Verkehrslandeplatz Bayreuth

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Verkehrslandeplatz Bayreuth
Flughafen Bayreuth.jpeg
Kenndaten
ICAO-Code EDQD
IATA-Code BYU
Koordinaten
49° 59′ 4″ N, 11° 38′ 19″ O49.98442777777811.638569444444488Koordinaten: 49° 59′ 4″ N, 11° 38′ 19″ O
488 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km nordöstlich von Bayreuth
Basisdaten
Eröffnung 1950er-Jahre
Betreiber Stadt Bayreuth
Terminals 1
Flug-
bewegungen
10.982 (2013)
Start- und Landebahnen
06/24 1034 m × 30 m Asphalt
Segelflug S1 1100 m × 30 m Gras



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Der Verkehrslandeplatz Bayreuth (auf dem Bindlacher Berg in den Gemeinden Bindlach und Goldkronach) ist der Flugplatz der oberfränkischen Hauptstadt Bayreuth. Er dient seit Übernahme durch die Stadt Bayreuth insbesondere der Geschäftsfliegerei, aber auch dem allgemeinen Luftverkehr, u. a. als Leistungsstützpunkt des Luftsportverbandes Bayern für den Segelflug.

Lage[Bearbeiten]

Der Flugplatz liegt fünf Kilometer nordöstlich der Stadt nahe der Bundesautobahn 9, der Bundesautobahn 70 und der Europastraße 48. Er ist mit dem Linienbus des VGN (Linie 330) mit direkter Haltestelle am Verkehrslandeplatz zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Flugplatz Laineck[Bearbeiten]

Vorgänger war der Flugplatz Laineck im Tal unterhalb des Oschenbergs an der Bindlacher Allee, der am 2. August 1925 mit einem Flugtag eingeweiht wurde. Die 1930 bereits als Flughafen bezeichnete Anlage weckte Hoffnungen, die Lage der Stadt abseits der Haupt-Eisenbahnstrecken zu verbessern. In genannten Jahr wurden 119 ankommende und 82 abgehende „Luftfahrgäste“ gezählt.

Seit 1929 beherbergte er die Propellermaschine der Bayreuther Fliegerin Lisl Schwab, die als Fallschirmspringerin nationale Berühmtheit erlangte. Zur fliegenden Bayreuther Prominenz gehörte auch der NS-Gauleiter und Kultusminister Hans Schemm, der 1935 dort beim Start tödlich verunglückte. Adolf Hitler landete als Festspielgast mit persönlichem Piloten in einer JU 52, die während seiner Aufenthalte dort auf ihn wartete.

Mit dem Zweiten Weltkrieg endete die kurze Geschichte des Lainecker Flugplatzes. Das Gelände wurde zunächst für den Aufbau eines Flüchtlingslagers und später von der Bundeswehr (Markgrafenkaserne) genutzt. Die Flughalle wurde Anfang der 1960er Jahre abgerissen.[1]

Fliegerhorst[Bearbeiten]

Auf dem Bindlacher Berg legte die Luftwaffe in den Jahren 1937/38 einen Fliegerhorst an. Ab Mai 1939 war dort das Zerstörergeschwader I./ZG 52 stationiert. Hitler, der keine Stationierung von Kampfeinheiten in Bayreuth wünschte, ließ die Einheit im August desselben Jahres nach Biblis verlegen. Ab dem 4. September 1939 wurde der Fliegerhorst von Flugzeugführerschulen und fliegertechnischen Schulen genutzt. 1500 Bordmechaniker konnten an allen gängigen Flugzeugmustern der Luftwaffe ausgebildet werden, das Lehrpersonal bestand aus 350 Unteroffizieren und Feldwebeln. Von der Instandsetzungskompanie 6 wurden Flugzeugreparaturen durchgeführt, zudem gab es eine Ausbildungsstätte für Flugzeugbauer im Metallflugzeugbau. Ab dem 14. Februar 1944 wurden verschiedene Nahaufklärungsgruppen stationiert, am 5. April 1945 die Nachtschlachtgruppe 2 von Erfurt-Bindersleben mit ihren fünf verbliebenen Sturzkampfbombern Ju 87 auf den Bindlacher Berg verlegt.[2]

Am 11. April 1945 wurde der Fliegerhorst bei einem Bombenangriff teilweise in Brand geschossen, dort stationierte deutsche Flugzeuge wurden zerstört.[3] Vier Tage später wurde er von den amerikanischen Truppen besetzt, die dort die bis 1992 genutzte Kaserne Christensen Barracks errichteten.

Verkehrslandeplatz Bayreuth[Bearbeiten]

Blick nach Norden mit Gebäuden der Luftsportgemeinschaft
Terminal und Tower

Der Flugplatz auf dem Bindlacher Berg wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem südöstlichen Teil des Militärgeländes[4] von der Luftsportgemeinschaft Bayreuth e. V. errichtet und 1973 von der Stadt Bayreuth übernommen. Die Genehmigung zum Betrieb als Verkehrslandeplatz wurde am 1. April 1974 vom Luftamt Nordbayern erteilt. Die Stadt Bayreuth erwarb 1986 das Eigentum an den gepachteten Flächen von der Bundesrepublik Deutschland und erweiterte im Jahr 1996 das Gelände durch Zukauf auf insgesamt 55,511 Hektar. Damit konnten im Norden des Platzes neue Segelflugbahnen errichtet und die Grundvoraussetzungen für einen optimierten Segelflugbetrieb geschaffen werden.

Mittels hoher Zuschüsse durch den Freistaat Bayern investierte die Stadt Bayreuth erfolgreich in ein Instrumentenan- und -abflugverfahren, den Ausbau der Start- und Landebahnen, den Bau eines neuen Terminals mit Aussichtsterrasse und in moderne Geräte- und Maschinentechnik. Dadurch ist es möglich, auch bei Schlechtwetterbedingungen und im Winter zuverlässig Geschäftsreiseverkehr bis zehn Tonnen Gesamtfluggewicht abzuwickeln.

Die Landebahn liegt auf einem Plateau und kann nicht verlängert werden, wegen ihrer begrenzten Länge sind Flüge mit großen Flugzeugen (über 100 Passagiere) nicht durchführbar. Durch die Nähe zu den Flughäfen Nürnberg (etwa 90 Kilometer) und Leipzig/Halle (etwa 190 Kilometer) besteht dafür aber kein dringend notwendiger Bedarf. Charterflugzeuge mittlerer Größe können individuell gebucht werden, Direktflüge in den europäischen Raum sind somit jederzeit möglich. Das Luftfahrtunternehmen Fair Air hat seinen Sitz in Bindlach.

Ab 1973 gab es Linienverkehr mit einer Twin-Otter DH-6 von Hof über Bayreuth nach Frankfurt am Main. Kurzzeitig wurde auch Düsseldorf mit einer Beechcraft 99 angeflogen. Ab dem 7. Januar 1986 flog der Nürnberger Flugdienst (NFD), seit 1993 Eurowings Luftverkehrs AG, mit Maschinen der Typen Do 228 und – von 1992 bis 1998 – ATR 42 und ATR 72. Danach übernahm die Augsburg Airways mit Turbopropmaschinen vom Typ Dash 8 diese Verbindung, die bis Oktober 2001 bestand.

Für den Luftsport ist der Flugplatz Bayreuth wegen seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten interessant: Dort fanden 1999 die Weltmeisterschaften im Segelfliegen und im Juni 2006 die Bayerischen Segelflug-Meisterschaften statt. Für die Luftsportgemeinschaft Bayreuth ist der Flugplatz Heimatbasis und Ausgangspunkt für die Flüge in der Segelflug-Bundesliga. Die jährlichen Kosten für die Stadt liegen bei rund 400.000 Euro.[5]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Konstrukteur des Flugzeugs Ju 52 („Tante Ju“), Ernst Zindel, stammt aus dem unweit gelegenen Mistelbach. Darauf wird bei den gelegentlich stattfindenden Rundflügen mit der D-AQUI der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung aus dem Jahr 1936 hingewiesen und ggf. eine Ehrenrunde über dem Ort gedreht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Verkehrslandeplatz Bayreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heimat Kurier (Beilage des Nordbayerischen Kuriers) 4/2010, S. 10 und 11
  2. Axel Polnik: Die Bayreuther Feuerwehren im Dritten Reich, S. 328 ff (bei Google Books)
  3. BT24 vom 15. Februar 2011, abgerufen am 4. Februar 2014
  4. Fliegerhorste: Where are they now, abgerufen am 4. Februar 2014
  5. Katja Auer: "Wir haben alles rausgezuzelt." sueddeutsche.de, 29. April 2014, abgerufen am 29. April 2014