Verhau

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Strauchverhau

Mit dem Begriff Verhau (veraltet auch Verhack) bezeichnet man ein aus meist sperrigen Teilen bestehendes Hindernis[1]. Er wird in der Regel zu Verteidigungszwecken angelegt.

Beschaffenheit[Bearbeiten]

Großer Verhau aus Bäumen
Drahtverhau und Laufgraben, 1940

Verhaue oder Verhacke entstanden bereits im Altertum zum Schutz für Zufluchtsstätten für die in unbefestigten Einzelgehöften, Weilern und Dörfern lebende Landbevölkerung. Dafür wurden Waldränder mit Dornensträuchern bepflanzt, deren Astwerk regelmäßig nach innen umgeknickt und beschnitten („verhauen“, „verhackt“) wurde. Um das Ausräumen eines Verhaues zu erschweren, befestigte man die Stämme durch Pfähle, die man vor und zwischen den Ästen einschlug.[2] Die dahinter liegenden Waldungen wurden so für berittene Truppen und selbst für Fußvolk unbetretbar, wenn diese nicht die geheim gehaltenen Zugänge fanden.[3]

Der moderne Verhau besteht oft nur temporär. Meist sind es zerteilte („verhauene“) Bäume, Sträucher, Dornengebüsch, Hecken (Hag) und Holzwerk, in neuerer Zeit auch mit Stacheldraht bewehrt (Drahtverhau, auch Stacheldrahtverhau), die im Vorfeld von Befestigungsanlagen und Schanzen bei feindlichen Auseinandersetzungen als erstes Angriffshindernis angelegt werden. Verhaue wurden dazu in den Haupt- und Vorgräben, längs des Fußes der sogenannten Kontreeskarpe (so nennt man bei Befestigungen die äußere Grabenböschung) oder auch zur Sperrung von Hohlwegen, Wald- und Dorfeingängen angelegt. Je breiter der Verhau war, als desto wirksameres Hindernis galt er.[4]

Im Bereich der Forstwirtschaft spricht man bei einem Verhau auch von durcheinander liegenden Bäumen eines Windwurfes[5].

Arten[Bearbeiten]

  • Der Baumverhau besteht aus umgehauenen Bäumen, die mit ihren Wipfelenden in Richtung des Angreifers kreuzweise übereinander geworfen sind.
  • Ein Strauchverhau besteht aus struppigen, wenn möglich bedornten Ästen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dwds.de/?kompakt=1&sh=1&qu=Verhau
  2. http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=116222
  3. Man muss sich die ‚undurchdringliche‘ Rosenhecke im Märchen Dornröschen als solch einen Verhau vorstellen.
  4. http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=116222
  5. [1]Arbeitsverfahren im Sturmholz, abgerufen am 26. August 2011