Vereinigung clubfreier Golfspieler

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Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) ist ein deutscher Sportverein für Golfer unter dem Dach des Deutschen Golf Verbandes. Sie ist die einzig beauftragte und offiziell anerkannte Interessenvertretung aller clubfreien Golfspieler in Deutschland[1].

Ausgangslage[Bearbeiten]

Wer auf den meisten Golfplätzen in Deutschland spielen möchte, muss entweder dort Mitglied sein oder eine Mitgliedschaft in einem anderen Club besitzen. Anders als in den USA gibt es kaum Plätze, die allen offenstehen („Pay and Play“). Weitere Voraussetzung zum Spielen ist eine sogenannte Platzerlaubnis, für die man eine Prüfung ablegen muss.

Für Einsteiger ist das eine hohe Hürde, da ein Ausprobieren eine feste Mitgliedschaft und den damit verbunden finanziellen Mitteln nur eingeschränkt möglich ist. So war zumindest Anfang der 1990er Jahre die Ausgangslage.

Ziele[Bearbeiten]

Aufgabe der VcG ist es, an der Verbreitung des Golfsportes in Deutschland mitzuwirken. Zu diesem Zweck wurde die Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV e.V. 1993 gegründet. Zum einen wird Interessenten ein kostengünstiger und flexibler Einstieg in das Golfspiel ermöglicht, Einstiegsbarrieren sollen abgebaut werden, um viele Menschen für den Golfsport zu gewinnen.[2] Gleichzeitig versteht sich die VcG auch als Heimat für Greenfee-Spieler und Gelegenheitsgolfer - also als Verein für diejenigen Golfspieler, die sich nicht an einen Club binden und stattdessen auf verschiedenen Anlagen gegen eine Spielgebühr, das Greenfee, spielen möchten.

Prinzip der VcG[Bearbeiten]

Die in der VcG organisierten Golfer sind nicht an einen Club gebunden. Es entfallen für sie also die im Vergleich zu anderen Sportarten hohen Aufnahmegebühren oder der Erwerb von Anteilen an Gesellschaften. Für den Betrag von derzeit jährlich 195 Euro ist man in der VcG Mitglied. Man hat die Möglichkeit bei rund 700 Golfclubs in Deutschland gegen Gebühr, das sogenannte Greenfee zu spielen. (Stand Januar 2011)[3] Der finanzielle Aufwand für Einsteiger oder Greenfeespieler ist also vergleichsweise gering.

Mitgliederzahlen[Bearbeiten]

Derzeit sind rund 21.000 Golfspieler Mitglied in der VcG[3] (Stand: Januar 2011). Damit ist sie einer der größten Sportvereine Deutschlands. Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 fanden mehr als 48.740 Sportler (Stand: Januar 2010) mithilfe der VcG den Einstieg in das Golfspiel.

Manche Golfer wechseln nach einiger Zeit von der VcG in einen traditionellen Golfclub. Denn insbesondere für Vielspieler ist eine ordentliche Club-Mitgliedschaft günstiger, weil nicht bei jeder Runde Greenfee bezahlt werden muss. Dieser Wechsel in die Clubs ist durchaus beabsichtigt. Zugleich führt er aber dazu, dass die Zuwächse der Mitgliederzahlen der VcG geringer werden.

Abschlag Schule[Bearbeiten]

Aus den Mitgliedschaftsbeiträgen erwirtschaftete Erträge werden in Förderprojekte investiert. Dies sind seit 1999 Abschlag Schule[4], "pay& play - Öffentlicher Kurzplatz für Jedermann" (2003-2005) [5] und "play golf, start living" [6] (2001-2003). Bislang investierte die VcG rund 12,5 Millionen Euro in Förderprojekte (Stand: 31. März 2009).[7]

Das in der Geschichte des deutschen Golfsports wohl erfolgreichste Förderprojekt "Abschlag Schule" verfolgt das Ziel, Golf als Schulsport zu etablieren. Kinder und Jugendliche sollen so mit dem Golfsport in Kontakt kommen. Gleichzeitig soll Nachwuchs für den Vereinssport gewonnen und die Akzeptanz des Golfsportes erhöht werden.

1999 startete Abschlag Schule ausschließlich in den neuen Bundesländern. 2001 erfolgte die Ausdehnung auf das gesamte Bundesgebiet. Seit dem Start nahmen mehr als 57.000 (Stand 31. März 2009) Schüler daran teil. Grundsätzlich gibt es mehrere Fördermöglichkeiten im Rahmen des Projekts: Schnuppertage oder eine Projektwoche, Arbeitsgemeinschaft in der Schule oder eine Arbeitsgemeinschaft auf dem Golfplatz.[8]

Fördermaßnahmen sind finanzielle Zuschüsse für den Transport zwischen Schule und Golfplatz, den Golfunterricht sowie für Material, insbesondere Leihschläger. Schüler, die durch Abschlag Schule mit dem Golf in Kontakt gekommen sind, haben die Möglichkeit in eigenen Turnieren erste Erfahrungen zu sammeln. 9.500 Kinder und Jugendliche in 510 Schulen nahmen im Jahr 2008 teil. Die teilnehmenden Schulen liegen im gesamten Bundesgebiet. Jeder vierte Jugendliche wird langfristig für die Nachwuchsarbeit der Vereine gewonnen.

Golf - dank Abschlag Schule - bei Jugend trainiert für Olympia aufgenommen: Ende März 2007 hat das Kuratorium der Deutschen Schulsportstiftung auf Empfehlung der Sportkommission der Kultusministerkonferenz beschlossen, die Sportart Golf ab sofort in das Standardprogramm von Jugend trainiert für Olympia aufzunehmen. JTFO gilt als größter Schulsportwettbewerb der Welt, an dem jährlich mehr als 900.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland teilnehmen. [1] Die Aufnahme in das Standardprogramm von JtfO geht in erster Linie auf den Erfolg von "Abschlag Schule" zurück. Denn erst durch das Förderprojekt hat sich ein nahezu in allen Bundesländern stattfindendes Wettkampfsystem inklusive Landesfinalveranstaltungen etabliert - und damit die strukturellen Voraussetzungen (Magdeburger Kriterien) für die Aufnahme geschaffen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.vcg.de/fileadmin/Downloads/Clubs/02-2012_informiert.pdf, S. 4
  2. http://www.vcg.de/einsteiger/wer-wir-sind.html
  3. a b http://www.vcg.de/fileadmin/Downloads/PM_2011/110117_PM_VcG_erste%20Zahlen%202010.pdf
  4. http://www.vcg.de/einsteiger/wer-wir-sind/foerderprojekte.html
  5. http://www.vcg.de/einsteiger/wer-wir-sind/foerderprojekte/pay-play.html
  6. http://www.vcg.de/einsteiger/wer-wir-sind/foerderprojekte.html
  7. http://www.vcg.de/einsteiger/wer-wir-sind/foerderprojekte.html
  8. http://www.vcg.de/fileadmin/Bilder/Foerderprojekte/AS_Antrag_2008.pdf

Weblinks[Bearbeiten]