Vera Molnár

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Vera Molnar

Vera Molnár (* 1924 in Budapest) ist eine französische Medienkünstlerin ungarischer Herkunft. Sie gilt als Pionierin der Computerkunst.

Leben[Bearbeiten]

Vera Molnar studierte Kunstgeschichte und Ästhetik an der Akademie Budapest. Schon in dieser Zeit beschäftigte sie sich besonders mit der abstrakten, geometrisch-konstruktiven Malerei. Nach einem Stipendienaufenthalt in Rom ging sie 1947 nach Paris, wo sie noch heute lebt. 1960 war sie eines der Gründungsmitglieder der GRAV – Groupe de Recherche d’Art Visuel, 1967 beteiligte sie sich an der Gründung der Gruppe Art et Informatique am Pariser Institut für Ästhetik und Kunstwissenschaften. Seit 1968 konzentriert sie sich auf die Arbeit am Computer. In den Jahren 1974 bis 1976 entwickelte sie das MolnArt-Programm. Von 1985 bis 1990 war Vera Molnar Professorin an der Universität Sorbonne in Paris. 2006 begründete sie die Open Structures Art Society (OSAS) in Budapest mit. 2007 erhält Molnàr den Ordre des Arts et des Lettres. 2010 wurde Molnár in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt aufgenommen. Sie erhielt 2012 den Verdienstorden der Ehrenlegion. Vera Molnàr lebt und arbeitet in Paris.

Werk[Bearbeiten]

Vera Molnar kann auf zahlreiche Ausstellungen in Europa, USA und Japan zurückblicken. Etliche ihrer Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, so zum Beispiel in der Sammlung Marli Hoppe-Ritter im Museum Ritter. Im September 2005 erhielt sie für ihr Lebenswerk den mit 20.000 Euro dotierten internationalen Preis für digitale Kunst [ddaa] d.velop digital art award des Digital Art Museums in Berlin.

Molnàr gilt als Pionierin der digitalen Kunst. Seit den späten 1960er Jahren verwendete sie Computerprogramme als künstlerisches Medium, um formale Systeme und Zufallsgeneratoren zu entwickeln, die als bestimmende Syntax den Formen, Linien und Farbwerten ihres zeichnerischen und malerischen Werks zu Grunde liegen. Ihre seriellen Arbeiten beschränken sich auf wenige Formen und eine reduzierte Farbpalette, die auf zahlreiche Strukturen variiert wird. Molnàr analysiert die jeweiligen Variationsschritte digital und bestimmt sie mathematisch. Die Auseinandersetzung mit dem seriellen Gestaltungsprinzip führte zur Untersuchung von Gestaltungsprinzipien der Linie. Denn insbesondere die serielle Aneinanderreihung von ähnlich großen Formen - wie dem Kreis oder dem Quadrat - und Formaten, generiert Linearität, die inhaltlich Bedeutung erlangt. Linearität erzeugt durch die Abfolge von Formen und Streckungen des Formats Bewegungsmomente.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1976 "transformations", Polytechnic of Central, London
  • 1977 Gallerie Ferm, Malmö
  • 1979 Atelier de recherche estetique/Eglise du St.Sepulcre Caen/Fiatal Müveszek Klubja Budapest
  • 1981 "(un)ordnungen", Freie Universität Berlin/Credit Agricole Caen/Galleri Ferm Malmö
  • 1983 Galleri Sankt Olof Norrköping
  • 1984 "rechteckaufbau", Galerie Circulus Bonn/"creatic", Cirque Divers Lüttich/"ostinato" Galerie 30 Paris/Studio X Neapel
  • 1988 "dialogue entre emotion et methode", Galerie E Zürich (Ausstellungsgestaltung Max Bill)
  • 1989 "rouges", Städtische Galerie Gennevilliers/Galerie Emilia Suciu Karlsruhe/Foundation Vasarely, Aix-en-Provence/Institut Hongrois Paris
  • 1990 Museum moderner Kunst Otterndorf/Galerie St.Johann Saarbrücken/Vasarely-Museum Budapest/Stiftung für Konkrete Kunst Reutlingen
  • 1991 "neun quadrate", Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn/"Les gothiques", Galerie St.Charles de Rose Paris
  • 1992 "Frühe Arbeiten", Galerie St. Johann Saarbrücken
  • 1994 März Galerien Mannheim-Ladenburg/"ordres et (dés) ordres", Hack-Museum Ludwigshafen/"géometries du plaisir - plaisir des géometries", Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn

Literatur[Bearbeiten]

  • Vera Molnar. Als das Quadrat noch ein Quadrat war..., eine Retrospektive zu ihrem 80. Geburtstag , Zur Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 2004 ISBN 3-936646-85-6
  • Tobias Hoffmann (Hrsg.). Künstler der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt 01. Wienand, Köln 2012. ISBN 978-3-86832-133-3.

Weblinks[Bearbeiten]