Verband kommunaler Unternehmen
Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) vertritt die Interessen von kommunalen Unternehmen gegenüber Gesetzgebungsorganen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Die VKU-Mitgliedsunternehmen kommen aus den Bereichen der Energie- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung sowie Abfallwirtschaft und Stadtreinigung.
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Geschichte [Bearbeiten]
Gegründet wurde der VKU 1949 in Rüdesheim am Rhein. Nach dem Zweiten Weltkrieg garantierte der VKU eine effiziente Interessenvertretung und stärkte gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der kommunalen Unternehmen. Nach dem Zusammenbruch der DDR 1989 unterstütze der VKU viele Städte und Gemeinden in Ostdeutschland dabei, kommunale Unternehmen zur Energie- und Wasserversorgung aufzubauen. Seit 2011 gehört der ehemals eigenständige Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKS als Abteilung zum VKU.
Der VKU heute [Bearbeiten]
Bundesweit sind über 1.400 Mitgliedsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 95 Milliarden Euro und 235.000 Beschäftigten im VKU organisiert (Quelle: VKU, Stand: 2010). Die Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 49 Prozent in der Strom-, 58 Prozent in der Erdgas-, 77 Prozent in der Trinkwasser-, 60 Prozent in der Wärmeversorgung und 17 Prozent in der Abwasserentsorgung.
Der Verband organisiert die fachliche und politische Arbeit in den Sparten Energie, Wasser und Abwasser sowie Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Er nimmt Stellung bei der Vorbereitung von Gesetzen und Verordnungen und formuliert die gemeinsamen politischen Positionen der VKU-Mitglieder und erläutert sie gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit.
2007 hat der Verband seinen Sitz von Köln nach Berlin verlagert. In Brüssel ist der VKU mit einem Büro vertreten, auf Ebene der Bundesländer mit Landesgeschäftsstellen. Präsident des VKU ist seit Oktober 2012 der Oberbürgermeister von Ulm, Ivo Gönner. Seit September 2007 ist Hans-Joachim Reck Hauptgeschäftsführer des Verbandes.
Leitung [Bearbeiten]
Präsidenten [Bearbeiten]
- 1949–1950: Oberbürgermeister Otto Ziebill, Nürnberg
- 1950–1955: Oberstadtdirektor Walther Hensel, Düsseldorf
- 1956–1965: Oberstadtdirektor Max Adenauer, Köln
- 1966–1974: Oberbürgermeister Arnulf Klett, Stuttgart
- 1975–1978: Bürgermeister Hans Koschnick, Bremen
- 1979–1996: Oberbürgermeister Manfred Rommel, Stuttgart
- 1996–2007: Oberbürgermeister Gerhard Widder, Mannheim
- 2007–2012: Oberbürgermeister Stephan Weil, Hannover
- seit 2012: Oberbürgermeister Ivo Gönner, Ulm
Hauptgeschäftsführer/Geschäftsführende Präsidialmitglieder [Bearbeiten]
- 1949–1956: Hermann Brügelmann (Hauptgeschäftsführer – HGF)
- 1956–1970: Werner Jacobi, MdB (HGF)
- 1970–1989: Karl Ahrens, MdB (Geschäftsführendes Präsidialmitglied – GPM)
- 1989–1999: Felix Zimmermann (GPM)
- 2000–2007: Michael Schöneich (GPM)
- seit 2007: Hans-Joachim Reck (GPM)
Statistik [Bearbeiten]
Wirtschaftliche Kennzahlen der 1.400 Mitgliedsunternehmen:
| Umsatzerlöse: | rund 95 Mrd. € |
| Anzahl der Beschäftigten: | 235.000 |
| Investitionen jährlich: | 8.1 Mrd. € |
(Stand 2010)
Beitrag der VKU-Mitgliedsunternehmen zur Energie- und Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung
| Strom/ Mio. kWh |
Gas/ Mio. kWh |
Wärme/ Mio. kWh |
Wasser/ Mio. m³ |
Abwasser/ Mio. m³ |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Abgabe der VKU-Unternehmen | 234.936 | 557.922 | 58.914 | 3.531 | 1.663 |
| Deutschland insgesamt | 478.5171 | 955.1141 | 98.1692 | 4.5713 | 10.0713 |
| davon VKU (v. H.) | 49,1 | 58,4 | 60,0 | 77,2 | 16,5 |
1 Quelle: StatBA, Stand 2009
2 Quelle: AGFW, Stand 2009
3 Quelle: StatBA, Stand 2007
Unterorganisationen [Bearbeiten]
Dem VKU gehören folgende zwei Unterorganisationen an:
Sparte Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKS [Bearbeiten]
ASEW [Bearbeiten]
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung im VKU (ASEW) ist Teil des VKU. Sie wurde 1989 gegründet und in ihr sind über 270 Stadtwerke und Versorgungsunternehmen, mit dem Ziel den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz zu fördern, zusammengeschlossen (Stand Januar 2013). Nach eigenen Angaben ist die ASEW damit das größte Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Deutschland.[1]
Die Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Köln organisiert für ihre Mitglieder etwa 40 Veranstaltungen im Jahr, auf denen sie Entscheider und Experten aus der Energiewirtschaft zusammenbringt. Die Schwerpunkte der Veranstaltungrn liegen dabei auf Erfahrungsaustausch und Weiterbildung. Zudem fungiert die ASEW als Interessensvertretung der Stadtwerke und als deren Dienstleister, wenn es darum geht, neue Produkte zu entwickeln.[1]
Die ASEW ist im Ökoenergiesektor sehr breit aufgestellt und bietet dort verschiedene Marken an, die von den Mitgliedsunternehmen vertrieben werden:
- Mit der Marke energreen wird bereits seit 1999 ein auf einem Aufpreismodell basierendes Ökostromprodukt angeboten, welches vor Ort durch den zweckgebundenen Aufpreis für den Ausbau von Erneuerbaren Energien sorgt. Die Marke wird dabei durch die TÜV Nord Gruppe zertifiziert.[2]
- Ebenfalls ein Ökostromprodukt ist die seit dem Jahr 2006 angebotene Marke watergreen. Im Gegensatz zu energreen handelt es sich hierbei um ein Händlermodell mit RECS-Herkunftsnachweisen, welche teilweise bei Verbraucherschützern umstritten sind. Um u.a. auf diese Kritik zu reagieren, wurde im Jahr 2012 die Marke watergreen+ eingeführt, welche durch das ok-power-Label zertifiziert ist.[3]
- Seit dem Jahr 2010 bietet die ASEW ihren Mitgliedsunternehmen unter der Marke gasgreen ein Biogasprodukt mit zehnprozentiger Biogasbeimischung an. Die Zertifizierung erfolgt durch die TÜV Nord Gruppe.[4]
- Anfang 2013 wurde zuletzt die Marke ASEW BLUE in den Markt gebracht, welche ein klimaneutrales Erdgas beinhaltet. Um dieses Ziel zu erreichen, werden durch Gasverbrauch entstehende Emissionen über internationale Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Zertifizierer ist hier der TÜV Rheinland.[5]
Siehe auch [Bearbeiten]
- Schlichtungsstelle Energie (Mitglied im Trägerverein)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b ASEW - Was wir tun Website der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung. Abgerufen am 7. Januar 2013.
- ↑ energreen-Homepage Abgerufen am 7. Januar 2013.
- ↑ watergreen-Homepage Abgerufen am 7. Januar 2013.
- ↑ gasgreen-Homepage Abgerufen am 7. Januar 2013.
- ↑ ASEW-Website Abgerufen am 7. Januar 2013.