Vaterland (Roman)
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Vaterland (Originaltitel: Fatherland) ist ein 1992 erschienener Roman des englischen Schriftstellers Robert Harris.
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[Bearbeiten] Inhalt
Der Autor gibt vor, dass die Weltgeschichte ab 1942 einen anderen Verlauf genommen hat: Die Alternativweltgeschichte in Form eines Kriminalromans handelt in einem fiktiven Deutschland des Jahres 1964, das den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat. Europa wird von den Nationalsozialisten beherrscht, mitsamt Großbritannien und dem europäischen Russland. Die restliche UdSSR befindet sich nach wie vor im Krieg mit dem Deutschen Reich.
Die USA unterstützen Russland mit Hilfslieferungen und befinden sich im „Kalten Krieg“ mit Deutschland. Durch die amerikanische Atombombe und die deutschen „V-3“-Interkontinentalraketen ist ein nukleares Patt zwischen den beiden Mächten entstanden. Entspannung ist jedoch in Sicht: US-Präsident Joseph P. Kennedy wird zu einem ersten Staatsbesuch erwartet. Anlass ist der 75. Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April.
Im Mittelpunkt der Handlung des Buches steht der Kripo-Sturmbannführer Xaver März, der als Mordfahnder in Berlin tätig ist. Er wird mit der Aufklärung eines Mordes an einem Parteifunktionär beauftragt, aber schon kurze Zeit später wieder von dem Fall abgezogen. Als er dennoch weiterermittelt, stellt er fest, dass der Mord mit einem 22 Jahre alten Geheimnis zusammenhängt, das bis in die oberste Riege der nazionalsozialistischen Führung hineinreicht. Es gelingt ihm schließlich, Details zum Holocaust aufzudecken, der bisher immer geleugnet wurde. Die Vernichtung der europäischen Juden könnte nun bewiesen werden, wenn es März gelänge, das von ihm gefundene belastende Material, Dokumente über die Wannseekonferenz und die Endlösung, außer Landes zu bringen – in die Schweiz, das einzige Land in Zentraleuropa, welches kein Satellitenstaat des deutschen Reiches ist.
Diese Aufgabe übernimmt schließlich März' Geliebte, die amerikanische Journalistin Charlotte „Charlie“ Maguire. Er selbst lockt die Häscher der SS in eine andere Richtung und wird auf dem Grund und Boden des einstigen Konzentrationslagers Auschwitz gestellt, wo unter der scheinbar unberührten Landschaft nur noch alte Mauersteine belegen, dass der Holocaust Wirklichkeit war.
[Bearbeiten] Veröffentlichungsgeschichte
Die Originalausgabe erschien 1992 bei Hutchinson, London. In Deutschland lehnten viele Verlagshäuser den im englischsprachigen Raum bereits erfolgreichen Roman ab. Schließlich veröffentlichte der Schweizer Haffmans Verlag das Buch 1992 in deutscher Sprache; die Übersetzung ist von Hanswilhelm Haefs. 1996 wurde der Roman vom Heyne-Verlag auch in Deutschland veröffentlicht.
[Bearbeiten] Personen
Für die deutsche Übersetzung wurde der Protagonist Xavier March in Xaver März umbenannt. Bei einigen im Buch vorkommenden Charakteren handelt es sich um fiktive Personen, die meisten der nazionalsozialistischen Funktionäre haben hingegen tatsächlich gelebt, so z. B. Josef Bühler, Wilhelm Stuckart, Martin Luther, Odilo Globocnik (in der deutschen Ausgabe fälschlich Globocznik geschrieben) und Arthur Nebe.
[Bearbeiten] Verfilmung
Der Roman wurde im Jahr 1994 unter der Regie von Christopher Menaul und mit Rutger Hauer in der Hauptrolle verfilmt, wich dabei jedoch – besonders am Ende – von Harris’ Romanvorlage ab. Der Film trägt wie das Buch den Titel Vaterland.
[Bearbeiten] Literatur
- Robert Harris: Vaterland. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-07205-7

