Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

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Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1948
Sitz Stuttgart, Deutschland
Leitung Stefan von Holtzbrinck, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiter 10.152 (2012)[1]
Umsatz 1,880 Mrd. Euro (2012)[1]
Branche Medien
Website holtzbrinck.com
Zentrale der Holtzbrinck-Holding auf der Gänsheide in Stuttgart

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH (GvH) besteht als Holding seit dem Jahr 1971. Sie ist eines der großen Medienunternehmen Deutschlands mit globaler Präsenz. Gesellschafter der Verlagsgruppe sind die Geschwister Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller.

Geschichte[Bearbeiten]

Beginn als Zeitschriften- und Buchwerbeunternehmen 1931[Bearbeiten]

Der Grundstein der Verlagsgruppe war der von Georg von Holtzbrinck bereits seit 1931 betriebene Aufbau eines Zeitschriften- und Buchwerbungsgeschäfts. Dessen Erfolg ermöglichte ihm 1936 den Erwerb der Deutschen Verlagsexpedition (Devex), die einen Vertrag mit der Deutschen Arbeitsfront (DAF) abschloss. Seine NSDAP-Mitgliedschaft seit 1933 und Beziehungen eines Verwandten zur Privatkanzlei Hitlers waren dabei hilfreich. Die Devex übernahm für zwei Jahre den Vertrieb der DAF-Zeitschriften Schönheit der Arbeit und Freude und Arbeit.

Neugründungen und Erweiterungen nach 1945[Bearbeiten]

Bei der Entnazifizierung 1948 mit einer Geldstrafe von 1200 RM belegt,[2] konnte der Grundstein für die Nachkriegszeit in Form der Stuttgarter Hausbücherei, gegründet 1948 von Georg von Holtzbrinck stattfinden. Sie firmierte ab etwa 1959 unter Deutscher Bücherbund.

Ab den 1960er-Jahren wurden der S. Fischer Verlag und Beteiligungen an Rowohlt, Droemer Knaur und Kindler Verlag dazugekauft sowie der Einstieg bei der Saarbrücker Zeitung und beim Handelsblatt – was Anlass zur Gründung der Holding gab – realisiert.

Mitte der 1980er-Jahre begann die Ausdehnung in das englischsprachige Ausland, zunächst in die USA (mit der Übernahme der Verlage Scientific American und Henry Holt), des Erwerbs der restlichen 33 Prozent am Rowohlt Verlag von der New York Times 1984 und seit Mitte der 1990er Jahre durch die Unternehmensübernahme Macmillan Publishers (mit der bekannten Zeitschrift Nature) in die Länder des Commonwealth sowie in die Märkte Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Der Deutsche Bücherbund wurde verkauft, um stärker in elektronische Medien investieren zu können.

2002 strebte die Verlagsgruppe eine Fusion mit Berliner Medien an, welche aber 2003 untersagt wurde. Im Oktober 2005 beschloss das Unternehmen den Verkauf der Anteile am Berliner Verlag (Verlag der Berliner Zeitung).

Der Konzern kaufte am 3. Januar 2007 die StudiVZ Ltd.. Ein Pressesprecher erklärte, der Preis liege „über 50 Millionen Euro, aber deutlich unter 100 Millionen“, was zahlreiche Medien bezweifelten. Laut Der Spiegel wurden „rund 100 Millionen Euro“[3] bezahlt. Laut Focus habe die Axel Springer AG in letzter Minute selbst noch 120 Millionen Euro geboten.[4]

Im Juli 2007 kaufte die Internettochter Holtzbrinck eLAB GmbH die Internetportale Netdoktor.de und Golem.de der Netzeitung-Gruppe von der BV Deutsche Zeitungsholding. Zuvor war bereits Helpster.de erworben worden. Im gleichen Jahr beteiligte sich Holtzbrinck über Holtzbrinck Ventures auch an dem Startup TopTarif Internet GmbH, einem Online-Vergleichsportal für Gas, Strom und Kfz.[5]

Ebenfalls 2007 wurde mit epubli bzw. epubli.de eine Tochterfirma gegründet und in das Berliner Handelsregister eingetragen, die als Dienstleister für selbstverlegte Medien bzw. als Self-Publishing-Plattform auftritt. Dieses Unternehmen bietet an, auf elektronischem Wege übermittelte komplette Buchtexte für den Selbstverlag als Print-on-Demand, als e-Book oder direkt online zu publizieren.[6] Die Holtzbrinck Networks GmbH ist mit 69 Prozent Hauptanteilseigner an der epubli GmbH.[7]

Umstrukturierung 2009[Bearbeiten]

Zum 1. Juni 2009 kam es innerhalb der Verlagsgruppe zu einer großen Umstrukturierung. Dieter von Holtzbrinck, bis dahin einer der drei jeweils mit einem Drittel an der GvH beteiligten Gesellschafter, verkaufte seine Anteile an die beiden übrigen Gesellschafter, Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller. Im Gegenzug übernahm Dieter von Holtzbrinck mehrere Tochtergesellschaften der GvH, insbesondere aus dem Zeitungsbereich, und bündelte diese in einer neuen eigenen Gesellschaft, der Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien). Hierzu gehören:

  • die Tagesspiegel-Gruppe
  • die Verlagsgruppe Handelsblatt, mit Ausnahme dreier kleiner Verlage der Untergruppe Handelsblatt-Fachverlag, die keine Zeitungen produzieren: der Verlag der Fachzeitschrift Lebensmittelpraxis, der Buchverlag Schäffer-Poeschel und der Sprachverlag Spotlight
  • 50 Prozent des Zeitverlags (Wochenzeitung Die Zeit) und dessen operative Führung. Die anderen 50 % verbleiben bei der GvH.[8][9]
  • den Werbevermarkter iq media marketing gmbh, der aber weiter auch für die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck tätig ist
  • 50 Prozent an der Wirtschaftsdatenbank GBI-Genios (der andere Partner hierbei ist wie bisher die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH).

Unternehmensbereiche[Bearbeiten]

Die Verlagsgruppe gliedert sich wie folgt:[10]

  1. Science and Education:
    Nature Publishing Group, Scientific American, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Bedford/St. Martin’s, W.H. Freeman, Worth Publishers, Palgrave Macmillan, Macmillan Education, J.B. Metzler
  2. Publishers:
    S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Argon Verlag, Henry Holt, Tom Doherty Associates, Farrar, Straus and Giroux, Macmillan Audio, Picador, Pan Macmillan, St. Martin’s Press
  3. Digital, Information & Services:
    Holtzbrinck Digital, Zeitverlag, Spotlight Verlag, Prognos

Holtzbrinck Digital ist noch einmal in drei Bereiche aufgeteilt:[11]

  • Holtzbrinck Digital Incubation: epubli, GLG, habustorta.hu, NetDoktor, Simfy, Tutoria
  • Holtzbrinck Digital Services: devbliss, Searchmetrics, mailandsale, LocalPerformance, Refined Labs, healthier

Schließlich ist Holtzbrinck Digital am unabhängigen Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures beteiligt.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bundesanzeiger.de: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012
  2. Verurteilung als NAZI-Mitläufer 25.Feb. 1948
  3. Spiegel Online: Community-Millionendeal: Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ, 3. Januar 2007
  4. heise online:Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ, 3. Januar 2007
  5. Holtzbrinck-Ventures.com:Holtzbrinck investiert in TopTarif
  6. Homepage epubli
  7. Unternehmensprofil epubli GmbH Gründerszene Datenbank, abgerufen am 1. April 2010
  8. meedia.de: Neue Details zum Holtzbrinck-Deal, 27. März 2009
  9. meedia.de: Machtwechsel in der Familie Holtzbrinck, 26. März 2009
  10. Holtzbrinck Unternehmensbereiche
  11. Holtzbrinck Digital
  12. Holtzbrinck Ventures