Veitskapelle (Stuttgart)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Veitskapelle von der oberen Veitstraße aus gesehen
Blick zum Hochaltar
Wandmalereien

Die Veitskapelle ist eine evangelische im spätgotischen Stil erbaute Kirche im Stuttgarter Stadtbezirk Mühlhausen am Neckar und seit dem 15. April 1943 auch die Hauptkirche des Ortes, nachdem die eigentliche Pfarrkirche, die Walpurgiskirche bei einem Luftangriff der Royal Air Force vollständig abbrannte.

Geschichte[Bearbeiten]

Stiftung und Bau[Bearbeiten]

Die Veitskapelle wurde von Reinhard von Mühlhausen, Bürger zu Prag, 1380 gestiftet. Die Grundsteinlegung fand am 21. Mai 1380 statt. 1385 wurde der Bau vollendet.

Stiftungszweck[Bearbeiten]

Die Veitskapelle wurde für Reinhards verstorbenen Bruder Eberhard gestiftet, unter der Voraussetzung, dass jeden Tag eine Seelenmesse zunächst für Eberhard, dann auch für Reinhard zu gehalten würde. Württemberg hat seinen Mühlhausener Besitz in der Folgezeit an die Herren von Neuhausen verkauft, von denen er 1461 an die Herren von Kaltental überging, deren Denkmäler in der Veitskapelle zu finden sind. Mühlhausen wurde ein ritterschaftliches Dorf, das über verschiedene Familien 1728 an die Herren von Palm gelangte und erst 1806 mit dem württembergischen Staatsgebiet wieder vereinigt wurde. Diesem besonderen Umstand ist es zuzuschreiben, dass die Veitskapelle mit ihrer Ausstattung trotz der Reformation, die hier nicht mit der bilderfeindlichen Strenge wie in Württemberg durchgeführt wurde, erhalten blieb.

Verwendung nach der Reformation[Bearbeiten]

Nach der Reformation in Mühlhausen am Neckar um 1556 fand bis in das Jahr 1783 im Sinne des Stifters ein täglicher Gottesdienst statt, der erst völlig eingestellt wurde, nachdem 1813 die Kapelle durchziehenden russischen Soldaten als Magazin gedient hatte. Danach drohte sie zu zerfallen, wurde dann aber durch die Freiherren von Palm, die bis 1927 das Patronat innehatten, aus Anlass des 500jährigen Jubiläums 1874 - 1880 gründlich wiederhergestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Alexander von Heideloff (Herausgeber): Die Kunst des Mittelalters in Schwaben. Denkmäler der Baukunst, Bildnerei und Malerei. Stuttgart 1855-1864, Seite 35-40, Tafel IV, XI.
  • Volker Himmelein: Evangelische Veitskapelle Stuttgart-Mühlhausen. (Große Baudenkmäler; Heft 254). 4. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1998
  • Dörthe Jakobs: Eine ganz besondere „Baustelle“. Die Veitskapelle in Stuttgart-Mühlhausen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 42. Jg. 2013, Heft 3, S. 145–152 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Veitskapelle (Stuttgart-Mühlhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die Webseite der Veitskapelle

48.8436111111119.2313888888889Koordinaten: 48° 50′ 37″ N, 9° 13′ 53″ O