Verkehrsverbund Tirol

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Verkehrsverbund Tirol GesmbH
Logo des Verkehrsverbundes Tirol
Rechtsform GmbH
Gründung 1995
Sitz Innsbruck, Österreich
Leitung DI Mag. Jörg Angerer
Mitarbeiter 30 (Stand: 31. Dez. 2010)[1]
Umsatz 57.016.218 Euro (Jahr 2010)[1]
Branche Verkehrsverbund
Website www.vvt.at

Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) ist eine Gestaltungs-, Finanzierungs- und Koordinierungsstelle für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Tirol.

Im 1. Halbjahr 2012 bestand der VVT aus 35 Verkehrsunternehmen und besaß dabei 253 Linien; die befahrene Netzlänge betrug 4530 Kilometer (davon entfallen 430 Kilometer auf den Schienenverkehr).

Der VVT vermittelt heute (Stand: 2012) als zentrale Organisationseinheit im Tiroler Nahverkehr zwischen den Fahrgästen, den Verkehrsunternehmen und den finanzierenden Aufgabenträgern (Bund, Land, Gemeinden, Tourismusverbänden, private Unternehmen).

Geschichte[Bearbeiten]

Der VVT wurde am 1. April 1995 als Teil des Amtes der Tiroler Landesregierung, Sachgebiet Verkehrsplanung gegründet.[2] Im Frühjahr 2000 wurde der VVT in die eigenständige Verkehrsverbund Tirol GesmbH ausgegliedert, um den Anforderungen des ÖPNRV-Gesetzes (Öffentliches Personennah- und Regionalverkehrsgesetz 1999) gerecht zu werden. Eigentümer ist zu 100% das Land Tirol.[1]

Tarifsystem[Bearbeiten]

Am 1. November 2001 wurde flächendeckend der Zonentarif eingeführt, welcher das Gebiet in sechseckige Tarifzonen („Waben“) einteilt. Das ist eine einheitliche Gestaltung des Tarifes im Verbundraum und ermöglicht, eine Fahrkarte für mehrere Verkehrsunternehmen zu lösen.

Fahrpläne[Bearbeiten]

Die Abstimmung der Fahrpläne einzelner Verkehrsunternehmen erfolgt nach dem System integrierter Taktverkehre. Die Fahrplangestaltung wird in den Verkehrsspitzenzeiten zudem auf die Interessenlagen bestimmter Nutzergruppen (Pendler, Schüler) abgestimmt.

Regiobus – Ausbau regionaler Verkehrskonzepte[Bearbeiten]

Regiobus am Busbahnhof Innsbruck ins westliche Mittelgebirge

Unter dem Begriff Regiobus werden regionale ÖPNV-Konzepte mit Regionalbussen umgesetzt. Zwischen 2002 und 2012 wurden 28 Regiobusse eingeführt. Dabei tritt der VVT als koordinierende Organisationseinheit und vertraglicher Partner zwischen den Verkehrsunternehmen und den finanzierenden Partnern auf. Die Maßnahmen erstrecken sich auf den Ausbau der Fahrpläne, die Bestellung neuen Wagenmaterials (schwefelgelbes Design der Busse; Im Jahr 2002 wurden Buszuganhänger für Linien im Inntal eingeführt, welche eine wirtschaftlich sparsam Abwicklung des hohen Fahrgastaufkommens zu Stoßzeiten ermöglichen.) und die Modernisierung der Infrastruktur (in Bereichen Haltestellen, Fahrgastinformation und Fahrzeitbeschleunigung). Laut VVT wird auf Zuverlässigkeit (langfristig vertraglich gesicherte Finanzierung), Regionalität (Abstimmung mit regionalen Akteuren) und Innovation (Erweiterung des bestehenden Angebotes) geachtet.

Infrastrukturelle Aufgaben[Bearbeiten]

Zum Aufgabenbereich des VVT zählen diverse infrastrukturelle Projekte: Mit dem Ausbau einer dynamischen Fahrgastinformation (DFI) werden Echtzeit-Fahrplaninformationen an stark frequentierten Haltestellen mittels LED-Anzeigen bereitgestellt. Tirolweit sollen Haltestellen nach einem einheitlichen System errichtet werden. Mit der Einführung von ÖPNV-Bevorrechtigung sollen kürzere Wartezeiten für ÖPNV-Fahrzeuge bei Ampeln erreicht werden.

Weitere Projekte des VVT sind die Errichtung von Park-and-ride- (z.B. Parkdeck Steinach 2008) und Bike-and-ride-Anlagen sowie der Aufbau von neuen modernen Busterminals an Bahnhöfen (z.B. Terminal Bahnhof Schwaz 2009).

S-Bahn Tirol[Bearbeiten]

S-Bahn Hauptbahnhof Innsbruck 2012-08-28.jpg
Hauptartikel: S-Bahn Tirol

Im Jahr 2007 beauftragte der VVT die ÖBB Personenverkehr, ein dichtes Taktangebot im Großraum Innsbruck einzurichten. Derzeit (Stand 2012) gibt es sechs S-Bahn-Linien mit einem Takt von bis zu 15 Minuten auf gewissen Abschnitten (Innsbruck–Hall).

Gebiet[Bearbeiten]

Das Verbundgebiet umfasst das gesamte Bundesland Tirol (Nord- und Osttirol) sowie einzelne grenzüberschreitende Strecken, wie:

Größte teilnehmende Verkehrsunternehmen sind:

sowie 20 weitere private Busunternehmen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des VVT 2010 (PDF)
  2. Verkehrsbericht 2000 (PDF)