Verkehrsverbund Tirol

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Verkehrsverbund Tirol GesmbH
Logo des Verkehrsverbundes Tirol
Rechtsform GmbH
Gründung 1995
Sitz Innsbruck, Österreich
Leitung DI Mag. Jörg Angerer
Branche Verkehrsverbund
Website www.vvt.at

Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) ist eine Gestaltungs-, Finanzierungs- und Koordinierungsstelle für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsangebotes in Tirol. Im 1. Halbjahr 2009 bestand der VVT im Verbundraum Tirol aus 32 Verkehrsunternehmen und besaß dabei 253 Linien, die befahrene Netzlänge der Tiroler Verkehrsunternehmen im Verbund betrug 4530 km. 430 Kilometer wurden für den Schienenverkehr genützt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Gegründet wurde der VVT im Jahre 1995 als Teil des Amtes der Verkehrsplanung. Erstmals war es den Benützern öffentlicher Verkehrsmittel in Tirol möglich, mit einer Fahrkarte mehrere Verkehrsunternehmen zu benützen. Im Frühjahr 2000 wurde der VVT in die Verkehrsverbund Tirol GesmbH ausgegliedert. Am 1. November 2001 wurde erstmals der sogenannte Zonentarif angeboten. Das gesamte Bundesland wurde dabei in Tarifzonen aufgeteilt. Diese werden auf den Tarifplänen in Wabenform dargestellt.

Der VVT ist heute (Stand: 2009) die zentrale Organisationseinheit im Tiroler Nahverkehr. Als solche steht sie zwischen den Fahrgästen, allen 32 am Tiroler Verkehrsmarkt operierenden Verkehrsunternehmen, den finanzierenden Aufgabenträgern (Bund, Land, Gemeinden, Tourismusverbänden, private Unternehmen) im österreichischen Bundesland Tirol.

Begründete sich das ursprüngliche Ziel des VVT in der Gestaltung eines einheitlichen Tarifes im Tiroler Verbundraum sowie in der unternehmensübergreifenden Abstimmung der Fahrpläne, so kamen in den folgenden Jahren weitere Kompetenzen hinzu. Seit 2002 wird die Aufgabe eines quantitativen und qualitativen Ausbaus des Nahverkehrsangebotes als weitere zentrale Aufgabe des VVT begriffen (Quelle: Verkehrsbericht des Landes Tirol, 2003). Die Ausbaumaßnahmen erstrecken sich auf die wesentlichen Bereiche des ÖPNV: den Ausbau der Fahrpläne, Bestellung neuen Wagenmaterials und die Modernisierung der Infrastruktur (in Bereichen Haltestellen, Fahrgastinformation und Fahrzeitbeschleunigung des ÖPNV).

Im Ausbau des ÖPNV tritt der VVT z.B. bei zahlreichen neu bestellten Regiobus- und Bahnleistungen (wie die neue S-Bahn) als koordinierende Organisationseinheit vertraglicher Partner zwischen den Verkehrsunternehmen und allen finanzierenden Partnern auf. Zwischen dem Jahr 2002 und 2007 wurde damit das Nahverkehrsangebot um rd. 7 Mio. Jahreskilometer gesteigert. (Quelle: Verkehrsbericht des Landes Tirol, 2008). Zu den Ausbaumaßnahmen im Bereich Fahrplan kommt die Einführung neuer Wagenmaterial-Lösungen im Busbereich. So führte der VVT im Jahre 2002 die Buszuganhänger im Tiroler Verkehrsraum ein. Buszuganhänger waren seit den 1980ern vom österreichischen Verkehrsmarkt verschwunden. Diese ermöglichen die wirtschaftlich sparsame Abwicklung von höherem Fahrgastaufkommen zu Verkehrsspitzenzeiten.

Durch den Verkehrsverbund Tirol wurden im Vergleichszeitraum 2002 und 2009 insgesamt 27 neue regionale Verkehrskonzepte eingeführt (Stand 2. Halbjahr 2009). In beinahe allen Bezirken Tirols wurde die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Tourismusverbänden, Busunternehmen und der Verkehrsverbundgesellschaft vertraglich neu geregelt. Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln wurde durch neue Regiobusse und neu bestellte Zugangebote in allen diesen Regionen erweitert.

[Bearbeiten] Ausbau regionaler Verkehrskonzepte

Der VVT verfolgt derzeit Konzepte wie den Ausbau des regionalen Bahn- und Busangebotes, die Einbindung von neuen Gebieten in das Verkehrsnetz des Verkehrsverbund Tirol sowie die regionale Vertaktung und Anbindung des Busverkehrs an den Schienenverkehr. Durch Einbindung von Tourismus, Wirtschaft, Gemeinden will man eine langfristige Sicherstellung der regionalen Finanzierungsmodelle garantieren. Zu den Ausbau regionaler Verkehrskonzepte zählt auch der Einsatz von neuem Wagenmaterial (z.B. Niederflurbussen) sowie die Fahrpläne, welche grundsätzlich auf dem System integrierter Taktverkehre aufbauen. Die Fahrplangestaltung wird in den Verkehrsspitzenzeiten zudem auf die Interessenlagen bestimmter Nutzergruppen Pendler, Schüler abgestimmt. Die Marke Regiobus besteht aus den Kernkompetenzen Zuverlässigkeit (langfristig vertraglich gesicherte Finanzierung), Regionalität (Abstimmung mit regionalen Akteuren) und Innovation (Erweiterung des bestehenden Angebotes). Der Neuorganisation des Verkehrsnetzes folgt auch ein nach Außen sichtbarer neuer Marktauftritt. Die Busse fahren im schwefelgelben Design.

[Bearbeiten] Kundenkontakt

Weitere Schwerpunkte des VVT liegen im Bereich der Kommunikation. Maßnahmen in den Feldern Public Relations, Marketing sowie der Kunden- bzw. Fahrgastinformation haben die offensive Bewerbung des öffentlichen Personennahverkehrs zum Ziel. Das Modal Split soll sich dadurch mittel- wie langfristig zugunsten des ÖPNV verändern. Für den Kundenkontakt laufen alle Maßnahmen im Kundenservice des VVT zusammen. Dieser ist eine zentrale Anlaufstelle für alle Kunden von Bus und Bahn in Tirol. Über die VVT Servicestelle werden auch das Jahresticket und das Ticket für Schüler und Lehrlinge ("SL-Ticket") abgewickelt.

[Bearbeiten] Infrastrukturelle Aufgaben

Weitere Aufgabenfelder des VVT erstrecken sich auf verschiedene infrastrukturelle Projekte. Der Ausbau einer dynamischen Fahrgastinformation (DFI) welche die Echtzeit-Fahrplanauskunft mittels digitalen LCD-Anzeigern an stark frequentierten Haltestellen und anderen Informationsmedien ermöglicht sowie die Errichtung von tirolweit einheitlichen Haltestellen ist Aufgabe des VVT. Die Einführung von verkehrsbeeinflussenden bzw. ÖV-präferierenden Ampelsystemen ist ein laufendes Projekt, welches in Zusammenarbeit zwischen Verkehrsplanung Tirol, den am Tiroler Verkehrsmarkts operierenden Verkehrsunternehmen und VVT errichtet wird. Weitere aktuelle Projekte des VVT sind die Errichtung von Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlagen sowie der Aufbau von neuen modernen Busterminals an Bahnhöfen. 2008 wurde mit der Errichtung des Parkdecks Steinach errichtet, 2009 folgte das Terminal Bahnhof Schwaz.

[Bearbeiten] S-Bahn innerhalb des VVT

Im Jahre 2007 beauftragte der VVT die ÖBB Personenverkehr ein dichtes Taktangebot im Großraum Innsbruck einzurichten. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 verkehrten die Regionalzüge zwischen Hall und Telfs/Pfaffenhofen im Halbstundentakt. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 kam auf der Relation Hall in Tirol - Innsbruck Hbf. ein 15-Minuten-Takt sowie mit der  S3  neue Direktverbindungen zwischen Steinach und Hall. Das S-Bahn-Angebot im Großraum wurde zum zweiten Mal erweitert. Die erste Erweiterung nach der Einführung 2007 war der Wipptal-Ast. Dieser verkehrt im ganzwöchigen 30-Minuten-Takt zwischen Steinach am Brenner und Innsbruck Hbf.

Alle Verbindungen der S-Bahn sind grundsätzlich durch Innsbruck durchgebunden. Das heißt: Wer zum Beispiel von Völs nach Hall fährt, muss nicht umsteigen.

Die S-Bahn Tirol wird ausschließlich mit Zügen des Typs "Talent 4024" gefahren.

[Bearbeiten] Gebiet

Das Verbundgebiet umfasst das gesamte Bundesland Tirol (Nord- und Osttirol) sowie einzelne grenzüberschreitende Strecken, wie:

Größte teilnehmende Verkehrsunternehmen sind:

sowie 20 weitere private Busunternehmen

[Bearbeiten] Weblinks

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