Vater der Braut (1950)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Vater der Braut
Originaltitel Father of the Bride
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Vincente Minnelli
Drehbuch Frances Goodrich, Albert Hackett nach Edward Streeter (Vorlage)
Produktion Pandro S. Berman
Musik Adolph Deutsch
Kamera John Alton
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

Vater der Braut ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahre 1950. Die nach dem gleichnamigen Roman von Edward Streeter (deutscher Titel früher auch Der Brautvater) von Vincente Minnelli inszenierte Komödie mit Spencer Tracy in der Titelrolle handelt von einem Vater, dem es schwerfällt, seine erwachsene Tochter in die Ehe zu entlassen.

Handlung[Bearbeiten]

Der Rechtsanwalt Stanley Banks hat gerade die strapaziöse Hochzeitsfeier seiner Tochter hinter sich und erinnert sich an die vergangenen drei Monate:

Er lebt mit seiner Frau Ellie und seinen drei Kindern, einer erwachsenen Tochter und zwei jüngeren Söhnen in einem kleinen Haus, das noch nicht zur Gänze abbezahlt ist, am Rande von Los Angeles. Eines Tages eröffnet seine Tochter ihren Eltern, dass sie beabsichtigt zu heiraten. Ellie ist ganz angetan, Stanley jedoch fällt aus allen Wolken. Er überlegt, wer derjenige sein könnte und geht gedanklich die Reihe der jungen Männer durch, die seine Tochter in der letzten Zeit angeschleppt hat und ist sich sicher, keinen der Kandidaten leiden zu können.

Doch die Dinge nehmen ihren Lauf, ohne dass Stanley etwas dagegen unternehmen kann. Wie bei Hochzeiten üblich, nehmen die Frauen das Heft in die Hand. Er versucht so gut es geht mitzuspielen. Als es jedoch um die Kosten geht, muss er einschreiten. Doch auch hier hat er keine Chance. Für die Hochzeitsfeier, die im elterlichen Haus stattfinden soll, wird eine Hochzeitsagentur beauftragt, die prompt das halbe Erdgeschoss umbauen will. Stanley versucht, durch Reduzierung der Gästezahl die Kosten zu drücken. Aber vergeblich. Noch dazu will er seinen alten Cut anziehen, der ihm viel zu klein ist. Das kann auch jeder außer Stanley erkennen. Schließlich fügt er sich und ein neuer Cut wird geschneidert. Doch Stanley fühlt sich überfordert. Nachts hat er Albträume von der Trauungszeremonie, die in seiner Vorstellung nur aufgrund seines Unvermögens zur Blamage wird.

Als seine Tochter die Hochzeit aufkündigen will, weil ihr Verlobter Buckley ihr ein, wie sie findet, unmögliches Geschenk macht, wittert Stanley Morgenluft. Doch statt den verhassten Schwiegersohn in spe davonzujagen, vermittelt er zwischen den beiden.

Schließlich läuft aber alles wie geplant, die Trauung ist wunderbar, der anschließende Empfang wird ein Erfolg, jedoch mit einem Wermutstropfen. Stanley schafft den ganzen Abend nicht, mit seiner Tochter zu tanzen oder sie zumindest zum Abschied zu küssen, als das Paar in die Flitterwochen aufbricht. So bleibt ihm nur ein letztes Telefongespräch mit seiner Tochter, die ihn vom Bahnhof anruft. So bleiben Stanley und Ellie am Ende geschafft, aber glücklich in einem chaotischen Wohnzimmer zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Um die Titelrolle hatte sich zunächst Jack Benny bemüht, dem die Produzenten dann jedoch Spencer Tracy vorzogen.[1]
  • Die Dreharbeiten für den Film fanden im Januar 1950 statt.
  • Ein Grund für den immensen Erfolg des Films war die Tatsache, dass Elizabeth Taylor zwei Tage vor der Premiere des Films tatsächlich geheiratet hatte.[2]
  • Für die Gestaltung der Traumsequenz, die Stanley Banks in der Kirche zeigt, war der spanische Surrealist Salvador Dalí verantwortlich.
  • Die Verleihmieten, die der Film errang, betrugen 4 Mio Dollar. Insgesamt spielte er 8,8 Mio. Dollar ein.
  • 1951 wurde unter dem Titel Ein Geschenk des Himmels eine Fortsetzung gedreht, in der Stanley Banks sich mit seiner Rolle als Großvater zurechtfinden muss. Der Film wurde wiederum von Vincente Minnelli inszeniert und von Pandro S. Berman produziert, auch dieselben Schauspieler spielten wieder mit.
  • 1961 lief im US-amerikanischen Fernsehen eine 30-teilige Fernsehserie unter dem Titel Father of the Bride, in der andere Schauspieler die Rollen übernahmen.[3]
  • Eine Neuverfilmung erschien 1991 mit Steve Martin, Diane Keaton und Kimberly Williams in den Hauptrollen, siehe Vater der Braut (1991).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Humorvoll übermütige Komödie, von den Hauptdarstellern glänzend gespielt.“ – film-dienst[4]
  • „Die lustspielhafte Einbeziehung kirchlicher Zeremonien mindert den Unterhaltungswert dieser sonst humorvollen Komödie.“ – 6000 Filme[5]
  • „Das doppelbödig-komödiantische Hochzeitsstück mit einer Glanzrolle für Tracy vermittelt ironische Einblicke ins amerikanische Familienleben der 40er Jahre.“ (Wertung: 3 Sterne = sehr gut) – Lexikon „Filme im Fernsehen“[6]
  • „Ein heiteres und gemütvolles Lustspiel um einen Vater, dem nur Zug um Zug die Einwilligung für die Heirat seiner Tochter abgerungen werden kann.“ (Evangelischer Filmbeobachter)[7]

Fernsehen[Bearbeiten]

Die deutsche Erstausstrahlung im Fernsehen fand am 25. Dezember 1969 im ZDF statt.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Der Vater der Braut. Warner Home Video 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • Edward Streeter: Vater der Braut. Roman (Originaltitel: Father of the Bride). Deutsch von Hans Grave. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1994, ISBN 3-548-23365-1, 157 S.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brenda Maddox: Who’s Afraid of Elizabeth Taylor? A Myth of Our Time. Evans, New York NY 1977, ISBN 0-87131-243-3, S. 82.
  2. Trivia in der Internet Movie Database (englisch)
  3. Father of the Bride in der Internet Movie Database (englisch)
  4. Vater der Braut im Lexikon des Internationalen Films
  5. 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945–1958 (= Handbuch der katholischen Filmkritik. Bd. 5). 3. Auflage. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 456.
  6. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. 8500 Spielfilme TV – Video – Kabel. 2. Erweiterte Auflage. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 869.
  7. Kritik Nr. 138/1951