Verfasserlexikon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Verfasserlexikon – Die deutsche Literatur des Mittelalters ist in seiner zweiten Auflage (²VL) das wichtigste Nachschlagewerk der Altgermanistik. Das mittlerweile abgeschlossene Projekt war bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt und wurde im Rahmen des Akademienprogramms finanziert.

In ausführlichen, ausschließlich von Experten verfassten Artikeln werden Autoren, anonyme Werke und Werkgruppen unter Berücksichtigung der Textüberlieferung dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der deutschsprachigen Literatur des Hoch- und Spätmittelalters, berücksichtigt werden aber auch in Auswahl lateinische Schriften.

„Der Literaturbegriff des Verfasserlexikons umfasst neben der ‚schönen‘ Literatur auch wissenschaftlich-theoretisches und praktisches Gebrauchsschrifttum, z.B. theologische Traktate, Predigten, Gesundheitslehren, Rechts- und Geschichtsliteratur.“

Akademienunion.de

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Auflage, begründet von Wolfgang Stammler, fortgeführt von Karl Langosch, erschien in fünf Bänden 1933–1955 in Berlin.

Die zweite Auflage erschien von 1977 bis 2008. Sie umfasst vierzehn Bände. Die ersten zehn Bände enthalten die Einträge zu Verfassern und anonymen Werken von A bis Z; Band 11 bietet Nachträge und Korrekturen, Band 12 ein Register aller Handschriften. Die Bände 13 und 14 bieten weitere Register.

Die Zentralredaktion des von Kurt Ruh (Bände 1–8) und Burghart Wachinger (ab Band 9) herausgegebenen Werks war bis 2003 an der Universität Würzburg untergebracht, danach in Augsburg und München.[1] Das Lexikon wurde mit Band 14 abgeschlossen.[2] Die verlegerische Betreuung oblag dem Verlag Walter de Gruyter in Berlin.

2001 erschien eine Studienauswahl in einer einbändigen Ausgabe. 2010 erschien eine ungekürzte Studienausgabe in 11 Bänden, allerdings ohne die Registerbände.

2013 wurde in der Herausgeberschaft durch Rolf Bergmann in Zusammenarbeit mit den Autoren der 2. Auflage unter Anregung durch den Verlag de Gruyter für die Lemmata des althochdeutschen und altsächsischen Textkorpus eine Überarbeitung und Aktualisierung auf den Forschungsstand des Jahres 2012 vorgenommen. Das Ergebnis dieser Revision wurde in die „De Gruyter Lexikon“ Reihe aufgenommen und unter dem Titel Althochdeutsche und altsächsische Literatur publiziert.

Inhaltsangabe (²VL)[Bearbeiten]

  • Bd. 01: 'A solis ortus cardine' - Colmarer Dominikanerchronist (1978)
  • Bd. 02: Comitis, Gerhard - Gerstenberg, Wigand (1980)
  • Bd. 03: Gert van der Schüren - Hildegard von Bingen (1981)
  • Bd. 04: Hildegard von Hürnheim - Koburger, Heinrich (1983)
  • Bd. 05: Kochberger, Johannes - 'Marien-ABC' (1985)
  • Bd. 06: Marienberger Osterspiel - Oberdeutsche Bibeldrucke (1987)
  • Bd. 07: 'Oberdeutscher Servatius' - Reuchart von Salzburg (1989)
  • Bd. 08: 'Revaler Rechtsbuch' - Sittich, Erhard (1992)
  • Bd. 09: Slecht, Reinbold - Ulrich von Liechtenstein (1995)
  • Bd. 10: Ulrich von Lilienfeld – 'Das zwölfjährige Mönchlein' (1999)
  • Bd. 11: Nachträge und Korrekturen (2004)
  • Bd. 12: Handschriftenregister (2006)
  • Bd. 13: Register der Drucke, Sonstigen Textzeugen, Initien (2007)
  • Bd. 14: Register der Personennamen. Werktitel. Bibelstellen (2008)[3]

Auflagen[Bearbeiten]

  • Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, herausgegeben und begründet von Wolfgang Stammler, ab Band III herausgegeben von Karl Langosch, Band I bis V, Berlin (bis Band III auch Leipzig), 1933–1955. (VL1)
  • Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, herausgegeben von Kurt Ruh (federführend bis Band VIII) zusammen mit Gundolf Keil, Werner Schröder, Burghart Wachinger (federführend ab Band IX) und Franz Josef Worstbrock, Band I–XIV, Berlin und New York 1978–2008, Neudruck (Band I–XI) 2010, ISBN 978-3-11-022248-7 (VL2)
  • Deutschsprachige Literatur des Mittelalters. Studienauswahl aus dem "Verfasserlexikon" (Band 1–10) in einem Band. Berlin und New York 2001, ISBN 3-11-016911-8.

Ergänzende Projekte[Bearbeiten]

  • Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon. Seit 2005 erscheint unter der Herausgeberschaft Franz Josef Worstbrocks ein ergänzendes Nachschlagewerk zum Humanismus 1480–1520.
  • Frühe Neuzeit in Deutschland 1520–1620. Literaturwissenschaftliches Verfasserlexikon (VL 16). Unter Federführung einer Herausgeberschaft um Friedrich Vollhardt erscheint seit 2011 eine weitere ergänzende Ausgabe.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dlma.badw.de/index.html
  2. http://www.badw.de/forschung/spr/k_23_dlma/index.html
  3. http://www.badw.de/publikationen/kommissionen_publ/dlma_liste/verfasserlexikon/index.html
  4. http://www.mediaevum.de/forschen/projekt_anz.php?id=150 und http://www.ndl1.germanistik.uni-muenchen.de/forschung/drittmittel/verfasserlexikon/index.html