Verkehrstrennungsgebiet
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Ein Verkehrstrennungsgebiet (Abkürzung VTG oder englisch TSS für traffic separation scheme) ist in der Schifffahrt ein Gebiet mit getrennten Fahrspuren für unterschiedliche Richtungen. Meist werden VTG dazu verwendet, an Engstellen oder Kaps den Verkehr zu kanalisieren und einen möglichst homogenen Verkehrsfluss zu erzeugen, um die Gefahr von Kollisionen zu verringern. Die Fahrregeln in einem VTG sind in Regel 10 der Kollisionsverhütungsregeln festgelegt.
Verkehrstrennungsgebiete befinden sich beispielsweise in der Mitte des Englischen Kanals oder in der deutschen Bucht in mehreren Meilen Abstand zur Küstenlinie. Zwischen der Küstenlinie und dem Verkehrstrennungsgebiet befindet sich die Küstenverkehrszone. Verkehrstrennungsgebiete sind ähnlich wie Autobahnen aufgebaut und bestehen aus für jede Fahrtrichtung zugewiesenen Zonen sowie einer Trennlinie oder Trennzone in der Mitte, deren Befahrung verboten ist. Die Außengrenzen sowie die Mittellinie sind meist durch Seezeichen im Abstand von mehreren Seemeilen markiert. Die exakte geographische Lage der Verkehrstrennungsgebiete sind in den amtlichen Seekarten mit den zugewiesenen Fahrtrichtungen verzeichnet. Motorschiffe über 20 m haben die Verkehrstrennungsgebiete zu benutzen. Kleineren Fahrzeugen und Segelschiffen dürfen dagegen die Küstenverkehrszone benutzen. Da sie normalerweise erheblich langsamer fahren als große Schiffe, ist dies auch zu empfehlen.
Das Queren eines Verkehrstrennungsgebietes ist möglichst zu vermeiden. Falls es unumgänglich ist, soll das VTG so schnell wie möglich rechtwinklig zur Längsachse des Verkehrstrennungsgebietes gequert werden. Sehr lange Verkehrstrennungsgebiete sind meist im Abstand von ca. 30 Seemeilen für ein kurzes Stück unterbrochen, um Schiffen das Queren zu erleichtern. Diese Stellen werden in der Seekarte als gestrichelte Pfeile gekennzeichnet (siehe Bild).

