Vasiľ Biľak

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Vasil Biľak

Vasiľ Biľak (* 11. August 1917 in Bátorhegy, Österreich-Ungarn (heute Krajná Bystrá, Slowakei); † 6. Februar 2014 in Bratislava) war ein tschechoslowakischer bzw. slowakischer kommunistischer Politiker russinischer Herkunft und von Januar bis August 1968 Parteichef der slowakischen Kommunisten.

Leben[Bearbeiten]

Vasiľ Biľak arbeitete ursprünglich als Schneider. Von 1955 bis 1968 und 1969 bis 1971 war er Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Slowakei (ÚV KSS); 1962 bis 1968 war er Sekretär und von Januar bis August 1968 Generalsekretär des ÚV KSS; vom April 1968 bis Dezember 1988 war Biľak Mitglied des Präsidiums des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (ÚV KSČ). Vom November 1968 bis Dezember 1988 war er Sekretär des ÚV KSČ und verfügte über bestimmten Einfluss über die Außenpolitik und Ideologie. 1960 bis 1989 war er Abgeordneter im tschechoslowakischen Parlament.

Im Jahre 1968 gehörte er dem konservativen Flügel der KSČ an und gehörte zu denjenigen, die den „Einladungsbrief[1] unterzeichneten, in dem man eine sowjetische Intervention forderte.[2] Er unterstützte die Politik der sogenannten Normalisierung von konservativen, neostalinistischen Positionen ausgehend. Im Dezember 1989 wurde er aus der KSČ ausgeschlossen. Biľak starb 96-jährig am 6. Februar 2014 in Bratislava.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Karner: Der "Prager Frühling" - Moskaus Entscheid zur Invasion. In: Das Parlament. 58 (2008), H. 20, ISSN 0479-611X, S. 6-12. (online)
  2. Kieran Williams: The Prague Spring and its aftermath: Czechoslovak politics 1968-1970. Cambridge University Press, 1997, ISBN 0-521-58226-1.
  3. Vasil Bilak gestorben. In: Prager Zeitung vom 6. Februar 2014 (abgerufen am 6. Februar 2014).