Verkehrsstärke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Verkehrsstärke ist eine Kenngröße in der Verkehrsplanung und gibt den Fahrzeugdurchsatz pro Zeiteinheit wieder. Sie dient damit der Beurteilung von Qualität, Leistungsfähigkeit und Sicherheit eines Verkehrsablaufs und stellt die Grundlage für eine verkehrstechnische Dimensionierung beim Straßenentwurf dar.[1] Zusammen mit anderen Kenngrößen, wie Verkehrsdichte oder Geschwindigkeit, lässt sich ein Fundamentaldiagramm des Verkehrsflusses erstellen.

Definition[Bearbeiten]

Als Verkehrsstärke bezeichnet man die Anzahl der Verkehrselemente eines Verkehrsstromes je Zeiteinheit an einem Querschnitt (lokale Beobachtung). Man spricht in diesem Fall auch von der Stärke eines Verkehrsstroms.[2]

q = \frac{M}{\Delta t}
q \quad Verkehrsstärke (beispielsweise Fahrzeuge pro Stunde, auch Fahrzeugdurchsatz genannt)
M \quad Anzahl der Verkehrselemente (beispielsweise Fahrzeuge)
\Delta t \quad Zeiteinheit (beispielsweise Stunden)

Bemessungsverkehrsstärke[Bearbeiten]

Bei der oben genannten Definition kann die Zeiteinheit grundsätzlich beliebig gewählt werden. Verwendet man allerdings sehr kurze Zeiteinheiten (beispielsweise Minuten), dann wird ein nur sehr kurzer, momentan vorherrschender Verkehrszustand betrachtet. Zwischen den untersuchten Zeiteinheiten treten damit ausgeprägte Schwankungen auf. Für eine Bemessung ist die Berücksichtigung dieser Schwankungen und Spitzenwerte nicht sinnvoll. Man ist deshalb in der Praxis dazu übergegangen, für die verkehrstechnische Bemessung (beispielsweise eines Straßenquerschnittes) eine Zeiteinheit von einer Stunde (maßgebende stündliche Verkehrsstärke, kurz MSV), einem Tag (durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke, kurz DTV) oder werktags (Mo-Fr, durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke an Werktagen, kurz DTVw) zu verwenden.[3] Diese Bemessungsverkehrsstärken werden entweder über eine automatische Erhebung (Dauerzählstellen mit Jahresauswertung) oder mit Hilfe von Kurzzeitzählungen ermittelt.

Folgende Faustformeln können zur Bestimmung der Bemessungsverkehrsstärke qB herangezogen werden. Dabei fließen entweder Werte der durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke (DTV in Kfz/24h) oder Kurzzeitzählungen von 15.00 bis 19.00 Uhr mit ein.

q_B \approx 0{,}10 \cdot DTV
q_B \approx 0{,}33 \cdot q_{15-19}
DTV \approx 3{,}50 \cdot q_{15-19}

Wird eine genauere Ableitung benötigt, sind die entsprechenden Bemessungsverkehrsstärken für Außer- und Innerortsstraßen den Richtlinien zu entnehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Frank Höfler: Verkehrswesen-Praxis, Band 2: Verkehrstechnik. Bauwerk Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-934369-53-7, S. 47.
  2.  Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen: Begriffsbestimmungen, Teil: Verkehrsplanung, Straßenentwurf und Straßenbetrieb. FGSV Verlag, Köln 2000, S. 37.
  3.  Frank Höfler: Verkehrswesen-Praxis, Band 2: Verkehrstechnik. Bauwerk Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-934369-53-7, S. 94.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Verkehrsaufkommen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen