer vorhandenen Gegensatz hochstilisieren ließen. Zugleich eigneten sie sich zur Vereinnahmung als den Beginn der deutschen Geschichte.

Für Ulrich von Hutten stand Arminius auf einer Ebene mit den größten Feldherren des Altertums. 1529 verfasste er den Arminius-Dialog, ein fiktives Gespräch zwischen Arminius, Alexander dem Großen, Hannibal und Scipio dem Älteren. Für Hutten bedeutete Arminius' Sieg über das Heer des Varus den Eintritt in die Geschichte der Deutschen. Die Eindeutschung „Arminius“ zu „Hermann“ erfolgte im Umfeld Martin Luthers. Luther drückte seine Sympathie für den Cherusker folgendermaßen aus: „Wenn ich ein poet wer, so wolt ich den celebriren. Ich hab in von hertzen lib“.[97] Spätestens 1543 durch das von Burchard Valdis geschriebene Reimgedicht über die Zwölf ersten alten Teutschen König und Fürsten hatte sich Hermann als „richtiger Name“ des Arminius durchgesetzt.

Eine allgemeine Arminius-Begeisterung gab es im 16. Jahrhundert allerdings noch nicht. Die Katholiken waren ganz im Sinne von Enea Silvio Piccolomini froh, dass sie sich durch das Christentum gegenüber der „Arminischen Barbarey“ kulturell hochgearbeitet hatten. Doch auch unter den Protestanten gab es kritische Töne. Problematisch empfand man, dass Arminius sich gegen die Obrigkeit auflehnte. So schrieb der Lutherfreund und Humanist Georg Spalatin, der eine deutsche Ausgabe aller Arminius betreffenden römischen Quellen besorgte, Arminius habe „Glauben, Friede und Treue“ gebrochen und die Germanen dazu verführt, „ihre Ehre nicht gut versorgt“ zu haben.[98]

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Entgegen dem Zeitgeist des 18. Jahrhunderts, der die kulturellen Wurzeln Deutschlands im griechischen und römischen Altertum suchte, verortete Justus Möser in seiner 1768 erschienenen „Osnabrückischen Geschichte“ das Idealbild menschlicher Gemeinschaften nicht in den Stadtstaaten des alten Griechenland, sondern in der „germanischen Urgesellschaft“ zwischen Arminius und Karl dem Großen. Zuvor hatte er in seinem 1749 geschriebenen Trauerspiel „Arminius“ seine Titelgestalt als Vorbild dargestellt. Johann Gottfried Herder griff in seinen „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ 1774 Mösers Gedanken auf, indem er die Gesetze der Germanen rühmte und sich von der griechischen und der römischen Antike bewusst abgrenzte.

Einige Autoren des 18. Jahrhunderts sahen die Varusschlacht auch als Antithese zu der vor allem in Frankreich vertretenen Position, Deutschland sei kulturunfähig, politisch zerrissen und ökonomisch rückständig: Arminius habe eine Nation angeführt, die sich geeinigt habe, dem übermächtigen Eroberer mutig entgegengetreten sei und ihn – im Gegensatz zu den Franzosen, die mit Vercingetorix und der Schlacht bei Alesia unterlagen – auch vernichtend geschlagen habe. Vor diesem geistigen Hintergrund widmeten einige deutschsprachige Autoren des 18. Jahrhunderts Arminius, seinem Liebesdrama mit Thusnelda und seinem Kampf gegen die Römer mehrere Opern und Theatertragödien. Friedrich Gottlieb Klopstock stellte in seiner „Hermann-Trilogie“ („Hermanns Schlacht“ 1769, „Hermann und die Fürsten“ 1784, „Hermanns Tod“ 1787) Arminius als Helden dar, der sich für das Vaterland geopfert habe. Er machte ihn dabei nicht nur zum Sieger gegen die Römer, sondern auch zum Retter der deutschen Kultur und Sprache; gleichzeitig trug er zur Verbreitung der Bezeichnung „Hermannsschlacht“ bei.

Gleichwohl bezogen die tonangebenden Dichter um 1800 ihre Stoffe nicht aus dem Arminius-Mythos, sondern aus der Gegenwart oder dem Mittelalter. Als Friedrich Schiller die Geschichte eines Freiheitshelden auf die Bühne bringen wollte, wählte er nicht Arminius, sondern Wilhelm Tell.

Von den Befreiungskriegen bis zur Reichsgründung[Bearbeiten]

Eine neue Dynamik gewann die Deutung der Varusschlacht im Zuge der napoleonischen Besetzung Deutschlands und der Befreiungskriege. Der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt verglich 1805 Napoleon mit den Feldherren des alten Rom und forderte einen „neuen Hermann“ als Heilsbringer. Johann Gottlieb Fichte behauptete 1808 wie Klopstock, dass man den Germanen die deutsche Sprache und den Erhalt des deutschen Freiheitsdranges verdanke. Im gleichen Jahr schrieb Heinrich von Kleist sein Drama „Die Hermannsschlacht“, in dem die Römer eine Allegorie auf die Franzosen und die Cherusker eine Allegorie auf die Preußen waren. Da aber das Drama zunächst weder gedruckt noch aufgeführt wurde, erzielte es auch keine zeitnahe Wirkung. Ganz anders Friedrich Ludwig Jahn, der ebenfalls Franzosenhass mit Hermannmythos verband, Arminius 1810 als „Volksheiland“ bezeichnete und das Datum der Varusschlacht als Nationalfeiertag eingesetzt wissen wollte. Er schrieb eine fiktive „Rede des Arminius an die Deutschen vor der Teutoburger Schlacht“, mit der er Freischärler für das Lützowsche Freikorps anzuwerben suchte. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde diese von patriotischen Kreisen als „Neue Hermannsschlacht“ tituliert. Im gleichen Jahr veröffentlichte Arndt einen „Katechismus für den teutschen Kriegs- und Wehrmann“, in dem er die deutsche Geschichte mit Arminius beginnen ließ.

Nach dem Wiener Kongress wurde Arminius von der preußischen und österreichischen Obrigkeit eher als Bedrohung wahrgenommen. Die Burschenschaften, die sich Namen wie „Germania“, „Arminia“ oder „Teutonia“ gegeben hatten, wurden verboten, Arndt entzog man die Lehrerlaubnis, Jahn musste gar ins Gefängnis. Der von Ernst Münch 1822 ins Deutsche übersetzte Arminius-Dialog Huttens wurde in Preußen verboten. Christian Dietrich Grabbe zeichnete in seinem 1836 fertiggestellten Geschichtsdrama „Die Hermannsschlacht“ ein realistischeres Bild der historischen Ereignisse als Kleist. Heinrich Heine verspottete 1844 in Caput XI von „Deutschland. Ein Wintermärchen“ die Vereinnahmung der Varusschlacht durch den deutschen Nationalismus.[99] Freiligrath stellte die historische Kontinuität zwischen Germanen und Deutschen über die Zeit der Völkerwanderung hinweg in Frage. Immermann relativierte die Bedeutung von Arminius' Sieg angesichts der Tatsache, dass Germanicus schon sechs Jahre später wieder römische Truppen zum Ort der Varusschlacht führte.

Ein Denkmal wurde der Varusschlacht dagegen in der 1842 fertiggestellten Walhalla gesetzt, in deren nördlichem Giebelfries sie dargestellt ist. Ernst von Bandel und Moritz Leopold Petri verfolgten über mehrere Jahrzehnte hinweg die Idee der Errichtung eines Arminiusdenkmals. 1838 wurde der „Verein für das Hermannsdenkmal“ gegründet, 1841 der Grundstein gelegt. Die Beschaffung der notwendigen Mittel erwies sich als sehr mühevoll. Erst nach der Reichsgründung 1871 wurde das Denkmal fertiggestellt, an seiner Einweihung am 17. August 1875 nahmen Kaiser Wilhelm I. und 30.000 Zuschauer teil. Bei den anlässlich der Einweihungsfeier gehaltenen Reden und in einigen Inschriften wurden Arminius und Wilhelm gleichgesetzt. Die Militärkapellen spielten – nach einer Melodie von Joseph GunglScheffels Lied „Teutoburger Schlacht“, das dieser 1848 als „Bummellied“ geschrieben hatte.[100] Ebenfalls begann sich im Zuge des deutsch-französischen Krieges und der Proklamation des Kaiserreiches 1871 Kleists „Hermannsschlacht“ beim Publikum durchzusetzen, nachdem die Uraufführung 1860 und die darauf folgenden Inszenierungen noch relativ erfolglos geblieben waren. 1914 verkündeten Boten zwischen den Akten die aktuellen Siegesmeldungen von der französischen Front.[101] Die Hermannsschlacht ist auch der Titel eines 1862 bis 1864 geschaffenen, heute nicht mehr erhaltenen Gemäldes von Friedrich Gunkel, das der bayerische König Maximilian II. 1857 für das Maximilianeum in Auftrag gegeben hatte. Die Historienmalerei griff das Thema im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach auf.

Vom Kaiserreich bis zur Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Das Hermannsdenkmal bei Detmold (hier auf einer Postkarte um 1900) wurde nach größeren Finanzierungsschwierigkeiten 1875 eröffnet und war zunächst als nationales Symbol gedacht, in der Zeit bis zum Ende der Weimarer Republik hatte es auch die Funktion eines Wallfahrtsortes für Nationalisten, Rassisten und Antisemiten.

Von der Reichsgründung bis 1945 war Arminius im öffentlichen Bewusstsein der Grundsteinleger deutscher Geschichte; eine 2000-jährige historische Kontinuität wurde nicht in Frage gestellt. Getragen wurde dies von den Urteilen der Historiker. Felix Dahn verfasste 1872 einen Siegesgesang nach der Varusschlacht, der historische Bezüge mit aktuellen Weltherrschaftsphantasien verbindet. Es heißt dort beispielsweise: „Heil dem Helden Armin. Auf den Schild hebet ihn. Zeigt ihn den unsterblichen Ahnen: Solche Führer wie den gib uns, Wodan, mehr – und die Welt sie gehört den Germanen“. Theodor Mommsen sah in Arminius den „Befreier Deutschlands“ und lehrte in seiner Vorlesung „Römische Kaisergeschichte“, dass in der Varusschlacht zum ersten Mal ein deutsches Nationalgefühl aufgetreten sei.[102] Friedrich Engels sah in der Varusschlacht „einen der entscheidendsten Wendepunkte der Weltgeschichte“.[103] 1897 wurde auf Initiative deutscher Auswanderer das Hermann Heights Monument in den USA eingeweiht. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Historienbilder, in denen Arminius eine bedeutende Rolle zugewiesen wurde.

Darüber hinaus spielte die Arminius-Verehrung auch eine politische Rolle. Das 1875 fertiggestellte Hermannsdenkmal, für das auch Heinrich Heine gespendet hatte, entwickelte sich von nationalen, demokratischen und nationalistisch-antifranzösischen Intentionen zu einem antikatholischen Symbol während des Kulturkampfes und später zu einem Wallfahrtsort für Nationalisten, Rassisten und Antisemiten. 1893 versammelten sich die „Antisemiten Deutschlands“ am Hermannsdenkmal und würdigten Arminius als „Urvater aller rassisch reinen Deutschen“. Bei der Jubiläumsfeier 1909 sagte der Vertreter der Deutschen Turnerschaft, ohne die Varusschlacht wäre „das deutsche Volk bald mit römischem Blute durchsetzt“ worden.

Bei Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der politische Mythos von der Hermannsschlacht bemüht, um die Burgfriedenspolitik durchzusetzen. Kaiser Wilhelm II. verkündete mit Bezug auf die Schlacht: „Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war“.[104] Entsprechend bot sich nach der Niederlage 1918 Hermann als historische Parallele zur Dolchstoßlegende an. Nicht mehr als Sieger, sondern als Märtyrer, der gleichfalls „im Kriege unbesiegt“ der germanischen Zwietracht zum Opfer fiel.[105] Im Ersten Weltkrieg kursierten Ansichtskarten mit dem Aufdruck „Wir kämpfen unter Hermanns Zeichen bis alle unsere Feinde bleichen“.

Arthur Moeller van den Bruck sagte in seinem 1923 erschienenen Buch „Das Dritte Reich“ die Weltherrschaft der Deutschen voraus und begründete dies unter anderem mit Arminius' Sieg in der Varusschlacht. Der 50. Jahrestag der Einweihung des Hermannsdenkmals zog 1925 50.000 überwiegend republikfeindliche Menschen nach Detmold. Die in den Reden dominierenden chauvinistischen und revanchistischen Akzente mündeten in den Ruf nach dem nationalen Messias als Anführer in einer neuen Hermannschlacht.[106] 1926 zeigte ein Gästebucheintrag Adolf Hitlers am Hermannsdenkmal, dass auch er sich von der Varusschlacht inspiriert fühlte.[107] Ein Jahr später nutzte der Chefideologe der Nationalsozialisten Alfred Rosenberg den 150. Geburtstag Kleists, um dessen „Hermannschlacht“ für die „Bewegung“ zu vereinnahmen. Nicht mehr die Römer, sondern „Juden, Polen und Franzosen seien heute die ganze Brut, die in den Leib Germaniens sich eingefilzt wie ein Insektenschwarm“.[108]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Künstler Werner Peiner mit der Erstellung von acht Wandteppichen für die Neue Reichskanzlei beauftragt, die die großen Schlachten der deutschen Geschichte illustrieren sollten. Der erste Teppich stellte die Varusschlacht dar. Arminius war zwar im Nationalsozialismus präsent, stand jedoch nicht im Mittelpunkt. Für Adolf Hitler lieferte vielmehr Rom den Maßstab für sein eigenes Reich. Diese Wertschätzung beeinflusste auch sein Bild von Hermann. Für ihn war er zwar der „erste deutsche Einiger“, der die germanischen Stämme gesammelt hatte, doch sei ihm dies nur gelungen, weil er von Rom ausgebildet wurde. Hermann habe dadurch dem „deutschen Volk zum größten politischen Erfolg dieser Vorzeit verholfen“, letztendlich sei er aber doch gescheitert, „und das Blut der Hermannschlacht sei umsonst geflossen.“[109] Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler führt das geringe Interesse der Nationalsozialisten an der Arminius-Gestalt darauf zurück, dass „ihr Interesse mehr der germanischen Expansion galt als der Verteidigung des «heimatlichen Bodens».“ Als dann 1944 die Heere der Alliierten bis nach Deutschland vordrangen, sei es für eine Wiederbelebung des Arminiuskultes zu spät gewesen.[110]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Varusschlacht wird seit dem 16. Jahrhundert eine besondere historische Bedeutung zugemessen, die das Urteil der Historiker spätestens vom 19. Jahrhundert bis heute prägt. „Als Wendepunkt der Weltgeschichte“[111] bezeichnete Theodor Mommsen die Varusschlacht, als er im März 1871, zwei Monate nach der Reichsgründung, seine Rede über „Die germanische Politik des Augustus“ hielt. Hans Delbrück hielt in seiner Festrede zum 1900-jährigen Jubiläum der Varusschlacht die deutsche Geschichte im Vergleich zu der anderer Nationen für „besonders reich“ und spielte dabei wiederum auf eine angenommene Kontinuität von Germanen zu Deutschen an. Der Althistoriker Ernst Kornemann ließ 1922 mit der Varusschlacht die deutsche Geschichte beginnen.[112] Die Varusschlacht wurde in der älteren Forschung als nationaler Befreiungskampf der Germanen oder gar der Deutschen gegen die römischen Besatzer gedeutet. Diese Sichtweise blieb Jahrzehnte vorherrschend.

Im Nationalsozialismus hat sich in der Alten Geschichte besonders Hans Erich Stier von 1933 bis 1938 in insgesamt acht Beiträgen mit der Varusschlacht und Arminius beschäftigt. Sein Aufsatz „Zur Varusschlacht“ von 1933 in der Historischen Zeitschrift macht deutlich, mit welchen Emotionen die Frage nach der Bedeutung der Varusschlacht geführt wurde. 1938 veröffentlichte Stier den Aufsatz „Die Bedeutung der römischen Angriffskriege für Westfalen“, mit dem er einen „Beitrag zum Verständnis der germanischen Revolution“ leisten wollte.[113] Charakteristisch für das Ausmaß an Idealisierung des „germanischen Genius“ oder des „genialsten Schülers der Römer“ ist die Frage: „Warum fühlte man sich immer wieder versucht, Arminius' Sieg im Teutoburger Wald zu verkleinern?“[114] Neben Stier und Kornemann vertraten bei den deutschen Althistorikern der 30er und 40er Jahre in erster Linie Franz Miltner und Ernst Hohl (in Anlehnung an Mommsen) die Auffassung von der welthistorischen Bedeutung der Varusschlacht und des Arminius für die „Rettung der deutschen Nationalität“[115] Der Provinzialarchäologe Friedrich Koepp konstatierte im Jahr 1940: „Glorreicher hat sich kein anderes Volk in die Geschichte eingeführt als unsere Vorfahren durch diesen Sieg über die Herren der Welt.“[116] Bereits im 1905 veröffentlichten Werk formulierte Koepp unter Hinweis auf die fehlende städtische Zivilisation und die Ausdehnung der germanischen Wälder, dass der „deutsche Urwald […] die Deutschen vor dem Schicksal der Gallier bewahrt hat.“[117]

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Wissenschaft für einige Zeit auf Distanz zu Themen, in denen die Germanen oder Arminius das Zentrum bildeten. Für eine erneute Annäherung an die Varusschlacht war die Zeit erst in den 1960er Jahren reif. 1961 veröffentlichte Otto Höfler die Abhandlung Siegfried, Arminius und die Symbolik mit einem Anhang über die Varusschlacht. Reinhard Wenskus löste 1961 in seiner Studie Stammesbildung und Verfassung die Vorstellung von scheinbar unverändert überdauernden Stämmen durch das Modell einer fortwährenden Ethnogenese (Entstehung von Völkern) ab.

Dieter Timpe näherte sich 1970 in seinen Arminiusstudien dem Cherusker auf Grundlage der antiken Quellen und formulierte seine Hypothese, dass der Angriff auf das Heer des Varus politisch als Meuterei zu werten sei. Timpe ersetzte dadurch das Bild eines Freiheitshelden durch das Bild eines Verräters und Kämpfers gegen die eigenen Truppen. Seine Rekonstruktion erzeugte kontroverse Reaktionen. Wenig später wurde von der Göttinger Akademie der Wissenschaften das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde begonnen als eine umfassende Aufklärung über den Forschungsstand zu den Germanen. Schließlich wurden durch Quelleneditionen die Aussagen der antiken Autoren zu den Germanen zusammengetragen und auf wissenschaftlich-kritischer Basis zugänglich gemacht.

Die moderne Forschung versucht das Bild von der Varusschlacht als „Wendepunkt der Geschichte“ zu relativieren. Reinhard Wolters machte 2008 deutlich, dass „die Varuskatastrophe weder militärisch noch politisch einen Einschnitt darstellte und somit keine „epochale Wende“ bewirkte.“[118] Dennoch halten sich bis heute Urteile, welche die Varusschlacht als einen Wendepunkt auffassen. Nach dem Archäologen Peter S. Wells veränderte die Varusschlacht den Verlauf der Weltgeschichte.[119] Zur 2000. Wiederkehr der Varusschlacht spielte der nationale Befreiungskampf keine Rolle mehr. Gegenwärtige Diskussionen unter Althistorikern und Archäologen behandeln vielmehr den Ort der Varusschlacht, die Ziele der römischen Germanienpolitik in augusteischer Zeit und ob im rechtsrheinischen Germanien unter der Statthalterschaft des Varus bereits eine römische Provinz entstanden war.

Die Varusschlacht aus heutiger Perspektive[Bearbeiten]

Ausgrabungen von Kalkriese[Bearbeiten]

Übersichtstafel am Eingang des Museums Kalkriese

Mit den Ausgrabungen von Kalkriese ab 1987 setzte eine verstärkte Diskussion über den Ort der Schlacht ein. Bereits die ersten Funde wurden der Öffentlichkeit als Zeugnisse der Varusschlacht präsentiert. Kurz nach den ersten archäologischen Funden wurde 1993 in unmittelbarer Nähe zum Ausgrabungsfeld auf einem Bauernhof ein Informationsraum eröffnet. In den Medien stieß der Ort schnell auf breite Akzeptanz. In der strukturschwachen Region nutzt man die Varusschlacht gezielt als Standortvorteil. Touristische und kommerzielle Vermarktungskonzepte in Kalkriese sind „Varusschlacht soll Marke werden“, „Römer-Mett“ oder im Juli 2004 der Auftritt der Rockband Fury in the Slaughterhouse auf dem Schlachtfeld.[120] Im Rahmen eines Projektes zur Weltausstellung Expo 2000 entstand der etwa 20 Hektar große Museumspark „Varusschlacht“, der im Jahr 2001 durch ein Museumsgebäude und im Jahre 2009 durch ein Besucherzentrum zum „Museum und Park Kalkriese“ in Bramsche ergänzt wurde.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Bereits dreimal wurde die Hermannsschlacht oder Varusschlacht für das Kino adaptiert: das erste Mal in den Jahren 1922 und 1923 im Kontext des Ruhrkampfs als Stummfilm in fünf Akten unter dem Titel Die Hermannschlacht. Regie führte der Düsseldorfer Dramaturg Leo König, der ehemalige Reinhardt-Schauspieler Albert Bassermann spielte den Cheruskerfürsten Segestes. Gedreht wurde unweit des Hermannsdenkmals bei den Externsteinen. Am 27. Februar 1924 kam dieses von der Kritik überwiegend als nationalistisch empfundene Opus im Lippischen Landestheater in Detmold zur Aufführung. Lange galt es als verschollen. Erst 1990 wurde es im Zentralen Filmarchiv der UdSSR wiederentdeckt und 2009 auf DVD veröffentlicht.[121]

Eine zweite Verfilmung des Stoffs erschien 1977 unter dem deutschen Titel Hermann der Cherusker – Die Schlacht im Teutoburger Wald. Es handelt sich um eine deutsch-italienisch-jugoslawische Co-Produktion, die in den übrig gebliebenen Kulissen anderer Antikenfilme in Zagreb unter der Regie Ferdy Baldwins (Pseudonym für Ferdinando Baldi) realisiert wurde. Obwohl dieses Werk bereits seit 1965 mit Hans von Borsody als Hermann gedreht wurde, dauerte es zehn Jahre bis zur Deutschland-Premiere der als ‚Sandalen-Trashfilm‘ gehandelten Produktion, die am 3. Februar 1977 stattfand.

In den Jahren 1993 bis 1995 entstand die dritte Umsetzung für das Kino. Produzenten und Autoren dieser Fassung waren Christian Deckert, Hartmut Kiesel, Christoph Köster, Stefan Mischer und Cornelius Völker. Die Hermannsschlacht wurde im Teutoburger Wald und im Rheinland gedreht. Neben Bühnenschauspielern und Hunderten von Laien treten in diesem Spielfilm die Künstler Markus Lüpertz, Tony Cragg und Alfonso Hüppi sowie der Kunsthistoriker Werner Spies als Akteure auf. Die Hermannsschlacht wurde im Mai 1995 in Düsseldorf uraufgeführt und erschien 2005 auf DVD.

2000 Jahre Varusschlacht[Bearbeiten]

Briefmarke von 2009 zum 2000. Jahrestag

2000 Jahre nach der Varusschlacht, im Jahr 2009, fanden zahlreiche Veranstaltungen zur Erinnerung an die Geschehnisse statt. Vom 16. Mai bis 25. Oktober 2009 waren in der Seestadthalle und im LWL-Römermuseum in Haltern am See, im Museum und Park Kalkriese und im Lippischen Landesmuseum in Detmold die drei Ausstellungen des gemeinsamen Ausstellungsprojektes „IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht“ zu sehen.[122]

Das Römermuseum Xanten im Archäologischen Park zeigte vom 24. April bis 30. August 2009 die Sonderausstellung „Marcus Caelius. Tod in der Varusschlacht“.[123]

Mit der Ausgabe einer Sonderbriefmarke am 4. Juni 2009 erinnerte die Bundesrepublik Deutschland an die Varusschlacht. Die Marke mit dem Wert 0,55 Euro zeigt einen Teil des Hermannsdenkmals bei Detmold, eine Büste des Kaisers Augustus und die Gesichtsmaske eines römischen Reiterhelms.

Gegenwärtig beginnt das Deutsche Historische Museum in Berlin seine Dauerausstellung zur deutschen Geschichte mit der Thematik Varusschlacht.[124]

Die rechtsextremistische Szene nutzte das Jubiläumsjahr 2009 zu fremdenfeindlicher und antiamerikanischer Agitation. In Publikationen und auf Veranstaltungen priesen deutsche Rechtsextremisten die Varusschlacht als Fanal eines „nationalen Befreiungskampfes“ und deuteten Arminius als Vorbild für einen gegenwärtigen Kampf gegen Einwanderer und die als „neues Rom“ bezeichneten USA.[125]

Quellen[Bearbeiten]

  • Cassius Dio: Römische Geschichte. Übersetzt von Otto Veh, Band 3 (= Bücher 44–50) und 4 (= Bücher 51–60), Artemis-Verlag, Zürich 1986, ISBN 3-7608-3672-0 und ISBN 3-7608-3673-9.
  • Velleius Paterculus: Römische Geschichte. Historia Romana. Übersetzt und lateinisch/deutsch herausgegeben von Marion Giebel, Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-008566-7.
  • Sueton: Ausführlichste antike Biographie aus der Sammlung der Kaiserbiographien von Caesar bis Domitian. Zahlreiche Ausgaben, beispielsweise mit deutscher Übersetzung in: Gaius Suetonius Tranquillus: Sämtliche erhaltene Werke. Magnus, Essen 2004, ISBN 3-88400-071-3.
  • Tacitus: Annalen. Lateinisch/deutsch herausgegeben von Erich Heller, 5. Aufl., Artemis & Winkler, München/Zürich 2005, ISBN 3-7608-1645-2.
  • Hans-Werner Goetz/Karl-Wilhelm Welwei: Altes Germanien. Auszüge aus antiken Quellen über die Germanen und ihre Beziehungen zum Römischen Reich. 2 Teile, WBG, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-05958-1.
  • Joachim Herrmann (Hrsg.): Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends u. Z. Teil 1: Von Homer bis Plutarch (8. Jh. v. u. Z. bis 1. Jh. u. Z.). Berlin 1988, ISBN 3-05-000348-0; Teil 3: Von Tacitus bis Ausonius (2. bis 4 Jh. u. Z.). Berlin 1991, ISBN 3-05-000571-8.
  • Dieter Kestermann (Hrsg.): Quellensammlung zur Varus-Niederlage. Sämtliche antike Texte zur Schlacht, in Latein, Griechisch Deutsch. Horn 1992, ISBN 3-88080-063-4.
  • Lutz Walther (Hrsg.): Varus, Varus! Antike Texte zur Schlacht im Teutoburger Wald. Lateinisch-griechisch-deutsch. Reclam, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-15-018587-2.

Literatur[Bearbeiten]

Kritische Sammelbesprechungen der umfangreichen Fachliteratur

  • Peter Kehne: Neues, Bekanntes und Überflüssiges zur Varusschlacht und zum Kampfplatz Kalkriese. In: Die Kunde. Bd. 59 (2008), S. 229–280.
  • Dieter Timpe: Die „Varusschlacht“ in ihren Kontexten. Eine kritische Nachlese zum Bimillennium 2009. In: Historische Zeitschrift. Bd. 293 (2012), S. 593–652.

Forschungsliteratur

  • Ernst Baltrusch (Hrsg.): 2000 Jahre Varusschlacht. Geschichte – Archäologie – Legenden. de Gruyter, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-11-028250-4.
  • Boris Dreyer: Arminius und der Untergang des Varus. Warum die Germanen keine Römer wurden. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-608-94510-2.
  • Boris Dreyer: Der Fundplatz von Kalkriese und die antiken Berichte zur Varuskatastrophe und zum Heerzug des Caecina. In: Klio 87 (2005), S. 396–420.
  • Gesa von Essen: Hermannsschlachten. Germanen- und Römerbilder in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Wallstein Verlag, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-312-2.
  • Mamoun Fansa (Hrsg.): Varusschlacht und Germanenmythos. Eine Vortragsreihe anlässlich der Sonderausstellung Kalkriese – Römer im Osnabrücker Land in Oldenburg 1993 (= Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Beiheft 9). 3. Auflage. Isensee, Oldenburg 2001, ISBN 3-89598-235-0.
  • Joachim Harnecker: Arminius, Varus und das Schlachtfeld von Kalkriese. Eine Einführung in die archäologischen Arbeiten und ihre Ergebnisse. 2. Auflage. Rasch, Bramsche 2002 ISBN 3-934005-40-3.
  • Ralf Günter Jahn: Der Römisch–Germanische Krieg (9–16 n. Chr.). Dissertation. Bonn 2001.
  • Yann Le Bohec: La "bataille" du Teutoburg. Lemme, Clermont-Ferrand 2013.
  • Gustav Adolf Lehmann, Rainer Wiegels: Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Der Fundplatz von Kalkriese im Kontext neuerer Forschungen und Ausgrabungsfunde. Beiträge zu der Tagung des Fachs Alte Geschichte der Universität Osnabrück und der Kommission „Imperium und Barbaricum“ der Göttinger Akademie der Wissenschaften in Osnabrück vom 10. bis 12. Juni 2004. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-82551-8.
  • Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-050612-2.
  • Günther Moosbauer: Die Varusschlacht (= Beck'sche Reihe Wissen.). C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-56257-0.
  • Michel Reddé, Siegmar von Schnurbein (Hrsg.): Alésia et la bataille du Teutoburg. Un parallèle critique des sources (= Beihefte der Francia. Hrsg. vom Deutschen Historischen Institut Paris. Bd. 66). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-7461-7.
  • Wolfgang Schlüter (Hrsg.): Römer im Osnabrücker Land. Die archäologischen Untersuchungen in der Kalkrieser-Niewedder Senke. Rasch, Bramsche 1991, ISBN 3-922469-57-4.
  • Wolfgang Schlüter: Archäologische Zeugnisse der Varusschlacht? Die Untersuchungen in der Kalkrieser-Niewedder Senke bei Osnabrück. In: Germania 70, 1992, S. 307–402.
  • Wolfgang Schlüter, Rainer Wiegels (Hrsg.): Rom, Germanien und die Ausgrabungen von Kalkriese. Internationaler Kongress der Universität Osnabrück und des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e. V. vom 2. bis 5. September 1996. In: Osnabrücker Forschungen zu Altertum und Antike-Rezeption 1. Osnabrück 1999, ISBN 3-932147-25-1.
  • Michael Sommer: Die Arminiusschlacht. Spurensuche im Teutoburger Wald. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-520-50601-6.
  • Peter S. Wells: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2005, ISBN 3-7608-2308-4.
  • Rainer Wiegels (Hrsg.): Die Varusschlacht. Wendepunkt der Geschichte? (= Archäologie in Deutschland. Sonderheft). Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1760-5 (mit Beiträgen von Rainer Wiegels, Armin Becker, Johann-Sebastian Kühlborn, Günther Moosbauer und anderen).
  • Rainer Wiegels, Winfried Woesler (Hrsg.): Arminius und die Varusschlacht. Geschichte – Mythos – Literatur. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3-506-79751-4 (darin unter anderem: Heinrich Seeba: Hermanns Kampf für Deutschlands Not; Renate Stauf: Germanenmythos und Griechenmythos als nationale Identitätsmythen; Wolfgang Wittkowski: Arminius aktuell: Kleists Hermannsschlacht und Goethes Hermann).
  • Susanne Wilbers-Rost: Interdisziplinäre Untersuchungen auf dem Oberesch in Kalkriese. Archäologische Befunde und naturwissenschaftliche Begleituntersuchungen. von Zabern. Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3802-8.
  • Reinhard Wolters: Hermeneutik des Hinterhalts. Die antiken Berichte zur Varuskatastrophe und der Fundplatz von Kalkriese. In: Klio. Bd. 85 (2003), S. 131–170 (Wolters zählt zu den prominentesten Kritikern der Annahme, die Funde bei Kalkriese stünden in Zusammenhang mit der Varusschlacht).
  • Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, ISBN 978-3-406-57674-4. (Rezension).

Ausstellungskataloge

  • 2000 Jahre Varusschlacht. Imperium – Konflikt – Mythos. Herausgegeben vom LWL-Römermuseum/Museum und Park Kalkriese/Landesverband Lippe. 3 Bde., Theiss, Stuttgart 2009, ISBN 3-8062-2277-0 (Katalog mit zahlreichen Aufsätzen namhafter Forscher).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Battle of the Teutoburg Forest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Varusschlacht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Antike Quellen

Projekte/Materialien

Rezeption

Lokalisierungstheorien

Literaturüberblick

Sonderausstellung

Ausführliche Medienbeiträge

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Reinhard Wolters: Varusschlachten – oder: Neues zur Örtlichkeit der Varusschlacht. In: Die Kunde. Zeitschrift für Ur- und Frühgeschichte. NF 44, 1993, S. 167–183, hier: S. 169.
  2. Velleius Paterculus: Römische Geschichte. 2,119,1 (englisch)
  3. Velleius Paterculus, Römische Geschichte 2,119,3 (englisch).
  4. Tacitus, Annales 2,88.
  5. Tacitus, Annales 1,60.
  6. Tacitus, Annales 1,69.
  7. Vgl. zu den möglichen Quellen die Diskussion bei Ronald Syme: Tacitus. Bd. 1, Oxford 1958, S. 274 ff., sowie bei Peter Michael Swan: The Augustan Succession: An Historical Commentary on Cassius Dio’s Roman History, Books 55–56 (9 B.C.–A.D. 14). Oxford 2004, S. 250 ff.
  8. Florus 2,34 f.
  9. Vgl. etwa: Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 110; Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 184 f.
  10. Reinhard Wolters: Die Römer in Germanien. 5., durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2006, S. 55.
  11. Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,117,4. (englisch).
  12. Cassius Dio 56,18,1–4 (englisch).
  13. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008. S. 74.
  14. Günther Moosbauer: Die Varusschlacht. München 2009, S. 64.
  15. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008. S. 65.
  16. Günther Moosbauer: Die Varusschlacht. München 2009, S. 68.
  17. Werner Eck: Augustus und seine Zeit. München 2003, S. 97.
  18. Velleius 2,117,3f; Florus 2,30,31; Cassius Dio 56,18,3f. Vgl. dazu: Reinhard Wolters: Varus. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 32, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 978-3-11-018387-0, S. 81–86; hier: S. 82.
  19. Tacitus, Annales 2,15,1.
  20. Ernst Hohl: Zur Lebensgeschichte des Siegers im Teutoburger Wald. In: Historische Zeitschrift, Heft 167, 1942, S. 457–475. Die von den historischen Quellen nicht gedeckte, im Anschluss an Hohl zunächst jedoch weit verbreitete Geiselthese wird von der jüngeren Forschung mit Skepsis betrachtet (vgl. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008. S. 91).
  21. Cassius Dio 56,18,5; 56,19,3; Velleius 2,118,4.
  22. Dieter Timpe: Arminiusstudien. S. 49.
  23. Heiko Steuer: Das „völkisch“ Germanische in der deutschen Ur- und Frühgeschichtsforschung. In: Heinrich Beck u. a. (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung „germanisch-deutsch“. de Gruyter. Berlin 2004, S. 357–502, hier: S. 432.
  24. Cassius Dio 56,18,5 (englisch).
  25. Wolfgang Schlüter: Die Varusschlacht. Archäologische Forschungen in Kalkriese bei Osnabrück. In: Detlev Hopp, Charlotte Trümpler (Hrsg.): Die frühe römische Kaiserzeit im Ruhrgebiet. Kolloquium des Ruhrlandmuseums und der Stadtarchäologie/Denkmalbehörde in Zusammenarbeit mit der Universität Essen. Essen 2001, S. 17–24, hier: S. 17.
  26. Harald von Petrikovitsclades variana. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 5, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1984, ISBN 3-11-009635-8, S. 14–20; hier: S. 17. Die Quellenstellen: Sueton, Tiberius 17,1 und Cassius Dio 56,18,1.
  27. Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Band Die Provinzen von Caesar bis Diocletian. Weidmannsche Buchhandlung, 1885, S. 43.
  28. Harald von Petrikovits: clades variana. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 5, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1984, ISBN 3-11-009635-8, S. 14–20; hier: S. 17.
  29. Cassius Dio 56,20–22 (englisch).
  30. Bernd Manuwald: Politisches Ungeschick oder vorbestimmtes Verhängnis? Cassius Dios Bericht über die Varus-Schlacht. in: Gustav Adolf Lehmann, Rainer Wiegels (Hrsg.): Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Der Fundplatz von Kalkriese im Kontext neuerer Forschungen und Ausgrabungsbefunde. Göttingen 2007, S. 431–449, hier: S. 431 und 436.
  31. Vgl. u. a. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 102 ff., 107 f.
  32. Reinhard Wolters: Varusschlachten – oder: Neues zur Örtlichkeit der Varusschlacht. In: Die Kunde. Zeitschrift für Ur- und Frühgeschichte. NF 44, 1993, S. 167–183, hier: S. 169.
  33. Vgl. etwa: Strabon 1,1,17; Velleius 2,119,2; Tacitus, Annales 1,61,1; 63,1 f.: Florus 2,30,36 und Cassius Dio 56,19,5.
  34. Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,119,2 (englisch).
  35. Cassius Dio 56,20,3.
  36. Cassius Dio 56,21,3f; Tacitus, Annales 1,64,2.
  37. Cassius Dio 56,20,2–21,1.
  38. Cassius Dio 56,21,1; Tacitus, Annales 1,63,1.
  39. Cassius Dio 56,21,3 (englisch) Vgl. dazu: Reinhard Wolters: Varusschlachten – oder: Neues zur Örtlichkeit der Varusschlacht. In: Die Kunde. Zeitschrift für Ur- und Frühgeschichte. NF 44, 1993, S. 167–183, hier: S. 171.
  40. Versuchte Verbrennung: Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,119.5; Florus 2,30,38: Exhumierung des bereits bestatteten Körpers.
  41. Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,117.1.
  42. Reinhard Wolters: Varusschlachten – oder: Neues zur Örtlichkeit der Varusschlacht. In: Die Kunde. Zeitschrift für Ur- und Frühgeschichte. NF 44, 1993, S. 167–183, hier: S. 170.
  43. Reinhard Wolters: Die Römer in Germanien. 5., durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2006, S. 55.
  44. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 145.
  45. Dieter Timpe: Arminiusstudien. S. 111 ff.
  46. Tacitus, Annales 2,88.
  47. Tacitus, Annales 2,45.
  48. Sueton, Augustus 23.
  49. Dietmar Kienast: Augustus. 3., durchgesehene und erweiterte Auflage, Darmstadt 1999, S. 374 f.
  50. Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,121,1. (englisch).
  51. Dietmar Kienast: Augustus. 3., durchgesehene und erweiterte Auflage, Darmstadt 1999, S. 375.
  52. Cassius Dio 56,24,6 (englisch).
  53. Ralf Günther Jahn, Der Römisch-Germanische Krieg. S. 195.
  54. Velleius Paterculus: Römische Geschichte 2,120,2 (englisch).
  55. Cassius Dio 56,25,2.
  56. Peter S. Wells: Die Schlacht im Teutoburger Wald. S. 205 f.; Reinhard Wolters: Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation. Bochum 1990, S. 228 f.
  57. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 129.
  58. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 129.
  59. Tacitus, Annales 1,61,2–3.
  60. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 131.
  61. Tacitus, Annales 2,26,3.
  62. Tacitus, Annales 1,11.
  63. Dietmar Kienast: Augustus. Prinzeps und Monarch. Darmstadt 1999, S. 373 f.; zur Grenzproblematik vermutet Karl Christ: Zur augusteischen Germanienpolitik. In: Chiron 7, 1977, S. 149–205, besonders S. 198 ff., mit Grenze sei der Rhein gemeint. An den Orient denkt wiederum Dieter Timpe: Der Triumph des Germanicus. Untersuchungen zu den Feldzügen der Jahre 14–16 n. Chr. in Germanien. Bonn 1968, S. 34.
  64. Cassius Dio 60,8,7.
  65. Tacitus, Annales 12,27,3. Vgl. dazu: Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 116.
  66. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 208.
  67. Wolfgang Schlüter: Die archäologischen Untersuchen in der Kalkrieser-Niewedder Senke. In: Wolfgang Schlüter (Hrsg.): Kalkriese – Römer im Osnabrücker Land. Rasch-Verlag, Bramsche 1993, S. 13–51, hier: S. 14.
  68. Tacitus, Annales 1,60,3.
  69. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 153.
  70. Philipp Clüver: Germaniae antiquae libri tres. Leiden 1616.
  71. Harald von Petrikovits: 'Arminius' In: Bonner Jahrbücher Bd. 166 (1966), S. 175–193.
  72. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 167.
  73. Theodor Mommsen: Die Örtlichkeit der Varusschlacht. in: Ders.: Gesammelte Schriften. Band IV, Berlin 1906 (Erstveröffentlichung 1885: Die Örtlichkeit der Varusschlacht. Sitzungsbericht der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Berlin), S. 200–246, hier: S. 234.
  74. Boris Dreyer: Zum Verlauf der Varusniederlage. Die Einordnung der Ausgrabungen von Kalkriese. In: Rainer Wiegels/Gustav Adolf Lehmann: Römische Präsenz in Germanien, Schriften der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Göttingen 2007, S. 363–397, hier: S. 366.
  75. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 160.
  76. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 160.
  77. Peter Kehne, Lokalisierung der Varusschlacht? Vieles spricht gegen Mommsen – alles gegen Kalkriese. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. Bd. 78, 2009, S. 135–180, hier: S. 160.
  78. Peter Kehne: Lokalisierung der Varusschlacht? Vieles spricht gegen Mommsen – alles gegen Kalkriese. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. Bd. 78, 2009, S. 135–180, hier: S. 162.
  79. Klaus Bringmann: Augustus. Darmstadt 2007, S. 190 f.
  80. Theodor Mommsen: Die Örtlichkeit der Varusschlacht. Berlin 1884 S. 46.
  81. Frank Berger: Kalkriese. – 1. Die römischen Fundmünzen. Mainz 1996.
  82. Frank Berger: Kalkriese. – 1. Die römischen Fundmünzen. Mainz 1996, S. 58.
  83. Wolfgang Schlüter: Ausblick zu den Forschungen in Kalkriese. In: Frank Berger: Kalkriese. – 1. Die römischen Fundmünzen. Mainz 1996 S. 60.
  84. Reinhard Wolters: Anmerkungen zur Münzdatierung spätaugusteischer Fundplätze. Peter Kehne: Zur Datierung von Fundmünzen aus Kalkriese und zur Verlegung des Enddatums des Halterner Hauptlagers in die Zeit der Germanienkriege unter Tiberius und Germanicus (10–16 n. Chr.). In: Rainer Wiegels (Hrsg.): Die Fundmünzen von Kalkriese und die frühkaiserzeitliche Münzprägung. Akten des wissenschaftlichen Symposiums in Kalkriese, 15.–16. April 1999. Möhnesee 2000, S. 47–118.
  85. Harold Mattingly, Edward A. Sydenham u.a.: Roman Imperial Coinage. Band 1 Nr. 350.
  86. Reinhard Wolters: Die Römer in Germanien. 5., durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2006, S. 54.
  87. Konrad Kraft: Das Enddatum des Legionslagers Haltern. Bonner Jahrbücher 155/156, 1955/56, S. 95–111.
  88. David Wigg-Wolf: Dating Kalkriese: the numismatic evidence. In: Gustav Adolf Lehmann und Rainer Wiegels (Hrsg.): Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Der Fundplatz von Kalkriese im Kontext neuerer Forschungen und Ausgrabungsbefunde. Beiträge zu der Tagung des Fachs Alte Geschichte der Universität Osnabrück und der Kommission‚ Imperium und Barbaricum‘ der Göttinger Akademie der Wissenschaften in Osnabrück vom 10. bis 12. Juni 2004. Göttingen 2007, S. 120.
  89. Siegfried Loeschcke: Keramische Funde in Haltern. In: Mitteilungen der Altertumskommission Westfalen 5, 1909, S. 101–322; Siegmar von Schnurbein: Die unverzierte Terra Sigillata aus Haltern. Bodenaltertümer Westfalens 19 (1982).
  90. Frank Berger: Kalkriese. – 1. Die römischen Fundmünzen. Mainz 1996 S. 58.
  91. David Wigg-Wolf: Dating Kalkriese: the numismatic evidence. In: Gustav Adolf Lehmann und Rainer Wiegels (Hrsg.): Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Der Fundplatz von Kalkriese im Kontext neuerer Forschungen und Ausgrabungsbefunde. Göttingen 2007, S. 119–134, insbes. S. 120–122.
  92. Ulrich Werz/Frank Berger: Die Funde von Kalkriese: Varus, Caecina oder Germanicus? In: Rainer Wiegels (Hrsg.): Die Fundmünzen von Kalkriese und die frühkaiserzeitliche Münzprägung. Akten des wissenschaftlichen Symposiums in Kalkriese, 15.–16. April 1999. Möhnesee 2000, S. 237–265, hier: S. 241.
  93. Ulrich Werz/Frank Berger: Die Funde von Kalkriese: Varus, Caecina oder Germanicus? In: Rainer Wiegels (Hrsg.): Die Fundmünzen von Kalkriese und die frühkaiserzeitliche Münzprägung. Akten des wissenschaftlichen Symposiums in Kalkriese, 15.–16. April 1999. Möhnesee 2000, S. 237–265, hier: S. 254.
  94. Ulrich Werz/Frank Berger: Die Funde von Kalkriese: Varus, Caecina oder Germanicus? In: Rainer Wiegels (Hrsg.): Die Fundmünzen von Kalkriese und die frühkaiserzeitliche Münzprägung. Akten des wissenschaftlichen Symposiums in Kalkriese, 15.–16. April 1999. Möhnesee 2000, S. 237–265, hier: S. 255; David Wigg-Wolf: Dating Kalkriese: the numismatic evidence. In: Gustav Adolf Lehmann/Rainer Wiegels (Hrsg.): Römische Präsenz und Herrschaft im Germanien der augusteischen Zeit. Der Fundplatz von Kalkriese im Kontext neuerer Forschungen und Ausgrabungsbefunde. Göttingen 2007, S. 119–134, hier: S. 129 f.
  95. Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 286.
  96. Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 287.
  97. Martin Luther: Werke, Kritische [Weimarer] Gesamtausgabe, Tischrede 5982. Zitiert nach Erich Sandow: Vorläufer des Hermannsdenkmals. In: Günther Engelbert (Hrsg.): Ein Jahrhundert Hermannsdenkmal 1875–1975. Detmold 1975, S. 107.
  98. Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 291.
  99. Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermährchen. Hoffmann und Campe, Hamburg 1844, Seite 328. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource.
  100. Siehe Lippische Landesbibliothek: Bummellied und Hymne – „Scheffels Teutoburger Schlacht“, das Lied erlangte später unter dem Namen des Liedanfangs „Als die Römer frech geworden“ allgemeine Bekanntheit.
  101. Reinhard Wolters: Die Römer in Germanien. 5., durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2006, S. 114.
  102. Theodor Mommsen: Römische Kaisergeschichte. Nach den Vorlesungsmitschriften von Sebastian und Paul Hensel. München 1992, S. 157 f.
  103. Friedrich Engels: Zur Urgeschichte der Deutschen. In: Karl Marx: Werke [März 1875 bis Mai 1883]. Bd. 19. Berlin 1962, S. 425–473, hier: S. 447.
  104. Gerald Funk, Matthias Pötzsch und Peter Schuster: Deutsche Nationaldenkmale 1790–1990. hrsg. v. Kultursekretariat Nordrhein-Westfalen, Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 1993 S. 64.
  105. Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 339.
  106. Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 341.
  107. Er schrieb: Keiner red' von alten Recken der Vergangenheit, der nicht die Pflicht zu gleichem Wirken für die Zukunft in sich fühlt.
  108. zitiert nach Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 342.
  109. zitiert nach Ralf-Peter Märtin: Die Varusschlacht. Rom und die Germanen. Frankfurt am Main 2008, S. 344 f.
  110. Herfried Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen. Rowohlt, Berlin 2009, S. 179.
  111. Theodor Mommsen: Die germanische Politik des Augustus. In: Theodor Mommsen: Reden und Aufsätze. 2. Auflage, Berlin 1905, S. 316–343, hier: S. 341.
  112. Ernst Kornemann: P. Quinctilius Varus. In: Neue Jahrbücher für das klassische Altertum. Band 25, 1922, S. 42–62, hier: S. 42.
  113. So der Untertitel seines Aufsatzes: Westfälische Forschungen Band 1, 1938, S. 269–301. Wiederabgedruckt in: Peter Funke/Gustav Adolf Lehmann (Hrsg.): Kleine Schriften. Hans Erich Stier, Meisenheim 1979, S. 111–143.
  114. Westfälische Forschungen Band 1, 1938, S. 269–301, hier: S. 271. Wiederabgedruckt in: Peter Funke/Gustav Adolf Lehmann (Hrsg.): Kleine Schriften. Hans Erich Stier, Meisenheim 1979, S. 111–143.
  115. Vgl. dazu Volker Losemann: Nationalistische Interpretationen der römisch-germanischen Auseinandersetzung. In: Rainer Wiegels/Winfried Woesler (Hrsg.): Arminius und die Varusschlacht. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, Paderborn u. a. 2003, S. 419–432, hier: S. 427.
  116. Friedrich Koepp: Varusschlacht und Aliso. Vorträge und Nachreden aus drei Jahrzehnten. Münster 1940, S. 5 f.
  117. Friedrich Koepp: Die Römer in Deutschland. Monographien zur Weltgeschichte. Band 22. 2. umgearbeitete Auflage, Bielefeld 1912, S. 11 und 13.
  118. Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius Varus und das römische Germanien. Beck, München 2008, S. 125 ff.
  119. Peter S. Wells: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Düsseldorf u. a. 2005, S. 7.
  120. Reinhard Wolters: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien. München 2008, S. 198 ff.; Peter Kehne: Vermarktung contra Wissenschaft: Kalkriese und der Versuch zur Vereinnahmung der Varusschlacht. In: Die Kunde. Bd. 54, 2003, S. 93–112.
  121. Dazu ausführlicher: Wiebke Kolbe: Germanische Helden und deutsche Patrioten: Nationalismus und Geschlecht im Stummfilm „Die Hermannsschlacht“ (1922/23). In Mischa Meyer, Simona Slanicka (Hrsg.): Antike und Mittelalter im Film. Konstruktion – Dokumentation – Projektion. Köln, Wien 2006. S. 215–229. – Wolfgang Müller: Die Herrmannsschlacht. Ein Kolossalfilm aus den lippischen Wäldern. In Wolfgang Müller, Bernd Wiesener (Hrsg.): Schlachten und Stätten der Liebe. Zur Geschichte von Kino und Film in Ostwestfalen und Lippe. Detmold 1996. S. 37–62.
  122. Ausstellung IMPERIUM-KONFLIKT-MYTHOS.
  123. Sonderausstellungen im LVR-RömerMuseum.
  124. Gliederung der ständigen Ausstellung I: Frühe Kulturen und Mittelalter.
  125. Elmar Vieregge: 2000 Jahre Varusschlacht. Welche Bedeutung hat Arminius für den Rechtsextremismus. In: Martin H. W. Möllers, Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): Jahrbuch Öffentliche Sicherheit 2010/2011. – Erster Halbband, Frankfurt am Main 2010, S. 165–172.
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