Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen

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Basisdaten
Titel: Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen
Früherer Titel: Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen
Abkürzung: VOF, VOF 2009
Art: Vergabeordnung
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Vergaberecht
Ursprüngliche Fassung vom: 12. Mai 1997
(BAnz. Nr. 164a vom 3. September 1997)
Inkrafttreten am: 1. November 1997
Letzte Neufassung vom: 18. November 2009
(BAnz. Nr. 185a vom 8. Dezember 2009)
Inkrafttreten der
Neufassung am:
11. Juni 2010
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Die Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) regelt die Ausschreibung und Vergabe von freiberuflichen Leistungen durch öffentliche Auftraggeber in Deutschland. Darunter fallen neben Architekten- oder Ingenieurleistungen auch Leistungen im Rahmen der Kunst am Bau. Sie ergänzt die Vergabeverordnung und ist in ihrem Bereich das Pendant zu Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) bzw. Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL).

Freiberufliche Leistungen sind Leistungen, die im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit erbracht oder im Wettbewerb mit freiberuflich Tätigen angeboten werden. Aufträge für Dienstleistungen (insbesondere Architekten- und Ingenieurleistungen) nach VOF müssen europaweit ausgeschrieben werden, wenn das geschätzte Honorarvolumen ohne Umsatzsteuer 207.000,00 Euro (bis 31. Dezember 2013: 200.000,00 Euro) erreicht, beziehungsweise

  • bei losweiser Vergabe von Dienstleistungsaufträgen ab 80.000,00 Euro,
  • unabhängig davon für alle weiteren Lose, bis mindestens 80 % des Gesamtauftragswertes erreicht sind.

Aufträge werden in einem Verhandlungsverfahren oder in einem Planungswettbewerb vergeben. Das gesamte Vergabeverfahren kann in mehreren, aufeinander abfolgenden Phasen durchgeführt werden. Im ersten Schritt werden anhand der bekannt gemachten Kriterien geeignete Bewerber ausgewählt. Bei anspruchsvollen Aufgaben der Architektur- und Ingenieurleistungen werden meistens Planungswettbewerbe durchgeführt. Anschließend wird das eigentliche Verhandlungsverfahren durchgeführt, in dem mit den ausgewählten Bewerbern, nach Wettbewerben mit den Preisträgern, über die konkreten Auftragsbedingungen verhandelt wird. Den Zuschlag erteilt der Auftraggeber dem Bieter, der die bestmögliche Leistung erwarten lässt. Unterhalb der Grenzwerte werden freiberufliche Leistungen freihändig vergeben, z. B. nach den Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau).

Literatur[Bearbeiten]

  • Malte Müller-Wrede (Hrsg.): Kommentar zur VOF. 4. Auflage. Werner Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-8041-4352-4.
  • Hermann Pünder, Martin Schellenberg (Hrsg.): Vergaberecht. Handkommentar. Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-2681-6.
  • Reinhard Voppel, Wolf Osenbrück, Christoph Bubert: VOF. Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen. Kommentar. 3. Auflage. C.H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-61254-1.
  • Rudolf Weyand: Vergaberecht. Praxiskommentar zu GWB, VgV, SektVO, VOB/A, VOLA/A, VOF. 3.Auflage. München 2011, ISBN 978-3-406-57874-8.

Weblinks[Bearbeiten]

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