Vellahn

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Vellahn führt kein Wappen
Vellahn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vellahn hervorgehoben
53.40083333333310.96416666666735Koordinaten: 53° 24′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Zarrentin
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 106,48 km²
Einwohner: 2716 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 19260,
19243 (Kützin, Wulfskuhl),
19246 (Camin),
19273 (Melkof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 038848
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 142
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsstr. 4-5, 19246
Zarrentin am Schaalsee
Webpräsenz: www.amt-zarrentin.de
Bürgermeister: Horst Geistlinger
Lage der Gemeinde Vellahn im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Vellahn ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Zarrentin mit Sitz in der Stadt Zarrentin am Schaalsee verwaltet. Am 13. Juni 2004 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Banzin, Bennin, Camin, Kloddram, Melkof und Rodenwalde in die Gemeinde Vellahn eingegliedert.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Vellahn gehören die Ortsteile Banzin, Bennin (mit den Orten Bennin, Schildfeld und Tüschow), Camin (mit den Orten Camin, Kützin und Wulfskuhl), Kloddram, Melkof (mit den Orten Melkof und Jesow) und Rodenwalde (mit den Orten Albertinenhof, Goldenbow, Marsow und Rodenwalde).[3]

Vellahn ist die südlichste und flächenmäßig größte Gemeinde des Amtsbereiches. Die Bundesstraße 5 führt durch die Gemeinde. Durch das Gemeindegebiet fließen die Schaale und die in sie mündende Schilde in südwestlicher Richtung.

Panoramablick auf Vellahn

Geschichte[Bearbeiten]

Vellahn[Bearbeiten]

Um 1170 entstand im damals so genannten Vilan eine romanische Feldsteinkirche. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag. 1230 gehörten der Kirche nach der Aufstellung des Ratzeburger Zehntregisters 14 Dörfer an. Die Wassermühle in Vellahn war 1279 in Besitz des Klosters Zarrentin, ging jedoch 1358 an die Grafen von Schwerin. Die Kirche verfiel und wurde nach 1386 ohne Turm wieder aufgebaut. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lebten in Vellahn 146 Einwohner. Diese Zahl steigerte sich bis 1700 auf etwa 200 und bis 1905 auf 644 Einwohner. Zu dieser Zeit gab es im Dorf eine Dreiklassenschule, einen Arzt, eine Apotheke, fünf Krüge, Läden und Handwerksbetriebe. 2012 wurde der Innenraum der Kirche in eine Winterkirche und ein Gemeindezentrum umgebaut. Das Geld für diesen Umbau stammte aus der Versicherungsleistung für das abgebrannte Pfarrhaus.

Banzin[Bearbeiten]

Banzin wird erstmals 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag erwähnt und zählt auch zu den im Ratzeburger Zehntregister angeführten Dörfern. Der Name Banzin kommt aus dem Polabischen („Ort des Bąča“)[4] und änderte im Verlauf der Geschichte seine Schreibweise. So hieß der Ort 1194 Bansin und 1348 Bantzin.[5] Ursprünglich wurde Banzin als sogenanntes Sackplatzdorf angelegt, einer für den hochmittelalterlichen Landesausbau in der Germania Slavica typischen Siedlungsform, die sich in der Gegend häufig findet und auf eine damit einhergehende Neuordnung der Ackerflächen hinweist. Im Jahr 1230 bestand der Ort aus 17 Hufen und gehörte zum Kirchspiel Vellahn. Das Gut befand sich im Besitz der Lützow. Ab 1800 wechselte das Gut in den Besitz von Ernst August von Laffert, dem zu dieser Zeit auch das Gut Dammereez gehörte. In den Jahren 1840 bis 1850 wurde das ehemalige Gutshaus („Schloß“) neu aufgebaut. Vor dem Ersten Weltkrieg ging das Gut in das Eigentum des Lübecker Bürgermeisters Johann Hermann Eschenburg über. Die Flächen des Gutes wurden in den 1930er Jahren aufgesiedelt, also an Bauern zur eigenverantwortlichen Bewirtschaftung übertragen. Der Ortsteil Banzin ist geprägt durch dörfliche, ländliche Bebauung.

Bennin[Bearbeiten]

Der Ort Bennin wird als Benin in der auf das Jahr 1158 datierten Urkunde Heinrich des Löwen über die anfängliche Ausstattung des Bistums Ratzeburg erstmals urkundlich erwähnt[6] und gehört im Ratzeburger Zehntregister zu den Dörfern des Landes Boizenburg. Die 1503 erbaute Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1682 durch eine Fachwerkkirche mit hölzernem Turm ersetzt.

Camin[Bearbeiten]

Camin wird 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche in Camin bildete nach den Angaben im Ratzeburger Zehntregister von 1230 eine eigene Parochie, zu der die Dörfer Goldenbow, Vietow, Kogel und Dodow sowie die eingegangenen Dörfer Doddin und Holthusen gehörten.

Goldenbow[Bearbeiten]

Das alte Gut Goldenbow gehörte zu den Besitzungen des Geschlechts Lützow. Es war Sitz eines katholisch gebliebenen Teils der Familie. Im 19. Jahrhundert gehörte das Gut zunächst der Familie von Schilden, bevor es 1852 als Familienfideikommiss an Jaspar Friedrich von Bülow und sein Nachkommen gelangte. Das barocke Herrenhaus Goldenbow wurde 1696, wohl als Wasserschloss, errichtet und nach 1852 umgebaut. Zur Gutsanlage gehörte der noch vorhandene runde Wasserturm.

Marsow[Bearbeiten]

Feldsteinkirche in Marsow

Die gotische Feldsteinkirche in Marsow wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet. Seit 1860 hatte die Familie von Bülow das Kirchenpatronat inne. Bülows ließen zunächst im Westen eine Grabkapelle anbauen und 1911/1912 die Kirche komplett umbauen. Dabei erhielt sie im Westen einen Fachwerkturm und ein Eingangsportal. Das Langhaus wurde mit einem Kreuzgratgewölbe eingewölbt. Im Inneren wurden ein Patronatsgestühl, eine Empore, ein Taufstein (von 1834), ein ursprünglich barocker Altaraufsatz, eine barocke Kanzel sowie eine vom Orgelbauer Friedrich Friese III gefertigte Orgel hinzugefügt. Die farbigen Bleiglasfenster entwarfen Wilhelm Schomann (1881–1917) und Fritz Geiges (1853–1935). Die Kirche wird seit 2001 – unterstützt durch den “Förderverein zur Erhaltung der Feldsteinkirche Marsow e.V.” – restauriert.

Melkof[Bearbeiten]

Schloss Melkof

In Melkof liegt an einem eigenen See (Teich) das ehemalige Rittergut Schloss Melkof, das sich heute in Privatbesitz befindet. Die Gesamtanlage wurde erstmals 1471 urkundlich erwähnt. Nur wenige Anlagen in Norddeutschland stellen eine solche Kombination zwischen historistischem Schlossgebäude und klassizistischer Schlosskirche dar.

Rodenwalde[Bearbeiten]

Der deutsch-südafrikanische Geologe Hans Merensky kaufte 1930 von Henning von Bülow das Gut Rodenwalde, das er von dem bekannten Architekten Werner Cords-Parchim zu einem modernen Groß-Gut ausbauen ließ.[7]

Tüschow[Bearbeiten]

Tüschow wurde 1230 im Ratzeburger Zehntregister als Dorf im Land Boizenburg erstmals urkundlich erwähnt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Vellahn

Sport[Bearbeiten]

In Melkof entstand im Jahr 1997 der Reiterhof Mamalon, der von Reitern und der Jugend der Umgebung genutzt wird. Anfang 2006 wurde auf dem Grundstück eine Reithalle errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vellahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Christian Friedrich Lisch: Die Kirche und Pfarre zu Vellahn. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 41, 1876, ISSN 0259-7772, S. 177–194, hier S. 188.
  • Landwirtschaftliche Bodenkarten: Enthaltend die Güter des von der Decken-Melkofer Fideikommisses: Melkof, Langenheide und Jesow. Mit drei farbigen Bodenkarten. Herausgegeben von der Landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Rostock. Stuttgart: Ulmer 1910.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 51 kB) der Gemeinde
  4. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 39.
  5. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 39.
  6. MUB I, Nr. 65[1]
  7. Uwe JuliusUwe Julius: Rodenwalde. Ehemaliges Speichergebäude in Rodenwalde. Abgerufen am 4. Februar 2010.