Verbundlenkerachse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verbundlenkerachse (Ausschnitt rechts) VW Polo IV Typ 9N

Die Verbundlenkerachse ist eine Bauart der Hinterachse bei Automobilen mit Frontantrieb. Verbreitet ist die Konstruktion in der Kompaktklasse; so wurden z. B. VW Golf I bis IV mit einer Verbundlenkerachse bestückt. Aus Kostengründen wird sie im VW Golf VII für die Motoren unter 122 PS wieder eingesetzt.

Die Radaufhängung besteht aus zwei gezogenen Längsschwingen, die vorn nahe ihrer Drehachse durch ein eingeschweißtes Profil verbunden sind. Das Profil hat typischerweise einen U- oder T-förmigen Querschnitt und ist so bemessen, dass es sich bei einseitigem Ein- und Ausfedern verdreht und als Stabilisator wirkt.

Bei der ähnlich aufgebauten Koppellenkerachse sind die Längslenker etwa in deren Mitte über ein unten offenes U-Profil mit eingeschweißtem Torsionsrohr verbunden (Beispiel: Audi 50). Bei ungleichem Einfedern verhalten sie sich wie Schräglenkerradaufhängungen. Verbindet das Profil die Längslenker an ihrem Ende, spricht man von einer Torsionskurbelachse (Beispiel: Audi 100). Kinematisch entspricht diese Achse einer Starrachse.

Verbundlenkerachsen sind mit nur zwei Lagern am Fahrzeugaufbau befestigt und bestehen aus sehr wenigen Einzelteilen, daher lassen sich mit ihr besonders kostengünstige Konstruktionen realisieren. Die Schweißnähte zwischen Schwinge und Torsionsträger sind hohen Spannungen ausgesetzt und daher schwierig zu fertigen.

Gegenüber Starrachsen haben Verbundlenkerachsen den Vorteil, dass das Einfedern auf einer Seite aufgrund einer Unebenheit wesentlich weniger Bewegung des Rades auf der anderen Seite nach sich zieht. Als Nachteil ist die Neigung zum Seitenkraftübersteuern und der positive Wanksturzfaktor zu sehen.

Alle drei Hinterachskonstruktionen gehören zu den Halbstarrachsen und sind daher keine Einzelradaufhängungen.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]