Venstre (Dänemark)

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Venstre - Danmarks Liberale Parti
Linke - Dänemarks liberale Partei
Venstre-Parteilogo
Partei­vor­sit­zender Lars Løkke Rasmussen
Fraktionsvorsitz im Folketing Kristian Jensen
Politische Sprecherin Ellen Trane Nørby
Parteisekretär Claus Søgaard-Richter
Gründung 1870
Haupt­sitz Holte
Mitglie­derzahl 43.835[1]
Jugendverband Venstres Ungdom
Wahlliste V
Sitze im Folketing
47/179
Inter­nationale
Ver­bindung­en
Liberale Internationale
EP-Fraktion ALDE
Europapartei ELDR
www.venstre.dk

Venstre - Danmarks Liberale Parti (V), dän. für Linke - Dänemarks liberale Partei, ist eine liberale Partei in Dänemark. Im deutschen Sprachgebrauch findet die Bezeichnung Liberale Partei Verwendung.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die „Vereinigte Venstre” wurde 1870 aus verschiedenen Gruppierungen im Reichstag gebildet, die v.a. klein- und großbäuerliche Interessen vertraten und in Opposition zu aristokratischen Gutsbesitzern und Nationalliberalen standen. Seit 1872 verfügte Venstre über die Mehrheit im Folketing, blieb aber von der Regierungsbildung ausgeschlossen. Spätestens ab 1878/80 war die Venstre in bis zu fünf Lager gespalten. Die Frage, wie man der Regierung J.B.S. Estrup (1875-94) im Parlament gegenübertreten sollte, sorgte ein ums andere Mal für Konflikte: Die „Moderate Venstre” setzte auf Verhandlungen, „Volks-Venstre” (Det folkelige Venstre) auf Konfrontation. Nachdem die Moderaten 1894 einer militärischen Befestigung Kopenhagens zugestimmt hatten, wofür die konservative Regierungspartei Højre als Gegenleistung auf Estrup verzichten musste, gründeten die Anhänger eines kompromisslosen Oppositionskurses die „Venstre-Reformpartei”. Auch diese Partei spaltete sich, die Linksliberalen gründeten 1905 Det Radikale Venstre, während sich der Rest bis 1910 mit den Moderaten zur noch heute existierenden Venstre vereinigte.

1901 konnte das parlamentarische Mehrheitsprinzip im politischen System verankert werden. Venstre stellte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Ministerpräsidenten, verlor aber Mitte der 1920er Jahre die Führungsposition an die Sozialdemokraten. Jedoch bewahrte sie über viele Jahrzehnte einen Vorsprung vor der anderen bürgerlichen Partei, den Konservativen. Erst in den 1980er Jahren fiel Venstre deutlich zurück und vereinte nur noch 10 Prozent der Wählerstimmen auf sich. In den 1990er Jahren folgte ein rasanter Wiederaufstieg. Seit 2001 ist Venstre wieder die stimmenstärkste Partei Dänemarks.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Liberalen fünfmal den Regierungschef stellen (1945-47, 1950-53, 1973-75, 2001-09 und 2009-11). Darüber hinaus beteiligten sie sich als kleinerer Partner an Koalitionsregierungen 1968-71, 1978-79 und 1982-93. Traditionell liegen die Hochburgen der Partei in den ländlich geprägten Gebieten, während die großstädtischen Stimmkreise in Kopenhagen ein schwieriges Terrain darstellen.

In den 1990er Jahren verlieh Ex-Außenminister Uffe Ellemann-Jensen seiner Partei ein schärferes liberales Profil und grenzte sie damit deutlicher vom übrigen bürgerlichen Lager ab. Sein nicht uncharismatisches Auftreten brachte ihm vor allem unter jungen Wählern neue Anhänger. Nachdem Ellemann-Jensen 1998 einen Regierungswechsel knapp verfehlt hatte, überließ er Anders Fogh Rasmussen den Parteivorsitz. Fogh Rasmussen konnte 2001 vor allem mit einer Kampagne für eine strengere Ausländerpolitik Stimmen gewinnen, 31,3 % bedeuteten das beste Ergebnis seit 80 Jahren. Von 2001 bis 2011 bildete Venstre eine Minderheitsregierung mit der Konservativen Volkspartei. Bei den Wahlen 2005 und 2007 erlitt die Partei zwar leichte Stimmenverluste, konnte aber mit ihren Bündnispartnern die Regierungsmehrheit behaupten. 2011 hingegen konnte Venstre leicht zulegen, musste die Regierungsbildung jedoch den Sozialdemokraten überlassen.

Parteivorsitzende[Bearbeiten]

Der Parteivorsitzende besitzt innerhalb der Organisation eine starke Stellung. In Zeiten großer Machtfülle wurde er von Presse und Öffentlichkeit gern als „Häuptling” (Venstre-høvding) tituliert. Die 1905 abgespaltene Radikale Venstre verwendet ein diametral entgegengesetztes Führungsmodell.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michala Rask Mikkelsen: Parteitag 2013 Webseite der Partei, abgerufen am 10. Oktober 2013
  2. Alfred Jüttner/Hans-J. Liese, S. 173/174.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Jüttner/Hans-J. Liese: Taschenbuch der europäischen Parteien und Wahlen. Olzog, München 1977.

Weblinks[Bearbeiten]