Verbund AG

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Verbund AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000746409
Gründung 1947
Sitz Wien, Österreich

Leitung

  • Wolfgang Anzengruber, Vorsitzender des Vorstandands
  • Johann Sereinig, Stv. Vorsitzender des Vorstands
  • Günther Rabensteiner, Vorstand
  • Peter F. Kollmann, CFO, Vorstand
  • Gilbert Frizberg, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 3.256 (2013)[1]
Umsatz 3.269,9 Mio. Euro (2013)[1]
Branche Stromerzeugung, Stromhandel, Stromvertrieb
Produkte StromVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.verbund.com

Die Verbund AG (eigene Schreibweise: VERBUND AG; früher als Verbundgesellschaft bzw. Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG bezeichnet, im allgemeinen Sprachgebrauch Verbund-Konzern genannt) ist Österreichs größter Stromanbieter. Der Verbund deckt über 40 Prozent des österreichischen Strombedarfs und gewinnt 90 Prozent seiner Erzeugung aus Wasserkraft. Zudem besitzt und betreibt der Konzern über das 100%-Tochterunternehmen Austrian Power Grid (APG) das überregionale Stromnetz in Österreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Errichtung des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug, 1956
Errichtung des Speicherkraftwerks Malta, 1975
Jahresspeicher Malta

Der Verbund wurde 1947 als Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft aufgrund des 2. Verstaatlichungsgesetzes gegründet.[2] Vordringliche Aufgabe des Unternehmens in den Nachkriegsjahren waren Planung, Bau und Betrieb von Großkraftwerken sowie der Betrieb des überregionalen Stromnetzes (welches allgemein auch Verbundnetz genannt wird und dem Konzern seinen Namen gab). Zugleich wurden Sondergesellschaften zum Bau großer Wasser- und Wärmekraftwerke gegründet. Die Anteile der Republik Österreich an diesen Sondergesellschaften wurden vom Verbund treuhändig verwaltet.

1955 konnte der Strombedarf in Österreich erstmals wieder ausschließlich aus heimischen Quellen gedeckt werden. Bereits 1965 musste aber aufgrund des rasanten Wirtschaftswachstums wieder Strom zugekauft werden.[3]

Ursprünglich stand der Verbund entsprechend den gesetzlichen Grundlagen im hundertprozentigen Eigentum des Bundes. Mitte 1987 wurde das 2. Verstaatlichungsgesetz so novelliert, dass der Verbund teilprivatisiert werden konnte, wobei 51 Prozent der Anteile beim Bund verbleiben mussten. Zugleich erwarb der Verbund die Anteile der Republik Österreich an den Sondergesellschaften (Österreichische Donaukraftwerke AG, Österreichische Draukraftwerke AG, Tauernkraftwerke AG, Verbundkraft Elektrizitätswerke GmbH, Ennskraftwerke AG, Donaukraftwerk Jochenstein AG und Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG). 1988 erfolgte die Teilprivatisierung des Verbunds im Rahmen eines Börsenganges. Dabei wurden 49 % der Aktien verkauft.

Die wohl bedeutendste Zäsur in der Geschichte des Unternehmens Verbund erfolgte 1995. In diesem Jahr trat Österreich der Europäischen Union bei, die ein Jahr später die Liberalisierung des Strommarktes startete. Um sich auf dessen völlige Öffnung vorzubereiten, konzentrierte sich der Verbund auf das Kerngeschäft der Erzeugung elektrischen Stroms und gab sich eine neue Struktur, wobei die Aktivitäten unter einer strategischen Holding in den Geschäftsbereichen Erzeugung, Handel, Übertragung und Beteiligungen gebündelt wurden. EU-Vorschriften forderten die gesellschaftrechtliche Entflechtung (Unbundling) von Erzeugung und Übertragung von Strom. Zugleich trieb das Unternehmen seine Internationalisierung voran, beginnend 1999 mit Deutschland, und baute bis 2003 ohne Kündigungen mehr als die Hälfte an Personal ab.

In den 1990er Jahren kam es auch zu einer Vielzahl von wechselseitigen Beteiligungen in Österreichs Energie-Wirtschaft. So erwarben die Landesenergiegesellschaften TIWAG (Tirol) und EVN (Niederösterreich) sowie die Wiener Stadtwerke (zu denen der Energieversorger WienEnergie gehört) zunehmend Anteile am Verbund; derzeit halten die drei – ebenfalls mehrheitlich in öffentlicher Hand befindlichen – Unternehmen mehr als 25 %. Der Verbund selbst beteiligte sich mit Partnern an der EVN, trennte sich jedoch 2003 wieder von diesem Aktienpaket. Wichtige Inlandsbeteiligungen des Verbund sind heute die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und die STEWEAG-STEG GmbH.

Zur Finanzierung von Restrukturierung und Expansion des Verbund-Konzerns wurden zwischen 1997 und 2000 unter anderem acht österreichische Donaukraftwerke im Rahmen eines Cross-Border-Leasing-Vertrages an eine US-amerikanische Finanzgesellschaft verleast und ohne Eigentumsübertragung zurückgeleast.[4] 2009 wurde die Rückabwicklung möglichst aller Leasingtransaktionen beschlossen und großteils noch im selben Jahr umgesetzt.

Mitte 2005 etablierte der Verbund den Geschäftsbereich Vertrieb und wurde in Österreichs Endkundengeschäft mit Strom aktiv. Binnen weniger Jahre stieg das Unternehmen zum fünftgrößten Stromanbieter im Inland auf. 2007 erweiterte der Verbund seine Aktivitäten um weitere erneuerbare Energieträger und begann mit großen Investitionen vor allem in Windkraft. Mitte 2009 erwarb der Verbund vom Energieunternehmen E.ON eine Kraftwerkskette am bayerischen Inn und stieg so zum viertgrößten Wasserkrafterzeuger Europas auf. 2013 wurden acht weitere Wasserkraftwerke von E.ON übernommen.[5]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Leitungen[Bearbeiten]

Zuständig für den Stromtransport ist in Österreich die Austrian Power Grid AG (APG), ein 100 %-Tochterunternehmen des Verbunds. Sie betreibt das größte und leistungsfähigste Hochspannungsnetz Österreichs, das die Spannungsebenen 380 kV mit dem (unvollständigen) 380-kV-Hochspannungsring, 220 kV und 110 kV sowie mehrere Umspannwerke und Netzschaltanlagen umfasst. Da das dritte Energiemarkt-Liberalisierungspaket der Europäischen Union eine Trennung der Bereiche Stromerzeugung und -handel vom Bereich der Stromübertragung vorschreibt, wurde die APG von den anderen Konzernbereichen entflochten und mit 2. März 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber zertifiziert.

Das System des Bahnstroms (16,7 Hz Frequenz) besteht daneben weitgehend selbständig mit Kraftwerken und 110 kV als höchster Spannungsebene zur Versorgung der Eisenbahn.

Hauptartikel: Austrian Power Grid

Stromerzeugung[Bearbeiten]

Verbund ist Österreichs größter Stromerzeuger. Mit seiner Eigenerzeugung kann das Unternehmen mehr als 40 % des österreichischen Strombedarfs decken. Der Geschäftsbereich Erzeugung bündelt die Aktivitäten der Wasserkraft, Wärmekraft und Windkraft.

Wasserkraft[Bearbeiten]

Rund vier Fünftel des Verbund-Stroms in Österreich stammen aus eigenen Wasserkraftwerken. Verbund betreibt in Österreich 16 Speicherkraftwerke, sechs Pumpspeicherkraftwerke (zwei weitere in Planung/Bau) und 88 Laufkraftwerke. Die Anlagen befinden sich in der Alpenregion in Salzburg, Tirol, Kärnten und der Steiermark sowie entlang aller wichtiger Flüsse wie Inn, Donau, Enns, Mur und Drau. Verbund verfügt in Österreich über eine Gesamthöchstleistung aus Wasserkraftwerken von 6.600 Megawatt; die durchschnittliche Jahreserzeugung beträgt zusammengenommen 24,8 Mrd. kWh. Mitte 2009 wuchs die Stromerzeugung von Verbund aus Wasserkraft durch den Erwerb von 13 Laufwasserkraftwerken am bayerischen Inn um 7 % an: Die bayerischen Inn-Kraftwerke weisen zusammen eine Höchstleistung von 312 Megawatt und eine durchschnittliche Jahreserzeugung von 1,85 Mrd. Kilowattstunden auf.

Wärmekraft[Bearbeiten]

Auch im Bereich Wärmekraft ist Verbund einer der größten Stromerzeuger sowie einer der größten Fernwärme-Lieferanten Österreichs. Die Jahreserzeugung beträgt rund 4 Mrd. kWh Strom und 900 Mio. kWh Wärme. Von neun Verbund-Wärmekraftwerken mit und ohne Kraft-Wärme-Kopplung sind derzeit drei in Betrieb: Dürnrohr, Gas- und Dampfkraftwerk Mellach und Neudorf-Werndorf II. Zusammen weisen sie eine Leistung von 815 Megawatt auf. Das 2011 fertiggestellte Gas-Dampf-Kraftwerk Mellach erreicht eine elektrische Höchstleistung von 832 Megawatt und eine thermische Gesamtleistung von 250 MW. Seine Jahreserzeugung beträgt theoretisch 5 Mrd. kWh Strom sowie 800 Mio. kWh Fernwärme.

Windkraft[Bearbeiten]

Verbund betreibt seit 2009 in Österreich drei Windparks mit 49 MW Gesamtleistung in Bruck an der Leitha, Hollern und Petronell-Carnuntum. Mit den beiden Windparks Hollern II und Petronell II ist eine Verdoppelung der Kapazität geplant. 2011 ging ein 16-MW-Windpark in Bulgarien in Betrieb. Derzeit entsteht in Casimcea an der rumänischen Schwarzmeerküste mit 200 MW einer der größten Festland-Windparks Europas. Weitere 300 MW Windkraftleistung werden mit Partnern in Italien, Frankreich und der Türkei betrieben.[6]

Sonnenenergie[Bearbeiten]

In Spanien betreibt Verbund zwei Photovoltaik-Kraftwerke.

Stromkennzeichnung[Bearbeiten]

Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control weist für Verbund im 2012 veröffentlichten Stromkennzeichnungsbericht [7] folgende Strom-Zusammensetzung aus:

Stromlieferant Kundengruppe Erneuerbare Energie Fossilenergie Nuklearenergie Sonstige ENTSO-E Mix * Umweltauswirkungen CO2 in g/kWh Umweltauswirkungen radioaktiver Abfall in mg/kWh
Verbund AG Haushalte, Gewerbe 100 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 0,000
Verbund Sales GmbH Industrie 14 % 0 % 0 % 0 % 86 % 455 0,820
* Europäischer Strommix aus 64,5 % fossilen Brennstoffen, 35,08 % Nuklearenergie und 0,42 % Sonstige (Erneuerbare sind gemäß Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 ausgenommen.)

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Errichtung des Donaukraftwerks Freudenau, 1994

Geschäftsfelder und Kennzahlen[Bearbeiten]

Der Verbund hat Geschäftsbeziehungen in mehr als 20 Ländern und verfügt über 13 Niederlassungen bzw. Beteiligungen in Europa. Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete der Verbund das bisher beste Ergebnis seiner Geschichte: Mit rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von mehr als 3,7 Mrd. Euro, ein EBIT von mehr als 1,1 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von knapp 686 Mio. Euro. Im Jahr 2012 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 3.100.

In einem Ranking des Forbes Magazine der weltweit größten Aktiengesellschaften aus dem Jahre 2013 liegt der Verbund auf Platz 1.229.[8]

Erzeugung und Übertragung[Bearbeiten]

Die Verbund AG heute im Gebiet ihrer Kernkompetenz aufgestellt, den Kraftwerksgruppen und Energienetzen des österreichischen Alpenraums, mit Fokus auf Gewinnung von Wasserkraft und effiziente Energieversorgung, und enger Verknüpfung der beiden und dem gesamteuropäischen Energienetz.[9][10]

Handel und Vertrieb[Bearbeiten]

Der Stromhandel[11] stellt innerhalb des Verbund-Konzerns die Schnittstelle zwischen Erzeugung, Vertrieb und Großhandelsmarkt dar. Mehr als die Hälfte des Stromabsatzes tätigt der Konzern außerhalb Österreichs. Der Verbund ist in mehr als 20 Ländern aktiv. Die größten Absatzmärkte sind Deutschland, Frankreich und Italien. Gehandelt wird an allen wesentlichen Strombörsen Europas. Zudem werden Stadtwerke und industrielle Großkunden beliefert, und es wird mit Grünstrom- und CO2-Zertifikaten gehandelt.

Seit Juli 2005 ist der Verbund im Bereich Stromdirektvertrieb[11] am liberalisierten österreichischen Markt tätig. Neben Haushalts- und Gewerbekunden wird seit Anfang 2006 auch die österreichische Industrie (Marktanteil: 25 %) beliefert. Ende 2009 versorgte der Verbund in Österreich rund 220.000 Privatkunden und war damit bereits fünftgrößter Anbieter des Landes. Zum Ende des Jahres 2013 vermeldete der Konzern, in Österreich nun 300.000 Privathaushalte mit Strom zu beliefern.[12]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Verbund hat eine Mehrheit zweier Gesellschaften für die Stromerzeugung,[9] an der VERBUND Hydro Power AG (80,34 %, für die Wasserkraftwerke) sowie an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG (55,66 %, für thermische Kraftwerke), und 100 % an der VERBUND Renewable Power GmbH (gegr. 2007, für erneuerbare Energiegewinnung und Kleinkraftwerke). 2009 wurden von E.ON 13 Kraftwerke am Inn in Bayern übernommen, und in der VERBUND-Innkraftwerke GmbH (Töging am Inn) gebündelt,[13][14] die Gruppe 2012 um weitere 8 erweitert.[15]

Weitere Tochtergesellschaften für Geschäftsbereiche sind (alle zu 100 %) die Austrian Power Grid AG (APG, Betreiber der Stromleitungen/Stromübertragung),[10] die VERBUND Trading AG, VERBUND Sales GmbH, VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH (für den Stromvertrieb und -handel),[11] sowie VERBUND Management Service GmbH (Shared-Service-Organisation für kaufmännische und administrative Dienstleistungen in der Firmengruppe).[16]

Für Auslandsbeteiligungen besteht die VERBUND International GmbH.

Weitere 100-%-Töchter für Begleitinfrastruktur sind VERBUND Telekom Service GmbH (Telekommunikation über Stromnetz), VERBUND Tourismus GmbH (Fremdenverkehrsbetrieb rund um die Kraftwerke), sowie die VERBUND Umwelttechnik GmbH (Forschung und Beratung im umweltrelevanten Qualitätsmanagement der Energiebranche).[17]

Beteiligungen[Bearbeiten]

Der Verbund ist in wichtigen Strommärkten Europas engagiert. In Italien ist der Verbund mit 44,8 % am Energieunternehmen Sorgenia beteiligt, welches 1999 gemeinsam mit der CIR-Gruppe als Energia gegründet wurde. Aus dem Joint Venture EnerjiSA in der Türkei (50 % seit 2007), das 1996 von der Sabanci-Holding gegründet wurde, die ebenfalls 50 Prozent hält.[18] zog sich die Firma 2012 zurück (Assetswap mit E.ON gegen die bayerischen Innkraftwerke).[15] In Frankreich hielt Verbund bis Sommer 2011 44,8 % am börsennotierten Energieunternehmen Poweo; daneben hält Verbund weiterhin zwei neu gebaute Gaskraftwerke (in Pont-sur-Sambre und Toul (Betriebsbeginn 2013)). Seit 2008 sind alle Auslandsbeteiligungen und -projekte des Verbund in der VERBUND International GmbH gebündelt.

Die Beteiligungen des Verbund im Inland, wie etwa an der KELAG, werden in der Konzern-Holding verwaltet. Aus der Steweag-Steg zog sich der Verbund ebenfalls 2012 zurück.[15]

Aktie[Bearbeiten]

Der Verbund notiert an der Wiener Börse und ist im ATX enthalten. Größter Aktionär ist mit 51 % die Republik Österreich. Rund 18 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. 2008 stieg der Kurs der Aktie auf über 60 Euro, verlor aber in den Folgejahren erheblich an Wert. Ein historischer Tiefstkurs wurde am 10. Juli 2013 mit 13,97 Euro erreicht. Für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 wurde eine Dividende von jeweils 0,55 Euro gezahlt, für das Jahr 2012 stieg die Dividende auf 0,60 Euro je Aktie.

Kritik[Bearbeiten]

Die österreichische Nichtregierungsorganisation Umweltdachverband vergab wiederholt die „Uran-“ bzw. die „Atombirne“ an die Verbund-Austrian Power Sales, die Vertriebstochter des Verbund. Laut Umweltdachverband gehöre die Verbund-Austrian Power Sales GmbH zu den „größten Dreckschleudern der Republik 2010“.[19] Im Besonderen wird die „doppelbödige Kommunikation“ kritisiert, da der Verbund mit Strom aus sauberer Wasserkraft werbe und einen importierten Strom, der zu 30 % Atomstrom enthält, verkaufe. Sie beruft sich auf den Stromkennzeichnungsbericht 2010[20] der Energie-Control, laut dem die Verbund-Austrian Power Sales 83 % der verkauften Energie aus dem UCTE-Mix bezog, der seinerseits einen Atomstromanteil von 30 % hat.

2012 kritisierte Greenpeace den Verbund dafür, dass er physikalische Stromflüsse und Stromkennzeichnung bewusst vermischt, um den Eindruck zu erwecken, der von der Verbund Sales GmbH verkaufte Strom stamme überwiegend aus heimischer Erzeugung, obwohl dies nicht mit entsprechenden Herkunftsnachweisen belegt werden kann.[21]

Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control erachtete es als „problematisch“, dass der Verbund im Herbst 2009 massiv um Neukunden warb und allen, die sich mindestens 1 Jahr mit Strom beliefern lassen, einen Rabatt versprach, dann aber am 1. Mai 2010 den Strompreis um 12,9 % anhob.[22]

Sonstiges[Bearbeiten]

Seit 2004 besitzt das Unternehmen mit der Sammlung Verbund eine eigene Kunstsammlung zeitgenössischer internationaler Objekte von 1970 bis heute.

2009 initiierte der Verbund gemeinsam mit der Caritas Österreich einen Stromhilfefond, den er mit 1 Euro pro Privatkunde pro Jahr speist. Dieser unterstützt Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen u. a. mit finanziellen Überbrückungshilfen sowie Energieberatungen.[23]

Über das Tochterunternehmen Verbund-Tourismus GmbH bewirbt Verbund seine Kraftwerke sowie die im Einzugsgebiet gelegenen Landschaften (Kaprun, Maltatal, Zillertal) als Ausflugsziele.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard A. Stadler, Manfred Wehdorn, Monika Keplinger, Valentin E. Wille: Architektur im Verbund. Springer, Wien 2007, ISBN 978-3-211-75827-4.
  • Valentin Weber-Wille, Manfred Wehdorn: Architektur bei VERBUND. Die bayerischen Innkraftwerke, Band 105 der Schriftenreihe Forschung in der VERBUND AG, Selbstverlag Verbund, Wien 2012, ISBN 3-9502188-6-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2013
  2. Bundesgesetzblatt 10. Mai 1947
  3. Österreichische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft: Energie für unser Leben, 1947 bis 1997 - 50 Jahre Verbund, Ueberreuter, Wien 1997
  4. 27. Sitzung des Wiener Gemeinderates am 23. April 2004, Postnummer 48, wörtliches Protokoll, S. 25 ff
  5. Verbund AG übernimmt acht Wasserkraftwerke von Eon, Ausgabe 18/2013 von EUWID Wasser und Abwasser
  6. Firmenpräsentation der Verbund Renewable Power GmbH vom 29. April 2011 (PDF; 2,3 MB)
  7. Stromkennzeichnungsbericht 2012 der E-Control
  8. Elf Firmen unter den weltweit größten. In: oesterreich.orf.at. 18. April 2013, abgerufen am 18. April 2013: „Österreich ist mit elf Unternehmen in der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste des US-Magazins „Forbes“ der weltweit größten 2.000 Firmen vertreten. […] Weiters vertreten sind der Stromkonzern Verbund (Platz 1.229), […] Unter den 2.000 Firmen befinden sich ausschließlich Aktiengesellschaften, […] Zur Erstellung der Rangliste wurden folgende Kennzahlen verwendet: Umsatz, Gewinn, Vermögenswert und Marktkapitalisierung.“
  9. a b Stromerzeugung; verbund.com
  10. a b Stromübertragung; verbund.com
  11. a b c Stromvertrieb, Stromhandel; beide verbund.com
  12. Pressemeldung 300.000 Haushaltskunden, verbund.com, 12. Dezember 2013.
  13. Verbund kauft 13 Wasserkraftwerke von E.ON, DiePresse.com, 8. Juni 2009.
  14. Übernahme der bayrischen Inn-Kraftwerke abgeschlossen, derStandard.at, 1. September 2009.
  15. a b c Verbund tauscht Türkei- gegen Inn-Kraftwerke, Luise Ungerboeck, derStandard.at, 3. Dezember 2012.
  16. Firma VERBUND Management Service GmbH in Wien. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  17. Über uns, VERBUND Umwelttechnik, verbund.com/ut
  18. Website Sabanci
  19. http://www.umweltdachverband.at/fileadmin/user_upload/pdfs/Presse_2011/PA_Atombirne_200311.pdf
  20. [ http://www.e-control.at/portal/page/portal/medienbibliothek/oeko-energie/dokumente/pdfs/stromkennzeichnungsbericht-2010-final.pdf Stromkennzeichnungsbericht 2010], S. 131 (pdf, e-control.at)
  21. Greenpeace: Antwort auf Verbund Reaktion, 24. Januar 2012
  22. Presseinformation der E-Control, 14. April 2010
  23. Caritas - Stromhilfe verbindet