Veilchenohrkolibri

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Veilchenohrkolibri
Sparkling Violetear (Colibri coruscans) 1.jpg

Veilchenohrkolibri (Colibri coruscans)

Systematik
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Veilchenohrkolibris (Colibri)
Art: Veilchenohrkolibri
Wissenschaftlicher Name
Colibri coruscans
(Gould, 1846)
Verbreitung des Veilchenohrkolibris

Der Veilchenohrkolibri (Colibri coruscans), auch Blaues Veilchenohr oder Großer Veilchenohrkolibri genannt, ist eine Art der Kolibris. Er lebt an den Andenhängen von Venezuela bis ins nordöstliche Argentinien. Der Veilchenohrkolibri gilt aufgrund seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes derzeit nicht als gefährdet.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Kolibri erreicht eine Länge bis zu 14 Zentimeter. Das Gefieder ist blau-grün gefärbt. Weibchen ähneln den Männchen, haben aber oft einen weißen Fleck hinter dem Auge. Das Weibchen legt zwei Eier, die in 17 bis 18 Tagen ausgebrütet werden. Laut einer Sudie von Martina Dubach hat er die geringste mittlere Blut-Luft-Barrierendicke (0,183 µm) und die größte gewichtsspezifische Atemoberfläche aller Vögel (87 cm²/g).[1]

Ziervogelhaltung[Bearbeiten]

Der Veilchenohrkolibri gehört zu den wenigen Kolibriarten, die auch von Privatpersonen als Ziervogel gehalten werden. Sie benötigen jeweils einen Einzelkäfig, da sie aggressiv gegenüber Artgenossen sind. Nur zur Paarung werden Männchen und Weibchen vergesellschaftet. Die Nachzucht ist bereits gelungen, sie gilt jedoch als schwierig.

Unterarten[Bearbeiten]

Bisher sind drei Unterarten des Veilchenohrkolibris bekannt.[2]

  • Colibri coruscans coruscans (Gould, 1846)[3] - Die Nominatform kommt vom Nordwestens Venezuela über Kolumbien bis in den Nordwesten Argentiniens vor.
  • Colibri coruscans rostratus Phelps & Phelps Jr, 1952[4] - Diese Unterart kommt in den Bergen des Amazonasgebietes im Süden Venezuelas vor.
  • Colibri coruscans germanus (Salvin & Godman, 1884)[5] - Diese Subspezies ist im Südosten von Venezuela, in Guyana und dem Norden Brasiliens verbreitet.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

John Gould beschrieb den Veilchenohrkolibri unter dem Namen Trochilus (Petasophora) coruscans. Den genauen Fundort in Südamerika kannte Gould nicht.[3] Erst später wurde er der von Johann Baptist von Spix 1824 neu geschaffenen Gattung Colibri zugeschlagen.[6] Dieser Name ist das spanische Wort für Kolibri und stammt wohl ursprünglich aus der Karibik.[7] »Coruscans« ist das lateinischen Wort für »funkelnd, glitzernd«.[8] »Rostratus« ist das lateinische wort für »geschnäbelt, langschnäbelig«.[9] Auch »germanus« ist lateinischen Ursprungs und bedeutet »Bruder«. Es könnte auch von »germen« für »Ableger« abgeleitet werden.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Martina Dubach: Quantitative analysis of the respiratory system of the house sparrow, budgerigar and violet-eared hummingbird. In: Respiration physiology. Bd. 46, Nr. 1, 1981, ISSN 0034-5687, S. 43–60, doi:10.1016/0034-5687(81)90067-0, PMID 7330491.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  John Gould: Mr. Gould exhibited to the Meeting three new species of the family of Trochilidae, which he thus characterized. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Bd. 14, Nr. 158, 1846, S. 44-45 (online, abgerufen am 19. August 2014).
  •  William Henry Phelps, William Henry Phelps, Jr.: Nine new subspecies of birds from Venezuela. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Bd. 65, 1952, S. 39-54 (online, abgerufen am 19. August 2014).
  •  Osbert Salvin, Frederick DuCane Godman: Notes on Birds from British Guiana Part III. In: The Ibis (= 5. Bd. 2, Nr. 46). 1884, S. 443-452 (online, abgerufen am 19. August 2014).
  •  Johann Baptist von Spix: Avium species novae, quas in itinere annis MDCCCXVII-MDCCCXX per Brasiliam jussu et auspiciis Maximiliani Josephi I. Bavariae Regis Augustissini suscepto colleoit et descripsit. Bd. 1, Impensis editores, München 1824 (online, abgerufen am 21. August 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martina Dubach, S. 43 f
  2. IOC World Bird List Hummingbirds
  3. a b John Gould, S. 44
  4. William Henry Phelps u.a., S. 44
  5. Osbert Salvin u.a., S. 451
  6. Johann Baptist von Spix, S. 80
  7. James A. Jobling S. 113
  8. James A. Jobling S. 119
  9. James A. Jobling S. 338
  10. James A. Jobling S. 172