Vera Cruz (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Vera Cruz
Originaltitel Vera Cruz
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Robert Aldrich
Drehbuch Roland Kibbee
James R. Webb
Produktion Harold Hecht
James Hill
Burt Lancaster
Musik Hugo Friedhofer
Kamera Ernest Laszlo
Schnitt Alan Crosland junior
Besetzung

Vera Cruz ist ein US-amerikanischer Western von Regisseur Robert Aldrich aus dem Jahre 1954 mit Gary Cooper und Burt Lancaster in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten]

Ben Trane verliert im Bürgerkrieg seinen ganzen Besitz und kehrt den Südstaaten enttäuscht den Rücken zu. Er versucht sein Glück in Mexiko. An der Grenze trifft er auf Joe Erin, der ihm ein Pferd verkauft, da seines lahmt. Das Pferd ist jedoch gestohlen. Nach der Flucht vor den kaiserlichen Truppen kann Ben nun seinerseits Joe übertölpeln und nimmt ihm sein Pferd ab.

In der nächsten mexikanischen Stadt trifft Ben auf Joes Bande. Nachdem er sich bei den Männern Respekt verschafft hat, gehen er und Joe eine Partnerschaft ein. Marquis de Labordere gelingt es, sie für den Kaiser anzuheuern. Sie werden von Juaristen umzingelt, die sich jedoch zurückziehen müssen, da Joe einige Kinder als Geiseln nimmt. Ben trifft auf die junge Mexikanerin Nina, die bei ihnen bleibt und die er vor den Zugriffen der Männer schützt.

In der Hauptstadt treffen sie auf den Kaiser, der ihnen den Auftrag erteilt, die Gräfin Duvarre für 50.000 Dollar nach Vera Cruz zu begleiten. Der wahre Grund der Reise ist jedoch die sichere Überführung von Gold im Wert von drei Millionen Dollar, um in Europa Waffen im Kampf gegen die Juaristen zu kaufen. Dieses Geheimnis bleibt Ben, Joe und der Gräfin Duvarre nicht verborgen. Sie verbünden sich, um das Geld für ihre Zwecke zu nutzen.

Marquis de Labordere, der über ihr Vorhaben schon längst informiert ist, nimmt die Gräfin gefangen und kann mit dem Gold nach Vera Cruz entkommen. Die Stadt wird durch die Juaristen eingeschlossen. Nina kann Ben von der Sache der Mexikaner überzeugen. Während der Erstürmung der Stadt wird der Marquis getötet. Joe fällt das Gold in die Hände und lässt die Gräfin im Stich. Er wird durch Ben in einem Duell getötet. Ben und Nina verlassen gemeinsam den Schauplatz.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Drehbuch, das nicht rechtzeitig fertig wurde, basierte auf einer Geschichte von Borden Chase.

Hauptdarsteller Burt Lancaster arbeitete direkt nach Massai, der große Apache erneut mit Regisseur Robert Aldrich zusammen. Als Mitproduzent versuchte er, sich auch in die Arbeit des Regisseurs einzumischen, was bei diesem nicht gut ankam.

„Meine Zusammenarbeit mit Lancaster bei Apache führte zu Vera Cruz, aber unsere Zusammenarbeit war dann weniger freundschaftlich, als wir uns das vielleicht vorgestellt hatten. Das kam daher, daß Burt, bis er The Kentuckian inszenierte, glaubte, er sei zum Regisseur geboren, und wenn man, wie ich damals, seinen ersten großen Film dreht, hat man es nicht so gern, wenn einem dauernd jemand mit schlauen Ratschlägen über die Schulter sieht. Wir hatten auch verschiedene Ansichten über das Konzept und die Action. Ich glaube, seit Burt The Kentuckian gedreht hat, ist er ein besserer Schauspieler geworden.“

Robert Aldrich[1]

Der Film wurde komplett in Mexiko gedreht. Für Gary Cooper war es nach Der Garten des Bösen die zweite Westernrolle innerhalb des gleichen Jahres.

Die United Artists brachte den in Superscope[2] gedrehten Film 1955 in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser. In dieser bis heute gebräuchlichen Synchronfassung bekam Gary Cooper die Stimme von Wolfgang Lukschy und Burt Lancaster erhielt diejenige von Curt Ackermann.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein aufwendig angelegter, hervorragend fotografierter und sorgfältig inszenierter Western. Die gängigen Muster dieses Genres werden immer wieder aufgebrochen, womit sich der Film zu einer stellenweise bitteren Studie über die menschliche Selbstsucht verdichtet. Hervorragend gespielt.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Vera Cruz ist einer der berühmtesten Filme von Robert Aldrich. Die glänzende Partnerschaft zweier so unterschiedlicher Stars wie Burt Lancaster und Gary Cooper sorgte für eine Popularität, die aus dem Thema von US-amerikanischen Glücksrittern in Mexikos Revolutionskriegen ein ganzes Western-Genre entstehen ließ.“

Prisma Online[4]

„Gary Cooper ist der authentische Westernheld, der dem Genre Psychologie eingeflößt hat. […] Dagegen Burt Lancaster, athletisch gewachsen, ein berstendes Kraftwerk, ehemals Zirkus-Artist: er drängt sich selbstverliebt nach vorne und zur Schau. […] Zwei Gringos im Operettenland, die Eröffnungssequenz schlägt alle Motive an: die erste Begegnung bringt die erste von vielen weiteren Finanz-Transaktionen und Betrugsmanövern.“

Helmut Merker, 2003[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Marc Bouineau, Alain Charlot und Jean-Pierre Frimbois: Die 100 besten Western-Filme. Heyne Film- und Fernsehbibliothek Nr. 32/159, Wilhelm Heyne Verlag München, Deutsche Erstausgabe 1991, ISBN 3-453-04935-7.
  • Joe Hembus: Das Western-Lexikon – Erweiterte Neuausgabe von Benjamin Hembus – 1567 Filme von 1894 bis heute. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/207, Wilhelm Heyne Verlag München, Originalausgabe 1995, ISBN 3-453-08121-8.
  • Helmut Merker: Vera Cruz. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 175–181 [mit Literaturhinweisen].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Higham, Joel Greenberg: The Celluloid Muse: Hollywood Directors Speak, zitiert in Joe Hembus: Western-Lexikon. 1324 Filme von 1894–1978, überarbeitete Taschenbuchausgabe, Heyne, München 1978, ISBN 3-453-00767-0, Seite 646 f.
  2. Tino Balio: United Artists: The Company That Changed the Film Industry, University of Wisconsin Press 1987, ISBN 978-0-299-11440-4, S. 79.
  3. Vera Cruz im Lexikon des Internationalen Films.
  4. Vera Cruz auf prisma.de, abgerufen am 8. September 2012.
  5. Helmut Merker: Vera Cruz. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 175–181, hier 176f.