Vercelli

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Vercelli
Kein Wappen vorhanden.
Vercelli (Italien)
Vercelli
Staat: Italien
Region: Piemont
Provinz: Vercelli (VC)
Koordinaten: 45° 19′ N, 8° 25′ O45.3166666666678.4166666666667130Koordinaten: 45° 19′ 0″ N, 8° 25′ 0″ O
Höhe: 130 m s.l.m.
Fläche: 79 km²
Einwohner: 46.992 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 595 Einw./km²
Postleitzahl: 13100
Vorwahl: 0161
ISTAT-Nummer: 002158
Volksbezeichnung: Vercellesi
Schutzpatron: Sant'Eusebio
Website: Vercelli
Piazza Cavour in Vercelli
Piazza Cavour in Vercelli
Reisfeld in der Nähe von Vercelli

Vercelli ( ital. Ausspr.?/i, piemontesisch Vërsèj) ist eine Stadt in der italienischen Region Piemont mit 46.992 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 130 Meter über dem Meeresspiegel und dehnt sich über eine Fläche von 79 km² aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge – Antike[Bearbeiten]

In der Zeit des römischen Reiches hieß die Stadt Vercellae. Bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. bestand eine keltische Siedlung. Südlich der heutigen Stadt gewann Gaius Marius die Schlacht von Vercellae gegen die Kimbern im Jahre 101 v. Chr. auf den Raudischen Feldern. Zu Beginn der Kaiserzeit wurde die Stadt befestigt. In der Spätantike war die Stadt aufgrund ihrer Größe bedeutsam und wichtigstes Zentrum der Nizäner in Norditalien.[2]

Mittelalter[Bearbeiten]

Schon früh war Vercelli Bistum. Der erste Bischof war der sagenumwobene Eusebius von Vercelli. Im Mittelalter war Vercelli auch aufgrund seiner strategischen Lage im Vorfeld eines wichtigen Alpenpasses bedeutender Bischofssitz. Während der Zeit der Langobarden war V. Sitz eines Herzogs und besaß das Recht, Goldmünzen zu prägen. Die Bischöfe Atto von Vercelli und Leo von Vercelli konnten im 10. und 11. Jahrhundert die Machtstellung ihrer Stadt durch königliche Privilegien weiter ausbauen und gegen diverse Angriffe ihrer Gegner (unter Führung des Markgrafen Arduin von Ivrea) erfolgreich verteidigen. Machtkämpfe innerhalb des Klerus in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schwächten die Position der Kirche in der Stadt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Vercelli in eine eigenständige Republik umgewandelt, die sich im Lombardischen Städtebund engagierte. In Vercelli wurde 1228 die erste Universität des Piemont errichtet. Machtkämpfe innerhalb der städtischen Fraktionen beendeten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Blüte der Stadt. Im 14. Jahrhundert stand die Stadt unter der Macht der Familie Visconti, die sie jedoch 1427 endgültig an das Herzogtum Savoyen abtreten musste.

Neuzeit[Bearbeiten]

Vercelli gilt als größter Umschlagsplatz für Reis in Europa. Dort hatte auch das Istituto Sperimentale di Risicoltura di Vercelli seinen Sitz, welches etwa 50 Jahre lang von 1912 bis 1952 monatlich die Besonderheit der Baraggia und des dort angebauten Reises in der Zeitschrift „Giornale di Risicoltura“ beschrieb. Im Jahr 1952 wurde dieses Journal durch die Publikation „Il Riso“ ersetzt, die von der italienischen Reisbehörde (Ente Nazionale Risi) herausgegeben wird. In Vercelli befindet sich ein bekanntes Frauengefängnis.

Verkehr[Bearbeiten]

Bei Vercelli kreuzen sich die Autobahnen A26 und A4, über die Turin, Mailand und Alessandria einfach zu erreichen sind. Verschiedene Landstraßen verbinden Vercelli mit den Orten in der näheren Umgebung. Vercelli liegt an den Bahnstrecken Turin-Mailand, Vercelli-Pavia und Vercelli-Valenza. Die Stadt hat einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.[3] Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Turin und Mailand-Malpensa.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz.“

Das große Stadtwappen zeigt über dem Schild eine goldene, innen rote Mauerkrone aus einer zweistöckigen Mauer und fünf dreizinnigen konischen Rundtürmen mit je einem schwarzen Portal und zwei schwarzen Fenstern übereinander, rechts von einem Lorbeerzweig, links von einem Eichenzweig in natürlichen Farben eingefasst, beide mit einem Band in den italienischen Nationalfarben zusammengebunden und belegt mit einem silbernen Devisenband, darauf der Wahlspruch: POTIUS MORI QUAM FOEDARI - BESSER STERBEN DENN ENTEHRT WERDEN

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Basilica Sant’Andrea
  • Die Basilica Sant’Andrea, um 1224, ist das bedeutendste Werk des romanisch-gotischen Übergangsstils in Norditalien. Der Bau ist außen romanisch, innen frühgotisch. Die Grundsteinlegung fand am 12. Februar 1219 statt, bereits 1227 war die Kirche vollendet. Diese Baugeschwindigkeit verdankt die Gemeinde ihren hohen finanziellen Mitteln. Der Baumeister ist unbekannt. Es ist eine der ersten gotischen Raumkonzeptionen auf italienischem Boden. Kreuzgang: Vom Bau des 13. Jahrhunderts stammen noch die Crochet-Kapitelle; die runden Bögen und Gewölbe wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Renaissanceformen ersetzt. Der freistehende Campanile stammt aus dem 15. Jahrhundert.
  • Der Duomo S. Eusebio stammt aus der Zeit um 1572. Die Vorhalle ist klassizistisch. Vom romanischen Bau nichts mehr erhalten.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein Pro Vercelli holte insgesamt sieben italienische Meistertitel. Sein bekanntester Spieler war, von 1930 bis 1934, Silvio Piola (genannt "Adler von Vercelli"), der spätere Mittelstürmer der Squadra Azzurra während der Weltmeisterschaft 1938 und sogenannter "Erfinder des Fallrückziehers".

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Vercelli sind seit 1970 Arles in der Provence (Frankreich) und seit 2003 Tortosa in Katalonien (Spanien). Mit der englischen Stadt Ely im Osten der Grafschaft Cambridgeshire besteht ein Freundschaftsvertrag.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pippke, Walter / Ida Pallhuber: Piemont und Aosta-Tal. Köln 1989. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 114, Abb. 14,20, Farbtafel 29

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vercelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Giancarlo Andenna: Vercelli. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 1495–1497.
  3. Lage: 45.3111111111118.4175. Internetseiten des örtlichen Aeroclubs
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