Ventilfeder

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Haarnadelventilfedern bei einer Moto Guzzi der 1930er Jahre

Die Ventilfeder ist bei Verbrennungsmotoren, die nach dem Viertaktverfahren arbeiten, eine Feder, die ein Ventil für den Einlass von Treibstoff-Luft-Gemisch oder für den Auslass von Verbrennungsabgas und -rückständen in seinem Sitz hält; die Ventilfeder bewirkt das Schließen des Ventiles. Gegen diese Feder arbeitet die Nockenwelle, gegebenenfalls über Kipphebel o. ä. an, um das jeweilige Ventil zum richtigen Zeitpunkt zu öffnen; ohne Nocken werden Schnüffelventile geöffnet. Eine Alternative zu der vergleichsweise trägen Feder, die das Ventil zurückholt, ist die aufwändige Desmodromik; dabei wird auch das Ventilschließen von Steuernocken bewirkt.

Ventilfedern sind - etwa ab 1970 - meistens ein oder zwei (konzentrische) Schraubenfedern; auch Drehstäbe sind als Ventilfedern verwendet worden, z. B. beim Honda-CB-450-Motorradmotor und bei Panhard-Sportwagen mit Zweizylinder-Boxermotor. Haarnadelventilfedern (beim Moto Guzzi-Motorrad des nebenstehenden Fotos in offen liegender, später oft auch in gekapselter Ausführung) stellen eine spezielle Bauform der Schenkelfeder mit besonders niedrigem Massenträgheitsmoment dar; da hierbei auch die Ventilschäfte kürzer gehalten werden können, sind höhere Drehzahlen möglich. Mit dem Aufkommen besserer Werkstoffe verschwanden sie um 1960 zunehmend auch aus dem Rennsport. Namhafte Vertreter von Motoren mit Haarnadelventilfedern sind neben vielen englischen Motorrädern der 1930er Jahre, die NSU OSL 351 und 501 (auch viele Umbauten), BMW R 5, R 51 und R 66, der Climax-V-8-Rennmotor von 1953 sowie der Maserati-V-8-Sportwagenmotor von 1957.

Bei modernen Rennmotoren werden oft pneumatische Ventilfedern als Federelement eingesetzt (etwa bei Fahrzeugen der Formel 1).

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter A. Wellers, Hermann Strobel, Erich Auch-Schwelk: Fachkunde Fahrzeugtechnik. 5. Auflage, Holland+Josenhans Verlag, Stuttgart, 1997, ISBN 3-7782-3520-6
  • Peter Gerigk, Detlev Bruhn, Dietmar Danner: Kraftfahrzeugtechnik. 3. Auflage, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 2000, ISBN 3-14-221500-X

Siehe auch[Bearbeiten]