Verdichterstation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erdgaskompressorstation Rothenstadt-Weiherhammer

Eine Verdichterstation (auch Kompressorstation) ist eine Anlage in einer Erdgasleitung, bei der ein Kompressor das Erdgas wieder komprimiert, um Druckverluste auszugleichen.

Das Erdgas wird von den Erdgasfeldern nach Aufbereitung über Pipelines zu den Verbrauchern geleitet. Eingespeist wird es mit hohem Druck und bedingt durch den Strömungsverlust reduziert sich der Druck in der Pipeline.[1] Deshalb ist es notwendig, in Verdichterstationen das Erdgas zu verdichten.

Aufbau einer Verdichterstation[Bearbeiten]

  • Antriebsmaschine; diese treibt den Kompressor an, hat als Energieträger zumeist Erdgas und besteht bei kleinen Einheiten (unter 1 MW Antriebsleistung) zumeist aus einem (Kolben-)Gasmotor und bei größeren immer aus einer Gasturbine (mit 1 bis 30 MW Antriebsleistung). Fast immer sind zwei oder mehrere Antriebsmaschinen bei einer Verdichterstation (siehe N+1-Redundanz )
  • Seit 2010 bzw. 2011 laufen Zentrifugal-Verdichter mit getriebelosem, schmierölfreiem magnetgelagerten Elektromotorantrieb leiser als konventionelle Gasturbinen in Neustift/Oberkappel (WAG West-Austria-Gasleitung) und Baumgarten (Niederösterreich, drei je 6 MW).[2]
  • Abwärmerückgewinnung; der Antriebsmaschine. Heute ist diese noch nicht bei jeder Kompressorstation vorgesehen, jedoch ist bei der TAG-Verdichterstation in Weitendorf eine solche Anlage der OMV Gas & Power in Betrieb , bei der die Abwärme genutzt und daraus bis zu 16 MW elektrische Leistung erzeugt wird ohne zusätzliches CO2 zu produzieren.
  • Getriebeeinheit; diese gleicht die Drehzahl der Antriebsmaschine mit dem Kompressor aus.
  • Kompressor; dieser saugt das Erdgas aus der Pipeline an und speist es verdichtet wieder ein.
  • Kühler; bei der Verdichtung erwärmt sich das Erdgas und muss nun gekühlt werden, da einerseits heißes Gas eine niedrigere Dichte und damit einen höheren Druckverlust hat, andererseits die hohe Temperatur die Feuchtigkeitsisolierung der Pipeline beschädigt.

Die Verdichterstationen, so z.B. an der Trans Austria Gasleitung,[3] sind etwa alle 100 km angeordnet. Der Erdgasbedarf für den Antrieb der Verdichterstationen ist stark vom Betriebszustand und von der Auslegung des Pipelinesystems abhängig, da der Druckverlust quadratisch mit der Strömungsgeschwindigkeit ist. Im Überlastbetriebszustand der Pipeline beträgt dieser bis zu 1 % der transportierten Menge je 100 km; im Volllastzustand rund 1 % je 250 km, dagegen im 10 % Teillastzustand nur 1 % für rund 10.000 km (typische Zahlen).

Kleine Anlagen haben in Gebäuden von der Größe einer Fertiggarage Platz, Großanlagen beanspruchen eine Anlage von der Größe einer Fabrikhalle.

Beispiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berechnung der Kapazitäten im Pipelinesystem, Stand 31. Mai 2009
  2. http://de.geenergyeurope-pressroom.com/archive/2009/11/10/omv-setzt-erneut-icl-technologie-von-ge-oil-gas-ein.html OMV setzt erneut ICL-Technologie von GE Oil & Gas ein 10. November 2009 GE Energy press, abgerufen 18. Dezember 2011
  3. Beschreibung des TAG Pipelinesystems Stand 31. Mai 2009
  4. http://www.wingas-transport.de/reckrod.html
  5. http://mysolar.cat.com/cda/files/870985/7/Solar_Turbines_5000_Gas_Compressor_News_Rel_Sent.pdf

Weblinks[Bearbeiten]