Verka Serduchka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kyrillisch (Ukrainisch)
Андрій Михайлович Данилко (Вєрка Сердючка)
Transl.: Andrij Mychajlovyč Danylko (Vjerka Serdjučka)
Transkr.: Andrij Mychajlowytsch Danylko (Wjerka Serdjutschka)
Kyrillisch (Russisch)
Андрей Михайлович Данилко (Верка Сердючка)
Transl.: Andrej Michajlovič Danilko (Verka Serdjučka)
Transkr.: Andrei Michailowitsch Danilko (Werka Serdjutschka)
Verka Serduchka (2007)

Andrij Mychajlowytsch Danylko (* 2. Oktober 1973 in Poltawa), besser bekannt unter seinem Künstlernamen Verka Serduchka, ist ein ukrainischer Trash- und Dancesänger, der die Figur der verrückten, frechen, älteren Dame „Verka Serduchka“ spielt. Serduchka begann seine Karriere mit Sketch-Auftritten, erst in der Ukraine, später auch im gesamten russischsprachigen Raum.

Leben[Bearbeiten]

Verka Serduchka (Mitte) beim ESC 2007 in Helsinki
Mit Dana International auf einer ESC-Party in Belgrad, Mai 2008

Andrij Danylko stammt aus einfachen Verhältnissen. In der Primarschule versprach der schüchterne Andrij seiner Mitschülerin Anna Serdjuk, ihren Namen einmal berühmt zu machen – was er auch Jahre später mit dem Pseudonym „Serduchka“ tat.

Nach der Schule versuchte Danylko in Kiew eine klassische Musikausbildung zu machen, wurde aber abgelehnt und besuchte stattdessen eine technische Schule. Erst Jahre später ging er für anderthalb Jahre in die Estradno-Zirkus-Schule, die er aber vor seinem Abschluss abbrach.

1997 bekam er als „Verka Serduchka“ eine Hauptrolle in einer eigenen Comedy-Talk-Show des ukrainischen Fernsehens. Die Show war auch in Russland und Weißrussland ziemlich populär.

Andrij Danylko singt in einer Mischung aus ukrainischer und russischer Sprache über vorwiegend ukrainische (aber auch russische) Inhalte.

Am 21. November 2007 klagte Danylko über plötzlich auftretende Rückenschmerzen, die so stark waren, dass er zeitweise das Bewusstsein verlor. Im Krankenhaus wurde die Klemmung eines Nervs festgestellt. Die Ärzte konnten zunächst eine bleibende Querschnittlähmung nicht ausschließen.[1] Danylko erholte sich jedoch bald.

Eurovision Song Contest[Bearbeiten]

Im Eurovision Song Contest 2007 in Helsinki vertrat Andrij Danylko (Verka Serduchka) die Ukraine mit dem Titel Dancing Lasha Tumbai und belegte den zweiten Platz.

Die Nummer, die neben ukrainisch-russischen auch deutsche und englische Textstellen enthält, vor allem aber durch ihre eingängige, temperamentvolle Akkordeonmelodie auffällt, erwies sich nach dem Contest als die international kommerziell erfolgreichste. Europaweit kam das Lied in die Charts. In Schweden etwa platzierte sich das Lied auf Platz 6 vor dem Wettbewerbssieger Molitva aus Serbien (Platz 9). Auch in Frankreich und Finnland erreichte es die Top 10.

Die sinnfreie Textstelle Lasha Tumbai des Eurovisionsbeitrags wurde von vielen Zuhörern als Russia Goodbye verstanden. Danylko behauptet, die akustische Ähnlichkeit sei zufällig und eine gegen Russland gerichtete Aussage nicht beabsichtigt. Dennoch entwickelte sich nach dem Eurovisionswettbewerb ein faktisches Auftrittsverbot in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, bei dem Konzert- und Festivalveranstalter es ablehnten, Danylko auftreten zu lassen. Danylko selbst vermutet dahinter Kreise des staatlichen ersten russischen Fernsehkanals, die auf seinen Erfolg bei dem Gesangswettbewerb neidisch seien.[2]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Dancing Lasha Tumbai [3]
  DE 74 27.07.2007 (4 Wo.)
  AT 49 27.07.2007 (5 Wo.)
  CH 53 27.05.2007 (1 Wo.)
  UK 28 20.05.2007 (1 Wo.)
[3]

Alben[Bearbeiten]

  • 2002: Ja roshdena dlja ljubwi (я рождена для любви)
  • 2003: Tschita-drita
  • 2003: Cha-ra-scho
  • 2004: At-litsch-na
  • 2004: Shenicha chotela
  • 2006: Tralli-Valli
  • 2007: Dancing Europe
  • 2007: Gop Gop Gop
  • 2008: Doremi Doredo

Singles[Bearbeiten]

  • 2005: Harasho
  • 2006: Gop Gop Gop (Hopp! Hopp! Hopp!)
  • 2007: Dancing Lasha Tumbai
  • 2007: Chita Drita
  • 2007: Kiss Please
  • 2008: I am Eurovision Queen
  • 2008: Do re mi
  • 2008: Essen
  • 2012: Switter

Compilations[Bearbeiten]

  • 2002: Verka Serduchka Best: Neisdannoje
  • 2003: Musykalny Olimp

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.from-ua.com/news/1e25c23feaa15.html
  2. Gonenija Verki Serdjučki v Rossii bei newsru.com
  3. a b Chartquellen: DE AT-Charts CH-Charts UK

Weblinks[Bearbeiten]