Vatel (Film)

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Vatel ist ein französisch-britisch-belgisches Filmdrama von Roland Joffé aus dem Jahr 2000.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt im Jahr 1671 in Frankreich. François Vatel ist für die Hofhaltung des Prinzen de Condé verantwortlich. Dieser organisiert dreitägige Festivitäten, mit denen er seinen Herrn, den König Ludwig XIV., gnädig und freigiebig stimmen will.

Der mit dem Hofstaat angereiste Monsieur, der Bruder des Königs, Philippe d'Orleans, begehrt einen der Küchenjungen Vatels, jedoch vergebens, und Vatel beschützt den Jungen fortan vor den Intrigen des Hofes. Auch Vatel wird von Philippe begehrt, weist ihn ab, erringt aber seine Achtung. Philippes Leute verteidigen Vatel, als dieser von den Dienern des eifersüchtigen Marquis de Lauzun verprügelt werden soll. Während einer der Veranstaltungen stirbt hinter den Kulissen ein Diener, weil er bei einem Unfall durch ein abgerutschtes Haltetau erdrosselt wird. Vatel betrauert den Tod des ihm nicht besonders gut bekannten Mannes, während die Zuschauer ahnungslos die Vorstellung genießen.

Vatel verliebt sich in die Geliebte des Königs, Anne de Montausier. Als die Vögel von Montausier für medizinische Zwecke getötet werden sollen, opfert Vatel stattdessen seine Papageien. Daraufhin verbringt die dankbare Adelige intime Stunden mit Vatel. Noch in der gleichen Nacht wird Anne zum König gerufen, der sich aber schon mit einer anderen Geliebten getröstet hat. Der Marquis de Lauzun erpresst Anne mit dem Wissen um die Beziehung zu Vatel, um eine Liebesnacht mit ihr zu erzwingen.

Vatel wird von seinem Herrn, dem Prinzen von Condé beim Kartenspiel an den König verloren, woraufhin er nach Versailles geschickt werden soll. Er schreibt einen Brief an Montausier, in dem er die persönliche Freiheit preist und begeht Selbstmord. Dem König erklären seine Höflinge, Vatel habe Selbstmord wegen der Verspätung einer Fischlieferung begangen.

Kritiken[Bearbeiten]

David Stratton schrieb in der Zeitschrift Variety, der Film beweise, dass Geld und technisches Können ein gutes Drehbuch und kreative Regie nicht ersetzen können.[1]

Peter Travers schrieb in der Zeitschrift Rolling Stone vom 15. Februar 2001, der Film „verschwende“ viel Geld in die Rekonstruktion des Hofes des Ludwigs XIV. und vernichte dann den Effekt mit einem „ausgehungerten“ Drehbuch. Der Film markiere einen neuen Tiefpunkt in der Karriere von Roland Joffé.[2]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, der Film sei ein „in opulenten Bildern entwickeltes, hervorragend gespieltes Historiendrama“. Er beleuchte „über die sensible Liebesgeschichte hinaus das brisante Verhältnis zwischen Aristokratie und Volk“, überfrachte jedoch nicht „die sinnenfrohe Grundstimmung mit gesellschaftspolitischen Diskursen“.[3]

Rotten Tomatoes schrieb, der Film beruhe auf einer wahren Geschichte und lobte seine visuelle Seite.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 2001 in der Kategorie Bestes Szenenbild für den Oscar nominiert.

Robert Fraisse gewann im Jahr 2000 den Silbernen Frosch des polnischen Festivals Camerimage. Jean Rabasse gewann 2001 für das Produktionsdesign den César, Yvonne Sassinot de Nesle wurde für die Kostüme für den César nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film hatte seine Weltpremiere am 10. Mai 2000 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. [5] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 36 Millionen US-Dollar. Der Film wurde in den USA in ausgewählten Kinos gezeigt, in denen er ca. 50.000 US-Dollar einspielte. In Frankreich zählte man über 500.000 Kinozuschauer. [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.rottentomatoes.com, abgerufen am 28. Juli 2007
  2. Kritik von Peter Travers, abgerufen am 28. Juli 2007
  3. Vatel im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 28. Juli 2007
  4. www.rottentomatoes.com, abgerufen am 28. Juli 2007
  5. www.rottentomatoes.com, abgerufen am 28. Juli 2007
  6. Box office / business für Vatel, abgerufen am 28. Juli 2007

Weblinks[Bearbeiten]