Flugplatz Cottbus/Neuhausen

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Flugplatz Cottbus/Neuhausen
BW
Flugplatz Cottbus/Neuhausen (Brandenburg)
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Kenndaten
ICAO-Code EDAP
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km südöstlich von Cottbus
Bahn Eisenbahnstrecke Cottbus-Görlitz
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber Flugplatzgesellschaft Cottbus/Neuhausen mbH
Start- und Landebahn
11/29 1080 m × 40 m Gras

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Der Flugplatz Cottbus-Neuhausen ist ein deutscher Verkehrslandeplatz in Neuhausen/Spree zehn Kilometer südöstlich von Cottbus. Er ist ein ehemaliger Feldflugplatz der Luftwaffe und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Ausbildungsplatz von der GST der DDR genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gelände des Platzes wurde 1935 von der Stadt Cottbus als Ersatz für den von der Luftwaffe 1933 übernommenen und bis dahin zivil genutzten Flugplatz Cottbus-Nord erworben. 1936 begannen die Planungen für eine Nutzung als Verkehrslandeplatz. Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn ab 1938/39 übernahm die Luftwaffe dieses Gelände ebenfalls. Sie errichtete am Nordwestrand zwei kleine Flugzeughallen – eine davon transportabel – sowie einige Werkstätten und Unterkunftsbaracken. Zu der Zeit betrug die längste von Nordwest nach Südost verlaufende Rollstrecke des im Grundriss relativ ovalen Platzes 1280 Meter. Genutzt wurde Neuhausen von der Flugzeugführerschule A/B 3 Guben und der Schule des Fluganwärterregiments 82 Cottbus. Auch die Ergänzungsgruppe des JG 52 soll kurzzeitig am Platz gelegen haben. Mit Ansiedlung der Focke-Wulf GmbH am Cottbuser Flugplatz wurde Neuhausen etwa ab 1944 in deren Einflugbetrieb einbezogen. Im östlichen Teil erfolgte auch die Justierung und das Einschießen der Bordwaffen der Fw-190- und Ta-152-Jagdflugzeuge.

Kurz vor Kriegsende erfolgte am 23. Januar 1945 noch eine letzte Belegung durch den Stab und die II. Gruppe des mit Fw 190A-8 ausgerüsteten JG 4. Am 15. Februar verließen die letzten Luftwaffeneinheiten den Flugplatz, der am 20. April 1945 von der Roten Armee eingenommen und bereits zwei Tage später bis in den Mai hinein als Frontflugplatz von verschiedenen Jagdfliegereinheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte in Betrieb genommen wurde. 1947/48 erfolgte die Demontage bzw. Sprengung der wenigen vorhandenen Gebäude.

1952 übernahm die neugegründete GST das Areal und begann mit dem Bau eines Segelflugplatzes. Eine neue Flugzeughalle und einige Baracken wurden 1953/54 gebaut. Im Sommer 1956 wurde der erste GST-Motorfluglehrgang durchgeführt. Auch erfolgte zur gleichen Zeit unter sowjetischer Anleitung die Grundausbildung der ersten DDR-Fallschirmspringer mit einer Li-2.[1] Die NVA plante 1959/60 den Ausbau zu einem Militärflugplatz „II. Klasse“ mit betonierter 2000-Meter-Landebahn in Richtung Südwest/Nordost. Das Vorhaben wurde nicht realisiert. Von 1962 bis 1964 wurde die heute noch genutzte Flugzeughalle mit angeschlossenem Tower und Werkstatt errichtet. In den folgenden Jahren entwickelte sich Neuhausen zu einem Flug- und Fallschirmausbildungszentrum der GST. Auch die 1968 bei der Kunstflug-Weltmeisterschaft siegreiche DDR-Auswahl trainierte am Platz. In den 1980er Jahren nutzte das in Cottbus stationierte KHG-3 das Gelände gelegentlich als Ausweichflugplatz.

Nach der politischen Wende und der darauffolgenden Auflösung der GST wurde das Areal 1991 an die Stadt Cottbus zurückgegeben und die Flugplatzgesellschaft Cottbus-Neuhausen mbH gegründet, die den Flugplatz bis heute betreibt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Thomas Bußmann: Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung – Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR. MediaScript, Cottbus, Berlin 2011, ISBN 978-3-9814822-0-1.
  •  Stefan Büttner: Rote Plätze: Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. Aerolit, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4.
  •  Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 1. Berlin & Brandenburg. VDM, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-52-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Henze: Rückblicke. In: Fliegerrevue Nr. 6/1972, S. 235/236