Verhütungscomputer
Als Verhütungscomputer (auch Zykluscomputer) bzw. Verhütungsrechner werden Messgeräte bezeichnet, mit denen Frauen ihre Fruchtbarkeit analysieren und protokollieren können. Dabei werden Körpermerkmale wie Basaltemperatur, Hormone im Morgenurin sowie die Konsistenz des Zervixschleims erfasst und ausgewertet. Ziel der Anwendung eines Verhütungscomputers kann sowohl die Herbeiführung einer Empfängnis bei Kinderwunsch als auch die natürliche Empfängnisverhütung sein.
Verhütungscomputer vereinfachen die Anwendung der Methoden der natürlichen Familienplanung. Die Anwenderin kann sich auf die regelmäßige und gewissenhafte Nutzung des Gerätes beschränken, während die Interpretation der Messwerte durch den Computer erfolgt und fruchtbare und unfruchtbare Tage klar angezeigt werden.
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[Bearbeiten] Typen
Bei den auf dem Markt befindlichen Geräten kann zwischen folgenden Typen unterschieden werden:
- Messung des luteinisierenden Hormons mittels Teststreifen im Morgenurin. Der Hersteller gibt für das auf dem Markt befindliche Gerät Persona eine Zuverlässigkeit von 94% [1] entsprechend einem einen Pearl-Index von 6 an, eine Studie läßt sich hierzu nicht finden.
- Temperaturmessung (täglich durch Messfühler direkt am Gerät): Geräte zur Temperaturmessung werden von einer Reihe Herstellern unter unterschiedlichen Handelsnamen vertrieben. Für die Produkte der Firma VE Valley Electronics ist in einer einzelnen Studie ein Pearl-Index von 0,6 gezeigt worden[2]. Cyclotest 2 hat lt. Hersteller einen Pearl-Index von 1-3[3]. Zu Bioself sind keine Daten zur Sicherheit verfügbar. Grundsätzlich sind die Geräte zur Verwendung im Rahmen einer symptothermalen Methode nicht ungeeignet.
- Kombinierte Systeme (Temperatur und Hormone) sind in Deutschland nur zur Bestimmung der fruchtbaren Tage bei Kinderwunsch erhältlich (Cylotest Baby). In Deutschland nicht zugelassenen ist der symptothermalen Temperaturzykluscomputer aus der Produktreihe Sophia der japanischen Firma Nishitomo (Pearl-Index von 0,5 lt. Hersteller). Japan gilt wegen des jahrelangen Verbots der Anti-Baby-Pille als fortschrittlich in der Entwicklung von Temperaturcomputern.[4]
Eine Alternative zur Handauswertung und Verhütungscomputern stellt Software dar, die sowohl die Temperatur- als auch die Symptothermalmethode anbietet. Die Stiftung Warentest wies im Jahr 2000 darauf hin, dass die händische Erfassung nach den strengen Regeln der natürlichen Familienplanung (NFP) der Arbeitsgruppe NFP in der Methodensicherheit mit einem Pearl-Index von 0,26 sicherer ist als die Nutzung eines Verhütungscomputers.[5]
[Bearbeiten] Siehe auch
- Temperaturmethode
- Symptothermale Methode
- Empfängnisverhütung
- Schwangerschaft
- Menstruationszyklus
- Ovulationsrechner
[Bearbeiten] Weblinks
- familienplanung.de - Technische Mittel zur Eisprungberechnung: Das Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
- Studie Sicherheit und Akzeptanz von Zykluscomputern Dr. Andreas Kern
- Klinische Bewertung der Zykluscomputer "LadyComp, Pearly, BabyComp" Durchgeführt von Dr. med. Andreas Marx
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.persona.info/de/zuverlassigKeit.php Webauftritt des Herstellers zur Zuverlässigkeit
- ↑ Binkiewicz P, Michaluk K, Demiańczyk A.; Calculation of the Pearl Index of Lady-Comp, Baby-Comp and Pearly cycle computers used as a contraceptive method; Ginekol Pol.] 2010 Nov;81(11):834-9; PMID 21365899
- ↑ http://www.cyclotest.de/Zuverlaessigkeit.235.0.html Webauftritt des Herstellers zur Zuverlässigkeit
- ↑ Verhuetungscomputer auf nfp-info.de.
- ↑ Stiftung Warentest: Bleistift schlägt Babycomputer test 8/2010
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