Verflucht sei, was stark macht

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Filmdaten
Deutscher Titel Verflucht sei, was stark macht
Originaltitel The Lords of Discipline
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Franc Roddam
Drehbuch Lloyd Fonvielle,
Thomas Pope
Produktion Herb Jaffe, Gabriel Katzka
Musik Howard Blake
Kamera Brian Tufano
Schnitt Michael Ellis
Besetzung

Verflucht sei, was stark macht (Originaltitel: The Lords of Discipline) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1983, der sich mit dem Thema Rassismus und unmenschlicher Behandlung von Kadetten beschäftigt. Er basiert auf dem Roman The Lords of Discipline von Pat Conroy und wurde von Franc Roddam inszeniert. David Keith, Robert Prosky, Judge Reinhold, Bill Paxton, William Hope, Michael Biehn und der ehemalige Boxer Mark Breland spielen die Hauptrollen. Der Film wurde komplett in England, im Wesentlichen im Wellington College in Berkshire gedreht – keine amerikanische Militärakademie war bereit, Dreharbeiten zuzulassen, da sich der Film kritisch mit Rassismus im amerikanischen Militär auseinandersetzt.

Handlung[Bearbeiten]

Jahr der Handlung ist 1964, Ort des Geschehens eine Militärakademie in den Südstaaten: Das Carolina Military Institute. In diesem Institut wird zum ersten Mal in der Geschichte ein Afroamerikaner, Pearce, als Kadett zugelassen. Will McLean, ein „Senior Private“, wurde damit beauftragt, den schwarzen Kadetten zu beobachten und dafür zu sorgen, dass er die Prüfung besteht. Zur Tradition der Akademie gehört die Erniedrigung der jungen Kadetten. Sie sind für die Senior-Kadetten Freiwild, wobei der schwarze Kadett extrem beleidigt und gedemütigt wird. Diese Schikanen beinhalten oft auch Gefährdung von Leib und Leben und er wird als „Nigger“, „Niggerboy“ oder „Boy“ bezeichnet. Der Leiter der Akademie, Durrell, beklagt in einer Predigt den moralischen Verfall der USA und verlangt das Einhalten ethischer Grundsätze. Unter den Kadetten hat sich eine geheime Verbindung gebildet: „Die Zehn“: Diese agieren illegal und versuchen ihrer Meinung nach minderwertige Kadetten dazu zubringen, die Akademie zu verlassen. Ein übergewichtiger Bewerber wird so in den Selbstmord getrieben. Weiterhin versuchen sie mit allen Mitteln, den Afroamerikaner herauszuekeln, da sie ihn nicht als vollwertigen Menschen ansehen. Er wird zunächst mit Ignoranz gestraft erhält versteckte Morddrohungen und wird verdeckt angegriffen. In diesen Fällen gibt es keinen Kameraden, der sich auf seine Seite stellt. Die Akademie und die Kadetten pflegen nach außen hin einen kameradschaftlichen, christlichen und patriotischen Lebensstil. Dabei werden auch die Truppen der Südstaaten verherrlicht.

Nachdem Pearce trotz der Schikanen nicht gehen will, entführen und foltern ihn die Angehörigen der „Zehn“. Ein Freund McLeans, der den Rassisten aufgefallen ist, wird aufgrund einer akademieinternen Justiz-Farce aus der Akademie entlassen. McLean gelingt es jedoch, die Verschwörung aufzuklären. Dabei merkt er, dass auch seine Freunde Rassisten sind, was ihn frustriert. Es stellt sich heraus, dass auch Durrell in die Verschwörung verstrickt ist. Letztlich zwingt McLean die Verantwortlichen zum Rücktritt, verspricht jedoch, den Skandal nicht an die große Glocke zu hängen.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

  • Der Autor des Romans Pat Conroy war selbst Absolvent der Militärakademie The Citadel (offiziell: The Citadel, The Military College of South Carolina) in South Carolina, die als Vorbild für die Akademie im Film gedient hatte[1].
  • Der Film hatte einen beachtlichen kommerziellen Erfolg. Er kostete US-$ 3.011.932, startete mit 800 Kopien und spielte in den USA brutto US-$ 11.787127 ein.
  • Michael Biehn, Bill Paxton, Rick Rossovich und William Hope spielten später in zahlreichen Filmen James Camerons mit. Michael Biehn, Bill Paxton und Rick Rossovich waren 1990 zusammen im Film Navy Seals – Die härteste Elitetruppe der Welt zu sehen.

Kritik[Bearbeiten]

  • Janet Maslin war seinerzeit in ihrer Kritik in der New York Times nicht begeistert. Sie erwähnt die darstellerische Leistung von Keith und Breland positiv, hält den Film allerdings für zu flach und auch etwas unglaubwürdig. Die Folterszenen empfand sie als zu brutal.[2]
  • James Kendrick lobt in einer kritischen Rückschau auf imdb.com die schauspielerische Leistung von Keith und Rossovich. Ihn stört, dass alle Charaktere in dem Film Rassisten seien und der Regisseur sich vom Rassismus nicht glaubwürdig distanziere. Kendrick stellt den Film eine Reihe von Militärfilmen Anfang der 80er Jahre wie Die Kadetten von Bunker Hill (1981) oder Ein Offizier und Gentleman (1983). Weder besäße Verflucht sei, was stark macht den Idealismus des erstgenannten noch die Romantik des zweitgenannten Films.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Verflucht sei, was stark macht erlebte seine US-amerikanische Premiere am 18. Februar 1983.[4] In der Bundesrepublik Deutschland erschien der Film im Januar 1986 auf Video und wurde am 30. Juli 1987 erstaufgeführt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel von Conroy über The Citadel (engl.)
  2. Janet Maslin: Movie Review RODDAM'S 'LORDS OF DISCIPLINE'. In: The New York Times. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  3. James Kendrick: 'LORDS OF DISCIPLINE'. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. Veröffentlichungsangabe in der imdb
  5. Verflucht sei, was stark macht im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]