Vauxhall Gardens

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Ansicht von Vauxhall Gardens, 1751

Vauxhall Gardens war der erfolgreichste und der am längsten bestehende Vergnügungspark Londons. Er lag am Südufer der Themse in Kennington, etwa gegenüber der heutigen Tate Gallery am Nordufer. Ein kleiner Teil der Anlage hat sich der Park Spring Gardens erhalten.

1660 eröffnet, schlossen die Vauxhall Gardens ihre Tore im Zuge der damaligen Stadtentwicklung im Jahr 1859. Lange, zum Teil gut beleuchtete Alleen luden zum Flanieren ein; andere Teile des Parks lockten mit verschwiegenen Winkeln, verstreuten Pavillons sowie supper rooms. Außerdem wurde musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau geboten. Höchst populär war zum Beispiel Händel; ihm zu Ehren wurde 1738 im Park eine Statue in Lebensgröße aufgestellt, eine der ersten großen Arbeiten von Louis-François Roubiliac. Weitere Attraktionen waren regelmäßige Feuerwerke sowie – ab dem späten 18. Jahrhundert – Ballonaufstiege.

Die Vauxhall Gardens und ihre Bedeutung für das gesellschaftliche Leben im London der damaligen Zeit findet sich auch in der Literatur wieder. Georgette Heyer verlegte zum Beispiel die Schlussszene ihres Romans „Die Vernunftehe“, in der das Ehepaar endlich zueinander findet, in den Vergnügungspark. Nachdem alle beteiligten Personen „mit Kutsche und Boot“ eingetroffen sind, vermittelt die Schriftstellerin mit der Handlung auch einige Eindrücke vom Unterhaltungsangebot und von der Gestaltung der Parkanlage: „... Beim Pavillon angelangt, sahen sie, dass außer dem Ball und anderen für die Kurzweil des Publikums vorgesehenen Unterhaltungen auch noch in der Konzerthalle ein Oratorium (Susanna von Händel) aufgeführt wurde.“ Im weiteren Verlauf des Geschehens werden außerdem noch (Karten-)Spielzimmer, verborgene Bänke, kleine Tempel und Lauben, von farbigen Lampen beleuchtete Wege sowie Säulengänge bemüht.

Die Eigentümer von Vauxhall gingen 1840 pleite und der Garten wurde geschlossen. Er wurde zwar 1841 wieder eröffnet, aber dann 1859 endgültig geschlossen.

Nach dem Londoner Vorbild breitete sich eine Welle von Vauxhalls zunächst über England, dann auch über den Kontinent aus und unterstützte eine Veränderung der Sitten hin zu mehr Geselligkeit und Vergnügen, zur gleichen Zeit, als sich das entstehende Bürgertum weigerte, sich unter die Vergnügungen des einfachen Volkes zu mischen, das seit jeher im Freien oder unter auf öffentlichen Plätzen errichteten Lauben tanzte - stattdessen zog man sich nun in eigens errichtete Räume zurück. Die Vauxhall Gardens wurden zum Vorbild für zahlreiche ähnliche Institutionen, viele davon übernahmen den Namen einer Einrichtung im Pariser Osten, des so genannten Vauxhall-Tivoli, darunter das bis heute bestehende Tivoli in Kopenhagen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bamber Gascoigne: Encyclopedia of Britain. BCA, London, New York, Sydney, Toronto 1993, ISBN 0-333-54764-0, S. 667.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vauxhall Gardens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.486666666667-0.12194444444444Koordinaten: 51° 29′ 12″ N, 0° 7′ 19″ W