Venlo

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Gemeinde Venlo
Flagge der Gemeinde Venlo
Flagge
Wappen der Gemeinde Venlo
Wappen
Provinz Limburg
Bürgermeister Hubert Bruls
Sitz der Gemeinde Venlo
Fläche
 – Land
 – Wasser
86,41 km²
84,66 km²
1,75 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
92 075
(1. November 2006)
1,088 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 22′ N, 6° 10′ O51.37256.1727777777778Koordinaten: 51° 22′ N, 6° 10′ O
Bedeutender Verkehrsweg A 67, A 73, A 40 und A 61
Vorwahl 077
Postleitzahlen 5900-5950
Website www.venlo.nl
Lage der Gemeinde Venlo in den Niederlanden

Venlo [ˈfɛnlo] ist eine Stadt in den Niederlanden in der Provinz Limburg mit 92.080 Einwohnern (1. Januar 2007). Durch die Stadt fließt die Maas. Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an die deutschen Kreise Kleve und Viersen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gemeinde und Einwohner

[Bearbeiten] Gemeindegebiet und Stadtteile

Die Gemeinde Venlo (niederländisch Gemeente Venlo) besteht aus vier großen Stadtbezirken: Venlo (39.113 Einwohner, Stand 1. Januar 2006), Belfeld (5.454 Einwohner), Blerick (27.325 Einwohner) sowie Tegelen (20.156 Einwohner). Das links der Maas gelegene Blerick wurde 1940 eingemeindet, die im Süden gelegenen Gemeinden Belfeld und Tegelen 2001. Die Stadtbezirke untergliedern sich in zahlreiche kleinere Stadtteile und Nachbarschaften. Zum Stadtbezirk Tegelen gehört das bekannte Klosterdorf Steyl.

Im März 2008 hat die nördliche Nachbargemeinde Arcen en Velden einer Fusion mit Venlo zugestimmt, die zum 1. Januar 2010 vollzogen werden soll. Venlo würde dadurch rund 100.000 Einwohner und den Status einer Großstadt erreichen. Venlos Fläche würde sich um rund die Hälfte vergrößern.

Das Rathaus von Venlo

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

bezogen auf die heutige Fläche einschließlich Belfeld, Blerick und Tegelen (Stichtag jeweils 1. Januar)

Häuser am Tegelsweg
Jahr Einwohner
1880 14.398
1890 17.869
1900 23.713
1910 30.804
1920 37.114
1930 45.116
1940 53.812
1950 63.313
1960 74.707
1970 85.163
1980 85.363
1990 88.175
2000 89.598
2005 92.263

[Bearbeiten] Nationalitäten

85.807 der 92.048 Venloer haben die niederländische Staatsbürgerschaft (Stand 1. Januar 2006), 6.241 eine ausländische. Die drei großen Ausländergruppen sind Deutsche (1.813), Türken (1.190) und Marokkaner (826).

[Bearbeiten] Flagge und Wappen

Die Venloer Flagge besteht aus zwei horizontalen Streifen, der obere ist rot, der untere blau.

Das Venloer Wappen zeigt den Gelderschen Löwen in den Gelderner Farben blau und gelb sowie einen Anker für die Stadt an der Maas. Der Wappenspruch lautet: „Festina lente, cauta fac omnia mente“ („Eile mit Weile, tue alles mit Verstand“).

[Bearbeiten] Geschichte

Karte von Venlo um 1850

Der Ursprung des Ortsnamen ist unsicher. Eine Theorie besagt, dass die Silbe „Ven-" auf feuchtes Gebiet hinweise (Venn/Fenn, „Morast“). Zusammen mit der Silbe „lo“, die für Wald steht (vgl. auch z.B. Gütersloh oder Hohenlohe), bedeute Venlo also „Wald im Morast“; ein hypothethischer deutscher Name der Stadt wäre daher „Fennloh“.

Venlo wurde am Anfang des 11. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war früher eine Hansestadt.

Venlo gehörte über lange Zeit zum Herzogtum Geldern, während Tegelen und Belfeld der nordwestlichste Teil des Herzogtums Jülich waren. Venlo sowie Tegelen und Belfeld waren daher jahrhundertelang für einander - nicht selten feindliches - Ausland. Bis heute ist der Dialekt in Tegelen deutlich verschieden von dem in Venlo; das Tegels wird von der Sprachwissenschaft zu den limburgischen Dialekten gezählt, das Venloos zu den südgelderschen. 1997 hat die niederländische Politik zur Minderung lokaler Rivalitäten alle in der Provinz Limburg gesprochenen Dialekte zu Limburgs erklärt. Bis heute existieren, gerade aufgrund der Sprachunterschiede, rivalisierende Gefühle zwischen einem Teil der Venloer und Tegeler sowie Belfelder, so dass die Eingemeindung 2001 in Tegelen und Belfeld wenig populär war.

Von 1839 bis 1866 gehörte die Stadt mit dem restlichen „Holländisch-Limburg“ zum Deutschen Bund und wurde durch Luxemburg verwaltet.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, am 9. November 1939, wurden vor einem Grenzcafé unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze bei Venlo zwei britische Geheimdienstoffiziere von einem deutschen Geheimdienstkommando in eine Falle gelockt und entführt. Die Briten befanden sich in Begleitung eines niederländischen Geheimdienstoffiziers, der bei der Entführung erschossen wurde. Der sogenannte Venlo-Zwischenfall lieferte Nazideutschland einen Vorwand für den Einmarsch im Mai 1940 in die bis dahin neutrale Niederlande. Der Leiter des deutschen Kommandos, der SS-Offizier Alfred Naujocks, hatte bereits am 31. August 1939 den vorgetäuschten Überfall auf den Sender Gleiwitz geleitet, der als Begründung für den Überfall auf Polen diente.

Während des Kriegs spielte der Fliegerhorst Venlo-Herongen eine erhebliche Rolle in der deutschen Luftverteidigung. Die Stadt erlitt zwischen Oktober 1944 und März 1945 große Kriegsschäden, da sie im letzten Kriegswinter an der Frontlinie lag. Viele Bürger der Stadt wurden in diesem Winter von der deutschen Wehrmacht zwangsweise evakuiert.[1]

[Bearbeiten] Wirtschaft

Die geographische Nähe macht Venlo zu einem beliebten Einkaufsort für Deutsche, aber auch für Besucher aus dem nahen Belgien. Vor Abbau der Zoll- und Währungsschranken in der Europäischen Union gab es erhebliche Preisvorteile bei Waren mit besonderen Steuersätzen wie Dieselkraftstoff und Kaffee. Vor allem an deutschen Feiertagen gab es regelmäßig lange Schlangen an den Grenzen. Daran anknüpfend hat sich in Venlo ein großer und vielfältiger Einzelhandel etabliert. Seit Abbau der Grenzen existieren besondere Preisvorteile kaum noch, aber für Millionen Deutsche besonders aus dem Rheinland ist Venlo nach wie vor ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge, da es die nächstgelegene ausländische Stadt ist. Seit einiger Zeit hat Venlo starke Konkurrenz durch die Nachbarstadt Roermond bekommen, in der 2001 ein großes Einkaufszentrum eröffnet worden ist.

Paradestraat in Venlo

Andere Besuchergruppen aus Deutschland und aus dem nahen Belgien sind vorwiegend an den in den Niederlanden tolerierten Cannabisprodukten interessiert. Der Drogentourismus von Deutschen und Belgiern in den fünf Coffee-Shops wird von der Stadt und den meisten ihrer Bürger nicht gerne gesehen. Deshalb hat sich die Stadt öffentlichkeitswirksam dazu entschlossen, einige Coffeeshops zu schließen oder unmittelbar an die Grenze zu verlegen.

[Bearbeiten] Bekannte Unternehmen

  • Océ, Druck- und Kopiergerätehersteller (Konzernzentrale)
  • Frans Maas, Spedition und Logistikunternehmen (Konzernzentrale)
  • Office Depot, Büroausstatter (Europazentrale)
  • Scheuten Glasgroep, Glasprodukte und Photovoltaik (Konzernzentrale)
  • VistaPrint, Druckerei (Druckniederlassung für Europa)
  • Amway, (Zentrallager Europa)

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Venlo war immer schon eine wichtige Stadt für den europäischen Schienenverkehr. Im 19. Jahrhundert wurde sogar eine Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft zwischen Hamburg und Venlo gebaut, weshalb man in Hamburg auch einen Bahnhof nach der Stadt benannte, den Venloer Bahnhof. Später wurde die Strecke sogar als Hamburg-Pariser-Bahn bis nach Paris weitergeführt, wodurch Venlo verkehrstechnisch günstig ans europäische Schienennetz angebunden war.

Heute ist der Bahnhof Venlo nicht nur für den europäischen Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr allgemein eine wichtige Stadt, nicht zuletzt wegen der zentralen Lage zwischen der niederländischen Randstad und dem deutschen Ruhrgebiet, vor allem aber als Umspannbahnhof für Güterlokomotiven zwischen den verschiedenen Stromnetzen in den Niederlanden und in Deutschland.

Im Personenverkehr gibt es InterCity-Zugverbindungen der Nederlandse Spoorwegen Richtung Eindhoven, Rotterdam und Den Haag. Ferner bietet die Privatbahn Veolia Transport Schnell- und Regionalzugverbindungen nach Nijmegen und Roermond. Des Weiteren betreibt die DB Regio mit dem Maas-Wupper-Express (RE13) den Grenzverkehr zwischen Venlo und Deutschland (Mönchengladbach - Viersen - Neuss - Düsseldorf - Wuppertal - Hagen - Hamm/Westfalen).

[Bearbeiten] Radwege

Die niederländische Provinz Limburg inklusive der Stadt Venlo verfügen über ein übersichtliches Fahrradwegenetz über welches man die Städte Roermond, Weert, Helmond, Eindhoven, Horst und Venray erreichen kann. Weiterhin erreicht man auch die deutsche Grenzregion über die Fietsallee am Nordkanal. Der LF 13 verbindet Venlo mit der Stadt Duisburg.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Insgesamt führen vier Autobahnen nach oder durch Venlo:

Eine fünfte Autobahn, Rijksweg 74, soll als Ortsumgehung Venlos die deutsche A 61 mit der niederländischen A 73 verbinden.

[Bearbeiten] Bauwerke

St. Martin in Venlo
Das Limburgische Museum in Venlo

[Bearbeiten] Kultur

  • Het museum van Bommel van Dam (Museum für moderne Kunst)
  • Het Limburgs Museum (Museum für Geschichte und Kultur)
  • De Maaspoort (Theater und Kongresszentrum)
  • Theater de Doolhof (Theater unter freiem Himmel)
  • Rendez-Vous (Dinnershowtheater)
  • Zomerparkfeest (multikulturelles Festival mit Musik, Straßentheater, Film und Kunst)

[Bearbeiten] Medien

[Bearbeiten] Sport

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Website Historie Venlo (niederländisch)
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