Vereinigte Huttwil-Bahnen

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Vereinigte Huttwil-Bahnen
Rechtsform AG
Gründung 1. Januar 1944
Auflösung 1. Januar 1997
Auflösungsgrund Fusion
Sitz Huttwil
Branche Bahngesellschaft

Vereinigte Huttwil-Bahnen (VHB) war eine Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Huttwil in der Schweiz. Sie fusionierte 1997 mit der Emmental-Burgdorf-Thun-Bahn (EBT) und den Solothurn-Münster-Bahn (SMB) zur Regionalverkehr Mittelland (RM), die daraufhin den Betrieb des Streckennetzes der VHB übernahm. Seit Mitte 2006 werden die Linien von der BLS AG betrieben, die aus der Fusion der RM mit der BLS Lötschbergbahn entstanden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

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Haltestelle Griesbach in der typischen Bauweise von Haltestellen auf den Strecken der VHB. Der Fahrkartenautomat und Entwerter wurden bereits abgebaut.

Das Unternehmen Vereinigte Huttwil-Bahnen (VHB) entstand am 1. Januar 1944 durch die Fusion der Langenthal-Huttwil-Bahn (LHB), der Huttwil-Wolhusen-Bahn (HWB) und der Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn (RSHB).

Langenthal–Huttwil-Bahn
(LHB) 1.12.1892
 
Huttwil-Wolhusen-Bahn
(HWB) 9.5.1895
 
Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn
(RSHB) 16.4.1904
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Huttwil–Eriswil-Bahn
(HEB)
E 1.9.1915; Ü 1.1.1927
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vereinigte Huttwil-Bahnen
(VHB) 1.1.1944
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regionalverkehr Mittelland
(RM) 1.1.1997
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
BLS Lötschbergbahn
(BLS) 2006

Alle Datumsangaben wenn nicht anders angegeben Eröffnung (E) bzw. Gründung oder Übernahme (Ü)

Elektrifikation[Bearbeiten]

Streckendaten
Streckenlänge 64,01 km
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV 16.7 Hz ~
Zahnstange keine
Betriebsaufnahme Abschnitt
8. Juli 1945 Langenthal–Huttwil
6. August 1945 Huttwil–Hüswil
7. Oktober 1945 Ramsei–Sumiswald–Wasen i.E.
7. Dezember 1945 Hüswil–Wolhusen
12. April 1946 Sumiswald–Huttwil
5. Mai 1946 Huttwil–Eriswil
Streckennetz der VHB während seiner grössten Ausdehnung

Unter den VHB wurde auf allen Strecken der elektrische Betrieb eingeführt. Zur Verwendung kam das bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) üblichen Wechselstromsystem mit einer Spannung von 15 Kilovolt und der Frequenz 16⅔ Hertz.

Die Elektrifikation wurde Mitte 1945 mit dem Streckenabschnitt zwischen Langenthal und Huttwil begonnen und in zwei weiteren Etappen bis Ende Jahr bis Wolhusen abgeschlossen. Der Streckenabschnitt zwischen Ramsei und Sumiswald samt der Stichstrecke nach Wasen wurde währenddessen ebenfalls elektrifiziert, der Zusammenschluss der beiden elektrifizierten Streckenteile in Huttwil fand schliesslich im April 1946 statt. Zuletzt wurde auch noch die Stichbahn nach Eriswil mit einem Fahrdraht versehen.

Stilllegungen[Bearbeiten]

Nicht alle Strecken der VHB konnten erhalten werden, die Gründe liegen vor allem in der Topographie und der relativ dünnen Besiedelung der Region, die aus vielen kleinen Streusiedlungen besteht, wodurch nur der Verkehr zwischen grösseren Ortschaften und der Güterverkehr annähernd kostendeckend zu betreiben sind.

Am meisten darunter zu leiden hatte die Strecke der Huttwil-Eriswil-Bahn (HEB), die kurze Stichbahn Huttwil–Eriswil, die bereits am 1. Januar 1927 von der Langenthal–Huttwil-Bahn (LHB) übernommen worden war. Obwohl die Strecke noch als letzte 1946 elektrifiziert wurde, entwickelte sie sich rückläufig. Aufgrund der schwachen Nutzung wurde der Personenverkehr zum Fahrplanwechsel 1975 durch einen Busbetrieb ersetzt. Als auch der Güterverkehr einbrach, wurde auch dieser eingestellt, und die veraltete Strecke wurde schliesslich 1979 abgebrochen.

Zwar blieb dies unter der VHB der einzige Abbruch einer Strecke, stillgelegt wurde allerdings zum Fahrplanwechsel 1994 auch der Personenverkehr auf der Stichstrecke von Sumiswald-Grünen nach Wasen im Emmental. Ein zusätzlicher Faktor bei dieser Stilllegung war die veraltete und personalintensive Infrastruktur, die für die Bedienung der Handweichen Personal an den Stationen benötigte.

Nach der Fusion zur RM wurde 2004 auch der Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt Affoltern-Weier–Huttwil stillgelegt, dies allerdings nicht mehr ausschliesslich aufgrund der spärlichen Passagierzahlen, sondern auch aufgrund der Fahrzeit der S-Bahn ab Bern. Dadurch dass die S-Bahn bereits in Affoltern-Weier wendete, konnte eine Komposition eingespart werden, und die lange Stillstandszeit in Huttwil fiel weg. Seit dem Fahrplanwechsel 2009 wendet die S-Bahn bereits in Sumiswald-Grünen, und der Abschnitt Affoltern-Sumiswald wurde auf Busbetrieb umgestellt. Ein Abbruch weiterer Strecken steht trotz der Stilllegungen auf absehbare Zeit nicht zur Diskussion.

Fusion zur RM[Bearbeiten]

Die Betriebsgemeinschaft mit der EBT und der SMB – unter gemeinsamer Führung durch die EBT als grösste der drei Gesellschaften – wurde per 1. Januar 1997 in der Gesellschaft Regionalverkehr Mittelland (RM) zusammengeführt. Die RM ihrerseits fusionierte mit der BLS Lötschbergbahn (BLS) zur BLS AG, die seit dem 27. Juni 2006 operativ ist.

Strecken[Bearbeiten]

Strecke Eröffnung Anzahl Stationen* Länge Gesellschaft Bemerkung
LangenthalHuttwil
Bahnstrecke Langenthal–Huttwil
1889 9 (3) + 6 14.09 LHB
HuttwilWolhusen
Bahnstrecke Huttwil–Wolhusen
1895 9 (2) + 7 25.23 HWB
RamseiHuttwil
Bahnstrecke Ramsei–Huttwil
1908 11 (4) + 6 19.46 RSHB 2009 eingestellt
Sumiswald-Wasen 1908 5 (3) 5,20 RSHB 2009 eingestellt
Huttwil–Eriswil 1915 5 (3) 4.90 HEB 1927 von LHB übernommen, 1978/79

stillgelegt und abgebrochen

* davon Haltepunkte (ohne Weiche) + Anzahl Blockstellen

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Born: 75 Jahre Langenthal-Huttwil-Bahn, Jubiläumsschrift, Buchdruckerei Schürch, Huttwil 1964
  • Werner Weber, Werner Hardmeier: Regionalverkehr Mittelland; Band 1: Emmentalbahn, Burgdorf–Thun-Bahn. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2000, ISBN 3-907579-20-8
  • Werner Weber, Werner Hardmeier, Jürg Aeschlimann: Regionalverkehr Mittelland; Band 2: Emmental–Burgdorf–Thun-Bahn. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2002, ISBN 3-907579-23-2
  • Christian Siposs: Transparent Anschriften, ohne Verlag, Jegenstorf 2007
  • Werner Weber, Jürg Suter: Solothurn-Münster-Bahn. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2008. ISBN 978-3-907579-28-2
  • Pascal Lippmann: Flottenpolitik und Flottenkonzept der Regionalverkehr Mittelland AG. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2003, ISSN 1421-2811, S. 494–497.

Weblinks[Bearbeiten]