Vegesack
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Stadtteil von Bremen Vegesack |
||
|---|---|---|
| Basisdaten | Rang | |
| Fläche: | 11,86 km² | 13/23 |
| Einwohner: | 34.455 | 7/23 |
| Bevölkerungsdichte: | 2.905 Einwohner je km² | 9/23 |
| Ausländeranteil: | 14,4 % | 9/23 |
| Arbeitslosenquote: | 23,6 % | 7/23 |
| (Stand der Angaben: 31. Dez.. 2005) | ||
| Koordinaten: | 53° 10′ N, 8° 38′ OKoordinaten: 53° 10′ 7″ N, 8° 37′ 30″ O | |
| Ortsteile: | Vegesack Grohn Schönebeck Aumund-Hammersbeck Fähr-Lobbendorf |
|
| Stadtbezirk: | Nord | |
| Ortsamt: | Vegesack | |
| Website: | Ortsamt Vegesack | |
Vegesack (gesprochen: Fegesack, nicht Wegesack) ist ein Stadtteil und seit 1946 Ortsamtsbereich von Bremen und gehört zu Bremen-Nord.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Vegesack liegt an der Mündung der Lesum in die Weser in Bremen-Nord. An Vegesack grenzen im Nordwesten Blumenthal, im Südosten Burglesum und im Norden die niedersächsische Gemeinde Schwanewede. Am gegenüberliegenden Weserufer liegt die niedersächsische Gemeinde Lemwerder.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Name
Der Name Vegesack könnte sich ableiten vom „Feeg-Sack“, also einer Bucht am Fluss, und von einer Gastwirtschaft, in der die Geldbeutel (Sack) sich leerten (fegen). 1453 wurde der Ort Vegesack ausgehend vom Gasthaus „Thom Fegesacke“ erstmals erwähnt.
[Bearbeiten] Vegesack in der Geschichte der Seefahrt
Vegesacks Geschichte ist seit 390 Jahren von Schifffahrt und Schiffbau, Fischfang und Fischverarbeitung geprägt:
- 1817 wurde in Grohn auf der Werft von Johann Lange das erste in Deutschland gebaute Dampfschiff, „Die Weser“, vom Stapel gelassen.
- Die Gründung Bremerhavens 1827/30 verstärkte die schon vorher begonnene Konzentration Vegesacks auf Walfang, Fischfang und Schiffbau.
- 1895 wurde in Vegesack die Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft gegründet.
- 1830 bis 1869 bestand in Vegesack eine Steuermannsschule.
- 1863 wurde von Adolph Bermpohl der Bremische Verein zur Rettung Schiffbrüchiger, einer der Vorläufer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gegründet.
- Anfang des 20. Jahrhunderts war Vegesack der Heimathafen der größten Heringsflotte in Europa.
- Bis 1997 war die 1893 gegründete Großwerft Bremer Vulkan Hauptarbeitgeber.
[Bearbeiten] Chronik
Im 14. Jahrhundert wurde die Weserfähre in Fähr erstmals erwähnt.
Eine Gaststätte für Schiffer entstand am Ende des 16. Jahrhunderts mit einer kleinen Siedlung an der Einmündung der Aue (heute ist dort der Vegesacker Hafen).
Von 1618 bis 1623 wurde der Vegesacker Hafen nach einer Entscheidung des Bremer Senats als erster künstlicher Flusshafen Deutschlands von den Bremer Kaufleuten und vom Haus Seefahrt gebaut, da die Weser flussaufwärts immer mehr versandete und die großen Handelssegelschiffe aufgrund ihres Tiefganges die Schlachte der Bremer Altstadt nicht mehr anlaufen konnten. Schon 1645 bis 1648 entstand das Havenhaus mit einer Gastwirtschaft. Das Dorf hatte nur 40 Haushalte. 1671 übernahm die Stadt Bremen das Hafenbecken.
Als Bremen 1741 im Stader Vergleich große Teile seines Landbesetzes an das Kurfürstentum Hannover abtreten musste, als Preis für die Respektierung seiner Reichsfreiheit, blieben von Vegesack nur Hafenbecken und Hafenhaus bremisch. Erst 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam die Ortschaft Vegesack wieder zu Bremen. Wegen zunehmender Weserversandung konnten die meisten Handelsschiffe auch Vegesack nicht mehr anlaufen. Der Hafen war bald nur noch Winterlager und Instandsetzungsort für die Schiffe.
1811 - 1814 war Vegesack Sitz des gleichnamigen Kantons des französischen Département des Bouches du Weser.
[Bearbeiten] Verwaltungsentwicklung
- 1852 wurde Vegesack zur Stadt erhoben.
- 1875 erfolgte der Zollanschluss der bremischen Exklave Vegesack an den Deutschen Zolllverein.
- 1939 Aufgrund der Vierten Verordnung über den Neuaufbau des Reiches vom 28. September 1939 kam ein Teil des preußisch-hannoverschen Landkreises Osterholz zum 1. November 1939 an Bremen. [1] Dabei wurden die bisher selbständigen preußischen Gemeinden Grohn, Schönebeck, Aumund, Hammersbeck, Fähr und Lobbendorf an Bremen angegliedert.
- 1946 bildeten diese zusammen mit der ehemaligen Stadt Vegesack den Ortsamtsbereich Bremen-Vegesack.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
- 1812: 1.379 Einwohner
- 1883: 3.811 Einwohner (Quelle: Meyers Konversationslexikon)
- 1905: 4.133 Einwohner
- 1960: 35.193 Einwohner
- 2003: 34.505 Einwohner im Stadtteil Vegesack (31. Dezember 2003; Quelle: Statistisches Landesamt Bremen)
- 2004: 34.626 Einwohner im Stadtteil Vegesack (31. Dezember 2004; Quelle: Statistisches Landesamt Bremen)
Der große Sprung in der Einwohnerentwicklung von 1905 bis 1960 erklärt sich in erster Linie durch die Gebietsreform.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das bremische Amt Vegesack führte bis 1850 nur den Bremer Schlüssel im Siegel. Das Vegesacker Wappen wurde, nachdem Vegesack 1851 zur Stadt erhoben wurde und 1879 eine Kommunalverfassung erhalten hatte, im Jahr 1880 von der Stadt Vegesack angenommen und 1882 vom Bremer Senat als Aufsichtsinstanz genehmigt. Vegesack hat das Wappen bis zu seiner Eingemeindung nach Bremen, die 1939 mit dem Verlust der Wappenfähigkeit verbunden war, geführt.
Das Wappen ist schrägrechts geteilt von Silber und Rot und zeigt oben ein rotes Tatzenkreuz und unten den silbernen Bremer Schlüssel. Das rote Tatzenkreuz ist das sogenannte Hanseatenkreuz, eine ursprünglich für die hanseatischen Teilnehmer der Befreiungskriege gestiftete Auszeichnung, die in Bremen noch im Ersten Weltkrieg verliehen wurde. Der Bremer Schlüssel leitet sich aus dem Symbol des heiligen Petrus her, dem Patron des Bistums und der Stadt Bremen[2].
[Bearbeiten] Ortsteile
[Bearbeiten] Vegesack
Fläche 177,3 ha, 6.459 Einwohner
Zentrum des Stadtteils mit vielfältigen Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten in weitläufiger Fußgängerzone.
Sehenswert sind:
- Vegesacker Hafen, 1618–1623 als erster künstlicher deutscher Hafen angelegt; heute Museumshafen
- Hafenhaus, erbaut 1645–1648 als Dienstsitz des Hafenmeisters, 1781/82 umgebaut, jetzt Hotel und Restaurant;
- Kitohaus, im 17./18. Jahrhundert errichtetes Packhaus mit Portal um 1740, heute kulturelle Nutzung (Ausstellungen, Konzerte, Theater und Lesungen), Overbeck-Stiftung mit Sammlung zum Nachlass des Worpsweder Maler-Ehepaares Fritz und Hermine Overbeck; Kito ist eine Ableitung von KistenTod, dem Namen einer ehemals dort ansässigen Kartonagenfabrik
- Evangelische Stadtkirche, klassizistischer Bau von 1819–21, 1832 umgebaut und erweitert;
- Evangelisch-Lutherische Kirche Aumund, neugotischer Backsteinbau von 1876–77;
- Weserpromenade mit Stadtgarten;
[Bearbeiten] Grohn
Fläche 200,8 ha, 6.274 Einwohner
Das ehemalige Fischerdorf Grohn (ursprünglich von „Grohden“ = „künstlich aufgeschwemmtes Land“) liegt an der Lesum und erstreckt sich bis zu deren Einmündung in die Weser. Es gehörte als selbständige Gemeinde ursprünglich zum Königreich Hannover, welches 1866 preußische Provinz wurde. 1939 wurde Grohn nach Bremen eingemeindet und gehört seitdem als Ortsteil zum Ortsamtsbereich Vegesack.
Wichtige Betriebe:
- Norddeutsche Steingut AG, Herstellung keramischer Wand- und Bodenfliesen
- die ehemalige Bremer Textilfabrik (BTF), die unter dem Namen „Kleine Wolke“ Badezimmertextilien in die ganze Welt exportiert
- Stammsitz der Nehlsen AG, Entsorgungs- und Sicherheitsunternehmen mit Standorten in ganz Deutschland
In Grohn befindet sich die 1999 gegründete Jacobs University, vormals International University Bremen (IUB), eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit internationaler Ausrichtung. Lehr- und Forschungssprache ist englisch. Die Einrichtung nutzt Gelände und Baulichkeiten der vormaligen Rolandkaserne.
Sehenswert sind:
- die evangelisch-lutherische Michaelskirche, von 1906 bis 1908 im neuromanischen Stil nach Entwurf des Architekten Karl Mohrmann errichteter Sandsteinbau mit Vierungsturm und Pfarrhaus, die Ausmalung aus der Erbauungszeit ist erhalten;
- die katholische Kirche Zur heiligen Familie, 1987 geweiht;
- das ursprünglich in der Bremer Altstadt befindliche barocke Prunktor von 1665 zum Haus Seefahrt, in den 1950er Jahren hierher versetzt;
- das von 1971 bis 1974 für den Hochwasserschutz errichtete Lesumsperrwerk;
Hörenswert sind:
- die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre der Chorwerkstatt St. Michael
[Bearbeiten] Schönebeck
Fläche 253,3 ha, 5.451 Einwohner
Das im Tal der Vegesacker Aue gelegene Wasserschloss Schönebeck wurde 1686 errichtet. Der barocke Fachwerkbau mit massiv erneuerter Südfront von 1705 ist seit 1972 als Heimatmuseum für Vegesack und Umgebung der Öffentlichkeit zugänglich.
Besondere Ausstellungen behandeln die Themen Segel- und Dampfschifffahrt, Heringslogger und Walfänger, die Anfänge der Seenotrettung sowie die Reisen des Vegesacker Afrikaforschers Gerhard Rohlfs. Darüber hinaus wird das Schloss für Konzerte und Sonderausstellungen genutzt.
In unmittelbarer Nähe des Schlosses befinden sich das dazugehörige Verwalterhaus, ein Fachwerkgebäude von 1780, die in den 1980er Jahren hier neu aufgebaute Schlosskate, welche für private Zwecke gemietet werden kann, sowie die nicht mehr betriebene Wassermühle am Übergang vom Schlossteich zur Vegesacker Aue. Damit Fische das Gefälle im Bereich der Wassermühle überwinden können, wurde im Juli 2006 ein separater Umgehungsbach, die sogenannte Fischtreppe, angelegt.
Adresse: Heimatmuseum Schloss Schönebeck, Im Dorfe 3–5, D-28757 Bremen
[Bearbeiten] Aumund-Hammersbeck
Fläche 317,7 ha, 8.018 Einwohner.
[Bearbeiten] Fähr-Lobbendorf
Fläche 237,1 ha, 8.253 Einwohner
Bis zur Insolvenz und nachfolgenden Schließung 1997 war die Schiffbau- und Maschinenfabrik Bremer Vulkan größter Arbeitgeber in Bremen-Nord. Auf dem ehemaligen Werftgelände des Bremer Vulkans, welches das gesamte Weserufer in Fähr-Lobbendorf einnimmt, befindet sich heute neben diversen anderen neu angesiedelten gewerblichen Betrieben die „Gläserne Werft“, auf der historische Schiffe restauriert und rekonstruiert werden. In der Planung ist, als Abschluss der maritimen Meile Vegesacks an der „Gläsernen Werft“ einen 17 Meter hohen Turm zu errichten, in dem Informationen angeboten und ein Veranstaltungsraum integriert werden sollen.
[Bearbeiten] Denkmale
Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Vegesack
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Stadtbild, Bauwerke, Monumente
- Hafen mit dem Havenhaus und neuerdings Traditionsschiffen.
- Historische Kapitänshäuser, vor allem in der Weserstraße.
- Wasserturm in der Bermpohlstraße.
- Walkiefer am südlichen Eingang der Hafenstraße
[Bearbeiten] Museen
- Das Schulschiff Deutschland liegt seit Mai 1996 in der Lesummündung im Ortsteil Grohn und ist zu besichtigen.
- Das Wasserschloss Schönebeck im Ortsteil Schönebeck beherbergt das Heimatmuseum für Vegesack und Umgebung.
- Im Kito-Haus sind unter anderem die Ausstellungsräume der Stiftung Fritz und Hermine Overbeck untergebracht, in denen Bilder des Worpsweder Künstlerehepaares gezeigt und Sonderausstellungen abgehalten werden.
[Bearbeiten] Theater
Das Statt-Theater-Vegesack führt seit 1989 als semi-professionelle freie Theatergruppe sowohl klassische Stücke als auch Eigenproduktionen vorwiegend im Bürgerhaus Vegesack auf.
[Bearbeiten] Musik
Das KITO, untergebracht in einem alten Packhaus, ist ein Kultur- und Veranstaltungszentrum. Geboten werden Konzerte aus den Bereichen Jazz, Blues, Folk, Chanson und Klassik sowie anspruchsvolles Kabarett bzw. kabarettistisches Theater. Ein Markenzeichen des Hauses ist das alljährliche und mehrtägige Moskito-Kabarettfestival im Herbst.
Ein weiteres Veranstaltungszentrum ist der im ehemaligen Güterabfertigungsgebäude des Vegesacker Bahnhofs untergebrachte „Kulturbahnhof Vegesack“ (kurz: KuBa). Neben verschiedenen kulturellen Veranstaltungen finden hier in unregelmäßigen Abständen Partys verschiedener musikalischer Richtungen statt.
[Bearbeiten] Parks
- Der gut zwei Hektar große Stadtgarten erstreckt sich entlang der Weserpromenade zwischen der Weserfähre und der Gläsernen Werft. Am Fuß der Steilhänge finden sich viele fremdländische Bäume, ein Staudengarten und ein Rosenhang, weiter oben sind Stadtvillen und Kapitänshäuser zu sehen. Von der Weserpromenade und den Aussichtspunkten aus lassen sich der Weserbogen, die Werften und der Schiffsverkehr gut überblicken.
- Schlosspark Schönebeck im Ortsteil Schönebeck.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Das dreitägige Vegesacker Hafenfest findet alljährlich am ersten Wochenende im Juni statt und ist mit rund 200.000 Besuchern, Livemusik, Shanty-Chören, maritimen Attraktionen, einem vielseitigen Begleitprogramm sowie als Treffpunkt vieler großer und kleiner Schiffe die mit Abstand größte Open Air-Veranstaltung in Bremen-Nord.
Das Festival Maritim (Anfang August) bietet entlang des Stadtgartens maritime Livemusik aus vielen Ländern, Shantychöre und Kleinkunst sowie ein Begleitprogramm, unter anderem mit Open-Air-Kino, Kutterpullen und Kindertheater.
Anfang September findet jährlich der Vegesacker Freimarkt auf dem Aumunder Marktplatz und dem Vegesacker Sedanplatz mit der verbindenden Georg Gleistein Straße statt, ein Volksfest mit vielen Fahrgeschäften, Los- und Schießbuden. Im Jahre 2007 wurde der Markt zum 199. Mal durchgeführt.
Der Markt wird vom Vegesacker Jungen eröffnet, einer Symbolfigur für einen Seemann, dem früher in den Vegesacker Hafenkneipen die „Taschen“ geleert wurden (was heute natürlich nicht mehr stattfindet!). Dann folgt der Festumzug quer durch die Innenstadt zum Sedanplatz mit der offiziellen Eröffnung. Am letzten Tag wird der Markt symbolisch beendet, indem die Marktgesche in der Weser versenkt wird.
[Bearbeiten] Religion und Glaubensgemeinschaften
Traditionell ist Vegesack evangelisch-lutherisch geprägt. Daneben leben hier viele Angehörige der römisch-katholischen Kirche, die im römisch-katholischen Dekanat Bremen-Nord im Bistum Hildesheim organisiert sind. In Vegesack befinden sich Gemeinderäume der Zeugen Jehovas und verschiedener Freikirchen. Daneben leben in Vegesack viele Angehörige des Islam. Der Moscheeverein gehört der „Islamischen Föderation Bremen“ an. Daneben leben Konfessionslose, Buddhisten und Juden in Vegesack.
[Bearbeiten] Infrastruktur
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
- Ortsamt Vegesack, Weserstraße 75, 28757 Bremen, Tel.: (0421) 3 61- 7222
- Stadtbibliothek Vegesack, Aumunder Heerweg 87, 28757 Bremen mit 40.000 Medien
- Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Kirchheide 49, 28757 Bremen mit der Volkshochschule Bremen-Nord und der „Friedensschule Bremen“[3]
[Bearbeiten] Verkehr
Vegesack ist über die Autobahn A270 an die A27 angebunden.
Der Bahnhof Bremen-Vegesack ist als Kopfbahnhof Endstation der Bahnlinie Bremen-Vegesack – Bremen-Hauptbahnhof – Verden (Aller), an der auch der Haltepunkt Bremen-Schönebeck liegt.
Der 1961 stillgelegte Personenverkehr auf der Strecke nach Farge, die über 46 Jahre nur für den Güterverkehr genutzt wurde, ist im Dezember 2007 wieder aufgenommen worden. Später soll diese Strecke im Rahmen der S-Bahn Bremen elektrifiziert und bis zum Bremer Hauptbahnhof durchgebunden werden (2011). Bis dahin pendeln zwischen Vegesack und Farge moderne Dieseltriebwagen der NordWestBahn GmbH im Anschluss an die Regionalbahnen.
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen ansonsten mehrere Buslinien der Bremer Straßenbahn AG sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe bzw. Unternehmen.
Eine Fährverbindung mit zwei Fährschiffen verbindet Vegesack mit Lemwerder in Niedersachsen.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- Das Einkaufs- und Erlebniszentrum Haven Höövt am Vegesacker Hafen wurde 2003 eröffnet.
- Die Lürssen-Werft hat ihren Hauptsitz in Bremen-Vegesack.
[Bearbeiten] Bildung
Im Stadtteil Vegesack gibt es 6 Grundschulen, 2 Förderzentren, 2 Schulzentren des Sekundarbereiches I, ein Schulzentrum des Sekundarbereiches II sowie ein Gymnasium.
Im Ortsteil Grohn befindet sich die Jacobs University.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes
- Segelschiffskapitän Georg Gleistein (* 1770 in Fähr; † 1830 in Vegesack) gründete 1824 die Tauwerkfabrik Georg Gleistein & Sohn, weshalb eine Straße nach ihm benannt ist.
- Hermann Grevesmühl (* 1878 in Aumund; † 1954 in Schönebeck) war ein deutscher Musiker, Konzertmeister und Musikpädagoge. Der Grevesmühlweg liegt in Schönebeck.
- Wilhelm Hartmann (* 1844 in Aumund; † 1926 in England) war ein deutscher, später englischer Unternehmer. Er stiftete das Krankenhaus „Hartmannstift“, zunächst Krankenhaus für Vegsack, dann bis 1988 Frauenklinik des Zentralkrankenhauses Bremen Nord. 1877 wurde er Ehrenbürger von Vegesack. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg brachen die Verbindungen zu seiner Heimatstadt ab. Nach ihm ist eine Straße in Aumund benannt.
- Addig Jaburg (* 1819 in Vegesack, † 1875 ebenda) war Porträt- und Stubenmaler. Die Jaburgstraße führt zum Vegesacker Hafen.
- Auf der Werft von Schiffbauer Johann Lange (* 1775 in Vegesack; † 1844 ebenda) lief das erste von einem deutschen Schiffbauingenieur erbaute Dampfschiff „Die Weser“ vom Stapel. Nach ihm ist eine Straße in der Nähe der Aumunder Kirche benannt.
- Friedrich Klippert (* 1862 in Vegesack; † 1934 ebenda) war der erste Direktor der Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft. Die nach ihm benannte Straße verläuft direkt am Hafenbecken.
- Albrecht Poppe (* 1847 in Bremen-Vegesack; † 1907 ebenda) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Nach ihm ist eine Straße in Bremen-Vegesack benannt.
- Der Afrikaforscher Gerhard Rohlfs wurde 1831 in Vegesack geboren. Nach ihm sind die Haupteinkaufsstraße und ein Schulzentrum (ehem. Gerhard-Rohlfs-Gymnasium) in Vegesack benannt. An ihn erinnert ein Denkmal in einer Grünanlage an der Kreuzung Gerhard-Rohlfs-Straße/Schulkenstraße.
- Johann Friedrich Rohr eröffnet die erste Druckerei in Vegesack und war Herausgeber der Zeitung „Vegesacker Wochenblatt“, die vom 10. Mai 1849 an erschien. Aus der Buchtstraße, an der die Druckerei lag, wurde später die Rohrstraße.
- Waltraud Schoppe, geboren 1942 in Bremen-Aumund, 1990 bis 1994 Frauenministerin des Landes Niedersachsen und Gründungsmitglied der Partei Die Grünen.
- Der Journalist Günther Schwarberg, geboren 1926 in Vegesack und dort aufgewachsen, arbeitete mit dem Buch Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm ein in Vergessenheit geratenes Kapitel aus der Endphase der Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus auf.
- Jürgen Trittin, geboren 1954 in Bremen-Vegesack, Bundesminister für Umweltschutz & Reaktorsicherheit a.D. (1998–2005).
[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- 1919 gründete Friedrich Beilken eine Segelmacherei in Vegesack, weshalb die Beilkenstraße in der Nähe des Hafens verläuft.
- Alwin Belger (* 1891; † 1945) war ein deutscher Pädagoge und Schriftsteller. Nach ihm ist eine Straße in Bremen-Vegesack benannt.
- Adolph Bermpohl war Navigationslehrer in Vegesack und gründete den Vorläufer der DGzRS. Nach ihm ist ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS sowie eine Straße in Vegesack benannt.
- Dem Schiffbaumeister Cord Coeper, der als ältester nachweisbarer Schiffbauer ab 1632 am „Alten Tief“, der Auemuendung, Schmackschiffe und Kähne baute, ist ebenfalls eine Straße in Aumund gewidmet.
- Erich Lackner war ein deutscher Ingenieurwissenschaftler österreichischer Herkunft.
- Friedrich Lürßen (* 1851 in Lemwerder; † 1916 in Bremen) war Gründer und Namensgeber der Lürssen-Werft sowie Förderer des Wassersports und von Schiffsrennen. Nahe der Aumunder Kirche ist eine Straße nach ihm benannt.
- Heinrich Meyer, (* 12. November 1869 in Bremen; † 13. Dezember 1942 ebenda) war Werftdirektor beim Bremer Vulkan. In Fähr-Lobbendorf liegt die Heinrich-Meyer-Straße.
- Victor Stanislaus Nawatzki (* 1855 in Oppeln/Oberschlesien, † 1940 in Eisenach) übernahm 1887 die Werft von Johann Lange und fusionierte sie 1893 zusammen mit dem Bremer Kaufmann Franz Ernst Schütte zur Bremer Vulkan Aktiengesellschaft und Maschinenfabrik. Die Nawatzkistraße verläuft nahe dem Vegesacker Schwimmbad.
- Albrecht Wilhelm Roth (* 1757 in Dötlingen; † 1834 in Vegesack) war ein deutscher Arzt und Botaniker. Nach ihm ist die Pflanzengattung Rothia benannt. 1787 erwarb er am Hochufer der Weser ein Gelände zur Anlage eines Gartens, der heute als öffentlicher Stadtgarten dient. Ein Denkmal bei der Vegesacker Kirche sowie eine Straße tragen seinen Namen.
- Diedrich Steilen (geboren 1880 in Driftsethe, gest. 1961 in Bremen) machte sich als Heimatforscher verdient und war 1911 Mitbegründer des Heimatvereins Vegesack und Umgebung e.V.. Nach ihm ist eine Straße in Vegesack benannt.
- Andreas Friedrich Uhthoff (* 1780 in Bremen, † 1860) war Eisengießer. Er gründete 1822 mit großem Erfolg eine Eisen-Kunstgießerei in Vegesack, weshalb eine Straße nahe dem Vegesacker Bahnhof seinen Namen trägt.
- Hermann Friedrich Ulrichs (* 1809; † 1865) war Schiffsbaumeister und Werftbesitzer. Die Straße „Ulrichs Helgen“ verläuft direkt an der ehemaligen Vulkan-Werft.
[Bearbeiten] Literatur
- Diedrich Steilen: Geschichte der brem. Hafenstadt Vegesack. 1926
- Dietrich Schomburg: Geschichtliches Ortsverzeichnis des Landes Bremen. 1964
- Sigrid Hofmann (Hrsg.): Bremen-Nord in den Fünfzigern. Verlag Neegensbargs-Heide,ISBN 3-936984-00-X
- Sophie Hollanders: Vegesack – Alte Bilder einer Hafenstadt, Johann Heinrich Döll Verlag, Bremen, ISBN 3-88808-016-9
- Wendelin Seebacher et al.: Unser ältester Hafen – Eine Chronik des Vegesacker Hafens. Hrsg. STAVE Stadtentwicklung Vegesack GmbH, Bremen 2002, ISBN 3-00-009791-0
- Hartmut Müller, Jürgen Hartwig (Hrsg.); Fähr-Lobbendorf - Leben und Arbeiten im Zentrum des Bremer Nordens. Edition Temmen, Bremen, ISBN 3-86108-610-7
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reiches vom 28. September 1939
- ↑ Staatsarchiv Bremen: Bremer Stadtsiegel. Abgerufen am 7. Mai 2008.
- ↑ http://www.friedensschule-bremen.de/
[Bearbeiten] Weblinks
Mitte | Häfen | Neustadt | Obervieland | Huchting | Woltmershausen | Seehausen | Strom | Östliche Vorstadt | Schwachhausen | Vahr | Horn-Lehe | Borgfeld | Oberneuland | Osterholz | Hemelingen | Blockland | Findorff | Walle | Gröpelingen | Burglesum | Vegesack | Blumenthal

