Sozialverband VdK Deutschland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von VdK)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sozialverband VdK Deutschland
Logo
Typ gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 1950
Sitz Bonn-Bad Godesberg, Deutschland
Personen

Ulrike Mascher

Schwerpunkt Sozialpolitik, Sozialrecht
Mitglieder 1,6 Millionen
Website http://www.vdk.de[1]

Der Sozialverband VdK Deutschland e. V. (VdK) ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in Bonn-Bad Godesberg. Gegründet wurde er 1950 in Düsseldorf.

Gegenüber der Politik und den Sozialgerichten vertritt der Sozialverband VdK Deutschland die sozialen und politischen Interessen unter anderem von Menschen mit Behinderungen, von chronisch Kranken, von Senioren und Rentnern sowie von Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern. Der Verband ist politisch und konfessionell unabhängig.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Werte soziale Gerechtigkeit und Solidarität, Hilfe zur Selbsthilfe und der Erhalt der sozialen Sicherungssysteme. Die Themen, die der Verband aufgreift, reichen von Renten-, Gesundheits- und Sozialpolitik bis hin zu Bioethik und Patientenrechten.

Auf europäischer Ebene ist der Sozialverband VdK Deutschland in der Dachorganisation der Behindertenverbände, der Action Européenne des Handicapés (AEH), aktiv. Er ist unter anderem auch Mitglied im Deutschen Behindertenrat (DBR), im Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie in verschiedenen Gremien.

Als unabhängiger politischer Akteur gestaltet der Sozialverband VdK die deutsche Sozialpolitik mit und bringt sich in die Gremien der Bundes- und Landespolitik ein. Etwa 70.000 ehrenamtliche und 1500 hauptamtliche Mitarbeiter sind bundesweit für den Verband tätig.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1950 als Dachverband der Landesverbände unter dem Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ in Düsseldorf gegründet, trägt der Verband seit 1994 offiziell den Namen Sozialverband VdK Deutschland.

Bereits in den Jahren 1945 und 1946 haben sich die ersten Verbandsgliederungen gebildet. In Städten und Gemeinden gründeten sich Selbsthilfegruppen, die nach Kriegsende die Interessen von Kriegsbeschädigten, Witwen und Waisen gegenüber der Verwaltung vertraten. Die Gründung der einzelnen VdK-Landesverbände erfolgte schrittweise: Bayern (1946), Saarland (1947),Rheinland-Pfalz (1947), Baden-Württemberg (1947), Nordrhein-Westfalen (1948), Schleswig-Holstein (1948), Niedersachsen (1949), Hamburg (1951) und Berlin (1952). 1991 kamen die neuen Bundesländer hinzu.

Im Saarland bestand von 1947 bis 1959 eine eigenständige Organisation: Die Vereinigung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes.

Heute ist der Sozialverband VdK in dreizehn Landesverbänden und rund 9.000 Ortsverbänden organisiert. Derzeit hat er 1,7 Millionen Mitglieder und ist der größte Sozialverband Deutschlands. Er ist nach § 5 Körperschaftssteuergesetz als gemeinnütziger Verein anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit.

2012 schloss sich der Sozialverband VdK dem Bündnis Umfairteilen an.[2]

Die Geschichte der Kriegsopfer im Saarland in der Zeit von 1945 bis 1959[Bearbeiten]

Der Werdegang der VKS zum VdK[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen, die Kriegsbeschädigten, die Kriegshinterbliebenen (Kriegerwitwen und Kriegerwaisen) zu unterstützen und eine Organisation aufzubauen, die die Interessen der Kriegsopfer vertreten sollte. Die Not der Menschen führte dazu, dass manche gleich von 1945 an Versuche unternahmen, die Not der Kriegsgeschädigten und Kriegshinterbliebenen etwas zu lindern. Aus diesem Grund kam man auf die Idee, eine Organisation zu schaffen, die den Opfern helfen sollte, ihre Rechte durchzusetzen. In einer Schrift heißt es: Das Gesamtbild der Versorgung kann (zur damaligen Zeit) nur als sehr primitiv bezeichnet werden. Ältere Menschen, die diese Kriegsopferversorgung noch vom Ersten Weltkrieg kannten, wandten sich nun an die jüngere Generation, um ein neues Konzept zu erarbeiten, das den Opfern helfen sollte. Bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es im Saarland eine Kriegsopfervereinigung, den „Saarverband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen“. Zur Zeit der Nationalsozialisten wurde daraus der NSKOV (Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung). Der Zweite Weltkrieg hatte in allen Lebensbereichen ein bisher nicht vorstellbares Chaos hinterlassen, in dem sich die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen unter erschwerten Umständen zurechtzufinden hatten. Zehntausende von Kriegsopfern sahen zunächst als Einzelperson keine Möglichkeit, ihre Ansprüche auf Versorgung mit Nachdruck zu vertreten. Bereits im Jahre 1945 wurde der Versuch unternommen, durch Schaffung einer gemeinsamen Organisation wenigstens die dringlichsten Maßnahmen bei der französischen Militärregierung, bzw. Verwaltungskommission, durchzusetzen. Jedoch zeigte sich die Militärregierung ablehnend gegenüber einer solchen Organisation, da eine Vereinigung von ehemaligen Soldaten der Militärregierung sehr suspekt war, da man einerseits allen solchen Vereinigungen mit großem Misstrauen begegnete und zum anderen, weil Bedenken grundsätzlicher Art geltend gemacht wurden, die sich auf den propagandistischen Missbrauch stützen, der in der Vergangenheit mit den Kriegsopfern getrieben worden war. Erst Anfang März 1946 konnte die erste konstituierende Sitzung von sozialpolitisch interessierten Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Gebäude der Einheitsgewerkschaft Saarbrücken stattfinden. In dieser Sitzung wurde die erste Satzung ausgearbeitet und damit der Grundstein zur Kriegsopfervereinigung des Saarlandes gelegt. In der Satzung von 1946 heißt es im § 2 Zweck und Ziel der Vereinigung unter anderem: Die Vereinigung erstrebt den Zusammenschluss aller Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Stellung, Verbesserung auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung im Allgemeinen, im Versorgungs- und Fürsorgewesen und in der Versorgungsrechtsprechung. Da mit einer schnellen Genehmigung einer Organisation nicht zu rechnen war, wurde eine „Beratungsstelle für Kriegsopfer und Sozialrentner des Saargebietes“ gebildet. Dort liefen zu Hunderten die Anträge auf Versorgung und Fürsorge ein. Ihre Bearbeitung erfolgte in einem kleinen Büro, das mit geliehenen Möbeln und Schreibmaschinen ausgestattet war. Die Finanzierung sollte durch Erhebung von Unkostenbeiträgen aufgebracht werden, doch diese Beiträge reichten bei weitem nicht aus. Inzwischen wurde ein weiterer Satzungsentwurf ausgearbeitet und der Militärregierung zugestellt. Nach Überwindung zahlloser Schwierigkeiten konnte endlich am 12. Januar 1947 im Johannishof in Saarbrücken die Gründungsversammlung der Vereinigung durchgeführt werden. Der daraufhin einsetzende Organisationsaufbau konnte jedoch nicht ungestört erfolgen. Die ursprünglich von dem damaligen Gouverneur erteilte Genehmigung wurde vom Oberkommandierenden der französischen Besatzungszone wieder zurückgezogen. Am 17. März 1947 wurde dann die endgültige Genehmigung erteilt. Nach Überwindung zeitbedingter Schwierigkeiten wurde die allgemeine Versammlungstätigkeit im Jahre 1948 aufgenommen. Erster Landesvorsitzender war Karl Hoppe. Bei der Gründung waren 18 Ortsgruppen und Ende 1947 schon 130 Ortsgruppen mit 8165 Mitgliedern zu verzeichnen. Sieben Jahre später waren es schon fast 50.000 Mitglieder. Diesen Zahlen verdeutlichen, wie wichtig eine Organisation wie der VKS zu der Zeit war. Die Vereinigung kämpfte weiterhin für das Recht der Kriegsopfer und Hinterbliebenen, und sie kam Schritt für Schritt ihrer Vorstellung entgegen, wie die Versorgung der Kriegsopfer auszusehen hatte. Die Ortsgruppen veranstalteten Weihnachtsfeiern für die Kriegswaisen, organisierten Brennmaterial, veranstalteten Kaffeekränzchen. Im Jahre 1955 erfolgte im Saarland die „Saarabstimmung“. Dadurch stellte sich für die VKS die Frage, wie es weitergehen sollte. Man entschied sich für den Anschluss an den VdK Deutschland, was dann im Januar 1959 vollzogen wurde.

Die VKS–Siedlungen[Bearbeiten]

Einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau des Saarlandes leistete der VKS bis weit in die 60er Jahre. Am Ende des Zweiten Weltkrieges standen nicht nur die unersetzlichen Verluste an Menschenleben, sondern auch kaum zu übersehende materielle Schäden. So war durch die Vernichtung zahlloser Häuser die Beschaffung von Wohnungen zu einem Problem erster Ordnung geworden, dem auch die Kriegsopfer nicht müßig gegenüberstanden. Um die aktuelle Wohnungsnot zu lindern, wurden von Gemeinden und Regierung Wohnbauprogramme aufgelegt, doch diese allein reichten nicht aus. 1937 wurde bereits ein Heimstättengesetz erlassen, bei dessen Ausführung die NSKOV die ersten Siedlungen erbaute. Nach dem Kriege führte man diese Entwicklung weiter. Die Siedlungen der ehemaligen NSKOV wurden im Dezember 1950 von der Regierung des Saarlandes der Vereinigung lastenfrei übertragen. Es handelt sich hier um Grundstücke und Siedlungen in Gersweiler, Malstatt – Burbach, Orscholz, Homburg – Beeden, Schwarzenbach, Landsweiler – Reden und Wemmetsweiler. Lange Verhandlungen mit der französischen Besatzungsmacht gingen der Übertragung voraus, weil das Vermögen als Nazi – Geld be-schlagnahmt wurde. Das erste Beispiel einer geschlossenen VKS-Siedlung der Kriegsopfer wurde in St. Ingbert im Jahre 1950 gegeben. Angespornt durch dieses Beispiel entstanden in den folgenden Jahren weitere Notgemeinschaften der Kriegsopfer, denen es unterdessen gelang, etwa 400 Neubauten zu erstellen. Dabei unterstützten sich die Mitglieder gegeneinander selbst.

Bau eines Erholungsheimes[Bearbeiten]

Seit mehreren Jahren bereits plante der Landesvorstand die Errichtung eines eigenen Erholungsheimes für die Kriegsopfer. Dieser Plan war jedoch aus eigenen Mitteln der Vereinigung nicht durchzuführen. Im Jahre 1951 wurde deshalb die Saarländische Kriegsopfer-Lotterie ins Leben gerufen, deren Gewinne restlos für die Errichtung eines Erholungsheimes zur Verfügung stehen sollten. Leider mussten im März 1952 die weiteren Ausspielungen der Lotterie eingestellt werden. Als einmalige Ablösungsgebühr gewährte jedoch die Regierung des Saarlandes der Vereinigung einen Betrag von 20 Millionen Franken. Aus den bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführten Ausspielungen war der Vereinigung ein Reingewinn von 6 815 291,- Frs. verblieben, so dass zunächst für den vorgesehenen Zweck 20 815 291,- Frs. zur Verfügung standen. Nach eingenhänder Prüfung der jeweiligen örtlichen und sonstigen Verhältnissen entschied man sich für ein von der Gemeinde Besseringen kostenlos zur Verfügung gestelltes Baugelände. Am 19. Juni 1954 wurde in einer Feierstunde das „Haus Sonnenwald“ offiziell eingeweiht.

Präsidenten des Sozialverbands VdK[Bearbeiten]

An der Spitze des Sozialverbands VdK steht ein Präsident. Seit 1950 waren dies:

Landesverbände des Sozialverbands VdK[Bearbeiten]

Der Sozialverband VdK besteht aus dreizehn Landesverbänden mit seinen Verbandsstufen auf Bezirks-, Kreis- und Ortsebene sowie seinem Bundesverband, dem Sozialverband VdK Deutschland.

  • Sozialverband VdK Baden-Württemberg, Stuttgart
  • Sozialverband VdK Bayern, München
  • Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg, Berlin
  • Sozialverband VdK Hamburg, Hamburg
  • Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main
  • Sozialverband VdK Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin
  • Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen, Oldenburg
  • Sozialverband VdK Nord, Oldenburg (für Schleswig-Holstein)
  • Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz, Mainz
  • Sozialverband VdK Saarland, Saarbrücken
  • Sozialverband VdK Sachsen, Chemnitz
  • Sozialverband VdK Sachsen-Anhalt, Halle

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Verband 1637 der "Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern". 4,6 MB, PDF
  2. Christian Weßling (Redaktion): Wir, Unterseite auf umverteilen.de, abgerufen am 30. September 2012
  3. Ulrike Mascher zur neuen VdK-Präsidentin gewählt.