Venus von Laussel

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Venus von Laussel, Musée d'Aquitaine, Bordeaux
Venus von Laussel, Detail des Kopfes
Venus von Laussel, Detail: rechter Arm und Horn
Venus von Laussel, Detail: linker Arm

Die Venus von Laussel (auch Venus mit Horn; franz. Venus à la corne) ist eine ca. 25.000 Jahre alte und ungefähr 42 cm hohe Frauenfigur aus Kalkstein. Das Halbrelief (franz. bas relief) stammt aus der archäologischen Kultur des Gravettien. Es wurde 1911 als Bestandteil des Abri von Laussel nahe der Gemeinde Marquay (Dép. Dordogne) von dem Arzt J.-G. Lalanne gefunden.

Die Figur gehört thematisch und chronologisch zwar zu den sogenannten Venusfigurinen, ist jedoch im Gegensatz zu diesen kein Kleinkunstwerk, sondern ein in den Kalkstein-Felsen eingemeißeltes Halbrelief. Die Figur war wohl ursprünglich mit rotem Ocker bemalt, von dem sich noch Spuren erkennen lassen. In der rechten Hand hält die nackte Venus ein Wisenthorn. Dieses ist mit 13 Einkerbungen versehen, was mitunter als die Anzahl der weibliche Zyklen im Jahr gedeutet oder mit den Mondphasen in Zusammenhang gebracht wird. Die linke Hand liegt auf dem Bauch. Der Kopf ist gesichtslos. Der Nabel ist erkennbar. An der rechten Hüfte befindet sich ein Y-förmiges Zeichen.

Die Skulptur befand sich auf einem mehrere Kubikmeter großen Felsblock, der aus dem Dach des Abris herausgebrochen war. In der unmittelbaren Nähe wurden vier weitere Reliefs gefunden. Diese Reliefarbeiten wurden in 40 bis 50 Zentimeter großen, transportierbaren Kalksteinplatten ausgeführt. Aufgrund der räumlichen Nähe der fünf Reliefs wurde dieser Ort als eine Art Cella, d.h. als ein primitives Heiligtum, interpretiert.

Bei den vier weiteren Reliefs von Laussel handelt es sich um folgende Darstellungen:

  • eine männliche Figur in Jägerpose (franz. Le chasseur). Diese klassische Interpretation ist umstritten, es kann sich genauso gut um eine junge weibliche Person handeln.
  • eine Venus mit einer Kopfbedeckung (franz. Vénus à la tête quadrillée).
  • ein Relief mit zwei Personen, eine davon ist sicher weiblich (franz. Personages opposées). Möglicherweise wurde eine Entbindung dargestellt.
“Venus von Berlin“ (Kopie), Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J.-G. Lalanne: Découverte d'un bas-relief à représentation humaine dans les fouilles de Laussel. L'Anthropologie, Band 22, 1911, S. 257-260.
  • J.-G. Lalanne, Jean Bouyssonie: Le gisement paléolithique de Laussel. Fouilles du Dr Lalanne. L'Anthropologie, Band 50, 1941-46, S. 1-163.
  • A. Roussot: La Vénus à la corne et Laussel, Éditions Sud-Ouest, 2000, 32 p.

Weblinks[Bearbeiten]

44.9472222222221.1069444444444Koordinaten: 44° 56′ 50″ N, 1° 6′ 25″ O