Verkehrsverbund Oberelbe

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Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE)
Verkehrsverbund Oberelbe GmbH (VVO)
Logo des VVO
Rechtsform GmbH
Gründung Z-VOE: 17. Januar 1994
VVO: 19. November 1998
Sitz Dresden, Deutschland
Leitung Burkhard Ehlen
Branche ÖPNV
Website www.vvo-online.de
Regional-Express in Dresden-Mitte
S-Bahn in Tharandt
DVB-Straßenbahn in Dresden

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) ist ein Verkehrsverbund des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im Großraum Dresden, durch welchen am 24. Mai 1998 ein einheitliches Flächentarifsystem in den Verkehrsmitteln der Partnerunternehmen eingeführt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Januar 1994 wurde der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (Z-VOE) als gemeinsamer Zweckverband der Landeshauptstadt Dresden sowie der Landkreise Riesa-Großenhain, Meißen und des Weißeritzkreises gegründet. Aufgabe des Zweckverbands war die gemeinsame Wahrnehmung der Funktionen als Aufgabenträger des ÖPNV sowie die Vorbereitung eines Verkehrsverbund. 1996 wurde der Z-VOE um den damaligen Landkreis Kamenz und die Kreisfreie Stadt Hoyerswerda erweitert,[1] ein Jahr später trat auch der Landkreis Sächsische Schweiz bei. Gründungsgeschäftsführer des Zweckverbands wurde Knut Ringat. Die Einführung des Verbundtarifs im Verkehrsverbund Oberelbe konnte der Z-VOE schließlich zum 24. Mai 1998 erreichen. Zum 1. Januar 2000 gründete der Zweckverband die Verkehrsverbund Oberelbe GmbH, die die wesentlichen Aufgaben im Auftrag des Zweckverbands übernimmt. Bereits 1999 übernahm der Z-VOE die Funktionen als SPNV-Aufgabenträger von der Landesverkehrsgesellschaft Sachsen.

Mit der Kreisreform in Sachsen wurde die Zahl der Mitglieder des Zweckverbands reduziert. Im gleichen Jahr übernahm Burkhard Ehlen die Position des Geschäftsführers, nachdem Ringat zum Rhein-Main-Verkehrsverbund gewechselt war.

Verbundgebiet und -partner[Bearbeiten]

Zum Verbundgebiet des VVO gehören die Landeshauptstadt Dresden sowie die Landkreise Bautzen (nur Altkreis Kamenz und ehemals Kreisfreie Stadt Hoyerswerda), Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Folgende Unternehmen sind Partner im Verbundgebiet:

Eine ehemals zum 1. Januar 2013 geplante Erweiterung des Verbundgebiets um das Gebiet des ZVON[2], musste auf einen unbestimmten späteren Zeitpunkt verschoben werden.[3]

Fahrplanbereiche[Bearbeiten]

Im Verkehrsverbund Oberelbe gibt es folgende Fahrplanbereiche:

  • Band 1: Dresden und Umland
  • Band 2: Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Band 3: Landkreis Meißen
  • Band 4: Landkreis Bautzen
  • Broschüre: VVO-Tarif
  • Broschüre: Gesamtliniennetzplan

Alle vier Bände gibt es zusammen als Paket im praktischen Schuber. Diesen kann man über die Homepage des Verkehrsverbundes bestellen.

Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Im Verkehrsverbund Oberelbe ist ein breites Spektrum an Verkehrsmitteln im Einsatz: Die Regionalzüge der DB Regio Südost (RB und RE) und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen, die S-Bahn Dresden, Straßenbahnen in Dresden und im Kirnitzschtal, Stadtbusse und Überlandbusse, sowie die zahlreichen Elbfähren. Außerdem gibt es noch einige sehr spezielle Verkehrsmittel. Im Zusammenhang mit der neuen sächsischen ÖPNV-Finanzierungsverordnung für die Zeit ab 2015 hat der VVO eine Diskussion um den teilweisen Ersatz von Bahnen durch Busse angestoßen.[4]

Tarif[Bearbeiten]

Das Verbundgebiet ist in 28 Tarifzonen eingeteilt.[5]

Die Grundtarife gliedern sich in Einzel-, Tages- und Zeitkarten, die jeweils für eine Tarifzone, mehrere Tarifzonen oder das gesamte Verbundgebiet erhältlich sind. Tageskarten sind dabei nach dem Verständnis des VVO (im Gegensatz zum Wikipedia-Artikel Zeitkarte) ausdrücklich keine Zeitkarten. Damit haben sie keine Gültigkeit für bestimmte Sonderverkehrsmittel – im Gegensatz zu den längerfristigen Tickets (Wochen- bis Jahreskarte).

Neben den Grundtarifen existieren allgemeine Sondertarife wie das Elbe-Labe-Ticket für den kleinen Grenzverkehr von und nach Böhmen und der Übergangstarif VVO-ZVON für Fahrten vom/zum Tarifgebiet des Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien. Von den sonstigen – personenkreis- und verkehrsmittelabhängigen – Sondertarifen sind einige ausgewählte in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Semesterticket[Bearbeiten]

Das Semesterticket, das die Studenten der Dresdner Hochschulen im Allgemeinen zusammen mit dem Semesterbeitrag bezahlen, gilt als Halbjahreskarte für den Dresdner Stadtverkehr sowie – abgesehen von einigen Streckenausnahmen[6] – im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) und in den Regionalzügen in Sachsen. Dabei gewährt es allerdings nicht die gleichen Möglichkeiten wie reguläre Zeitkarten. Es kostet die Studierenden derzeit 145,20 € (Stand: Wintersemester 2012/13)[7]. Für besondere Verkehrsmittel wie Berg- oder Schmalspurbahnen kann eine Sondergenehmigung eingeholt werden, wenn sie auf dem Weg zur Hochschule liegen. Ansonsten gelten die Semestertickets für die besonderen touristischen Attraktionen, wie die Schwebebahn und Standseilbahn nicht.

Mitnahme von Fahrrädern und Hunden[Bearbeiten]

Die Zeitkarten der DVB gestatten innerhalb der Gültigkeit der jeweiligen Zeitkarte die kostenfreie Mitnahme entweder eines Fahrrades oder Hundes (exklusives oder). Dies gilt jedoch nicht für das Semesterticket, welches zwar ganztägig gültig ist, aber als abweichende Regelung die kostenfreie Mitnahme eines Fahrrades oder Hundes nur Montag bis Freitag von 19 Uhr bis 4 Uhr des Folgetages sowie am Wochenende ganztägig gestattet.

Die ganztätig-kostenfreie Fahrradmitnahme ist nur bei Erwerb einer Fahrradmonatskarte möglich[8]. Diese kostet aktuell 14,00 € (Stand: Sommersemester 2010) und ist nicht als Abo-Monatskarte erhältlich. Eine entsprechende Karte gibt es für die Hundemitnahme nicht.

HandyTicket[Bearbeiten]

Die Dresdner Verkehrsbetriebe bieten ihren Fahrgästen auch die Möglichkeit, bestimmte Fahrkarten (keine ermäßigten Fahrscheine) online oder direkt mit dem Mobiltelefon zu erwerben. Das Mobiltelefon dient dann mit einem vorher festgelegten Identifikationsobjekt als Fahrausweis.

JobTicket[Bearbeiten]

Für den Berufsverkehr bieten die Verkehrsbetriebe und Verkehrsverbund so bezeichnete JobTickets an. Durch diese erhalten Arbeitnehmer eine um 20 % ermäßigte Abo-Monatskarte, wenn sich ihr Arbeitgeber durch seinen Zuschuss zur Hälfte an der Vergünstigung beteiligt. Das JobTicket wird vertraglich zwischen den Verkehrsbetrieben und Unternehmen, in denen mindestens 30 Mitarbeiter das Jobticket abnehmen, vereinbart. Die Stadt Dresden befreit Arbeitgeber mit entsprechenden Angeboten von der Nachweispflicht vorhandener PKW-Stellplätze. Der geringere Bedarf an Parkfläche wird als unmittelbarer Vorteil der Vereinbarung genannt.

Arbeitgeber in Dresden, die JobTickets anbieten, sind zum Beispiel Infineon, Globalfoundries, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und GlaxoSmithKline Biologicals Dresden.[9]

WerkstattTicket[Bearbeiten]

In Kooperation mit teilnehmenden Kfz-Diensten wird Kfz-Besitzern für die Hin- und Rückfahrten zwischen Wohnung und Werkstatt ein spezielles WerkstattTicket angeboten.[10]

KombiTicket[Bearbeiten]

Eintrittskarten für ausgewählte Veranstaltungen (Kulturprogramme, Messen, Sportveranstaltungen) gelten im Liniennetz der DVB als Fahrausweis. Die jeweiligen Gültigkeitsbedingungen finden sich auf der Eintrittskarte selbst.[11]

Dresden-City-Card und Dresden-Regio-Card[Bearbeiten]

Speziell für Touristen entwickelt, stellen die Dresden-Cards eine umfassendere Alternative zum KombiTicket dar. Die Dresden-Cards gelten als Fahrausweise, Eintrittskarten für zahlreiche Kultureinrichtungen (Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (außer Historisches Grünes Gewölbe)) sowie als Ermäßigungskarte bei Stadt- und Dampferrundfahrten, vielen Ausstellungen, diversen Museen, den Theatern, ausgewählter Gastronomie sowie für den Einkauf bei DVB-Partnern. Die Regio-Card erweitert den Gültigkeitsbereich auf die Region um Dresden und bietet zusätzlich zu den Leistungen der City-Card Ermäßigungen auf touristische Attraktionen im Umland. Die Dresden-Cards sind vom Inanspruchnehmer selbst zu entwerten (handschriftliche Eintragung) und sind ab Entwertung 48 Stunden (City) bzw. 72 Stunden (Regio) gültig.[12]

Touristische Attraktionen[Bearbeiten]

Neben den üblichen Bahnen und Bussen gibt es im VVO-Netz einige sogenannte „besondere touristische Attraktionen“. Im Speziellen sind das die beiden Dresdner Bergbahnen sowie in der Sächsischen Schweiz die Kirnitzschtalbahn und der Personenaufzug Bad Schandau. Zwei der vier im täglichen Dampfbetrieb verkehrenden Schmalspurbahnen Sachsens sind ebenso im VVO beiheimatet. In Radebeul Ost startet die Lößnitzgrundbahn zu ihrer Fahrt nach Moritzburg und Radeburg. Südlich von Dresden ist die älteste noch im täglichen Dampfbetrieb verkehrende Schmalspurbahn Deutschlands zu Hause: Die Weißeritztalbahn verkehrt zur Zeit zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde.

Obwohl die touristischen Attraktionen Bestandteil des Verbunds sind, gelten für sie spezielle Tarife. Außerdem haben Zeitkarten hier nur eingeschränkte Gültigkeit und das Semesterticket gilt überhaupt nicht.

Die grenzüberschreitende Fährverbindung SchönaHřensko ist zwar keine touristische Attraktion, sie ist aber ebenfalls nicht Bestandteil des Verbundtarifs. Außerdem gibt es hier getrennte Tarife in Euro bzw. Kronen für deutsche oder tschechische Staatsbürger.

Nachtverkehr[Bearbeiten]

Auf Initiative des VVO verkehren seit dem 13. Juli 2003 verschiedene Nachtlinien in das Dresdner Umland. Damit wird der Nachtverkehr der DVB ergänzt. Im Gegensatz zu den Linien der DVB verkehren die regionalen Nachtlinien jedoch nur in den Nächten Freitag/Samstag, Samstag/Sonntag sowie zu Feiertagen.

Aktuell (Stand 13. Dezember 2009) verkehren die folgenden Linien:

Unternehmen Linie Linienführung Fahrten je Nacht
RVD A Dresden-Löbtau – Freital 2
OVPS H/S Dresden – Heidenau – Pirna 1
RVD 308 Dresden-Klotzsche – Radeberg 2
RVD 321 Dresden-Klotzsche – Medingen – Ottendorf-Okrilla – Hermsdorf 3
RVD 326 Dresden – Moritzburg – Radeburg 2
RVD 333 Dresden – Kesselsdorf – Wilsdruff – Grumbach 3
RVD 360 Dresden – Bannewitz – Dippoldiswalde 4
VGM 411 Coswig – Neusörnewitz – Meißen 2

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Drucksache 2/4335, Sächsischer Landtag 2. Wahlperiode, Große Anfrage, Fraktion der SPD, Thema: Umsetzung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr im Freistaat Sachsen vom 14. Dezember 1995
  2. Lausitzer Rundschau: „Verkehrsverbünde ZVON und VVO sollen zum 1. Januar eins werden“, 25. Mai 2012
  3. Hitradio RTL: „Fusion von ZVON und VVO noch nicht zum 1. Januar 2013“, 4. September 2012
  4. ÖPNV aktuell 51/12 vom 26. Juni 2012, S. 10 ff.: „Halt nicht an jeder Milchkanne“ (PDF; 3,1 MB), abgerufen am 3. August 2012
  5. http://www.vvo-online.de/de/tickets_und_netz/fahrpreise/tarifzonen/index.aspx
  6. VVO-Navigator: Semestertickets (mit Verweis auf gekennzeichnete Linien)
  7. Studentenwerk Dresden:Semesterbeiträge
  8. dvb.de: Mitnahme von Fahrrädern, Gepäck und Tieren
  9. dvb.de: JobTicket
  10. dvb.de: WerkstattTicket
  11. dvb.de: KombiTicket
  12. dvb.de: Dresden-Cards bei den Touristen-Tickets