Velodrom (Berlin)

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Velodrom
Velodrom Berlin innen.JPG
Innenraum des Velodroms
Daten
Ort Berlin, Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 50,7″ N, 13° 27′ 4″ O52.53074113.451123Koordinaten: 52° 31′ 50,7″ N, 13° 27′ 4″ O
Betreiber Velomax
Eröffnung 5. September 1997
Kosten 270 Mio. DM bzw.
138 Mio. Euro
Architekt Dominique Perrault
Kapazität 12.000 (Gesamt)
5.688 (Festinstallierte Sitzplätze)
4.904 (Plätze im Innenraum)
Verein(e)

Berliner Sechstagerennen

Außenansicht der Westseite
Bäume auf dem parkähnlichen Plateau

Das Velodrom ist eine Radrennbahn und gleichzeitig eine der größten Veranstaltungshallen Berlins. Der Komplex liegt an der Landsberger Allee direkt neben dem gleichnamigen S-Bahnhof im Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow. Das Velodrom wird zusammen mit der Max-Schmeling-Halle von der Firma Velomax der Unternehmensgruppe Gegenbauer betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Velodrom wurde im Rahmen der Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 von Dominique Perrault geplant und gebaut. 1992 wurde der Entwurf vorgestellt, Baubeginn war im Juni 1993 – ein Vierteljahr vor der IOC-Entscheidung, die zugunsten von Sydney ausfiel. 1996 wurde das Bauwerk fertiggestellt. Als erste Veranstaltung fand ab dem 23. Januar 1997 das 86. Berliner Sechstagerennen statt. Die offizielle Übergabe erfolgte am 5. September 1997.

Zuvor befand sich auf dem Gelände die Werner-Seelenbinder-Halle. Mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Menschen war die 1950 eröffnete Mehrzweckhalle Austragungsort verschiedener Sportwettkämpfe, Tagungsort der ersten SED-Parteitage, aber auch Kulisse für Musikkonzerte. Die Halle wurde 1992 geschlossen und zugunsten der geplanten Neubebauung abgerissen.

Zwischenzeitlich hieß die Halle für drei Jahre BerlinArena. Nach einem Rechtsstreit mit dem Betreiber der Arena Berlin in Berlin-Alt-Treptow wurde im Dezember 2003 beschlossen, sie auf den ursprünglichen Namen Velodrom zurückzubenennen.[1]

Architektur[Bearbeiten]

Das Velodrom und die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark liegen nebeneinander und sind fast vollständig in einen aufgeschütteten Landschaftssockel versenkt, sodass Schauseiten und Fassaden völlig fehlen. Allein die spektakulären, mit Edelstahlgeflecht verkleideten Dachplattenkonstruktionen ragen als flache Scheiben einen Meter aus dem mit verschiedenen Sorten von Apfelbäumen bepflanzten, parkähnlichen Plateau heraus. Über dieses Gelände führen Freitreppen zu den Eingängen hinab.

Die tatsächliche Größe der Halle und insbesondere der Dachkonstruktion stehen im Kontrast zu diesem unscheinbaren Äußeren: Das Velodrom ist kreisförmig und hat einen Durchmesser von 142 Metern. Die Spannweite beträgt 115 Meter und ist damit die größte freitragende Stahldachkonstruktion in Europa. Der Dachkörper selbst ist 13 Meter hoch, 16 Stahlbetonrundpfeiler tragen dabei 3500 Tonnen Stahl. Die Halle bietet bis zu 12.000 Menschen Platz.

Radrennbahn[Bearbeiten]

Die 250 Meter lange Radrennbahn im Inneren gilt als eine der schnellsten der Welt. Den Rekord über 200 Meter mit fliegendem Start auf dieser Bahn hält seit dem 9. Juli 2011 Robert Förstemann mit 10,026 Sekunden. Er verbesserte damit den zwölf Jahre alten Bahnrekord von Jens Fiedler über 10,069 Sekunden, den dieser während der UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 1999 aufgestellt hatte.[2] Beim Berliner Sechstagerennen 2012 verbesserte Förstemann zudem den Bahnrekord über 250 Meter mit fliegendem Start auf 12,702 Sekunden und unterbot damit den Rekord über 12,881 Sekunden von Maximilian Levy aus dem Jahre 2008.[3] Im Jahr darauf verbesserte Förstemann den Rekord erneut, auf 12,620 Sekunden, und 2014 wiederum auf 12,441 Sekunden.[4]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Velodrom finden Bahnradsport-Ereignisse wie das jährliche Berliner Sechstagerennen und 1999 die Bahn-Radweltmeisterschaften, Konzerte und andere Großveranstaltungen statt. Hier traten unter anderem Britney Spears, Bruce Springsteen, Robbie Williams, die Böhsen Onkelz, Anastacia, Daft Punk, Rammstein, Tokio Hotel, Gwen Stefani, Take That, The Cure, die Beastie Boys, die Gorillaz, Deichkind, der US-Rapper 50 Cent und Helene Fischer auf. Vom 13. bis 24. August 2014 finden die Wettbewerbe im Beckenschwimmen der Schwimmeuropameisterschaften im Velodrom statt. Dazu wurde ein temporäres Schwimmbecken in der Halle installiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Velodrom (Berlin) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zurück zum Velodrom. In: Berliner Zeitung, 17. Dezember 2003.
  2. Qualifikation gewonnen mit Bahnrekord auf robertfoerstemann.de
  3. ssv-gera.de
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatManfred Hönel: Sonderschau der schnellen Beine. Neues Deutschland, 27. Januar 2014, abgerufen am 1. Februar 2014.