Vermögen (Fähigkeit)

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Vermögen ist ein Synonym für aktive Potenz: Vermögen (Leistungsfähigkeit) hat, wer etwas zu tun vermag. Individuen haben Vermögen, und analog dazu wird auch Gruppen und Gesellschaften ein Vermögen zugeschrieben.
Fähigkeiten sind im Gegensatz zu Fertigkeiten grundsätzlich entweder angeboren oder aber durch äußere Umstände bestimmt, werden demnach also nicht erst erworben. Viele Fähigkeiten können allerdings durch Training verbessert werden.

Vermögen in der Philosophie[Bearbeiten]

Vermögen und Möglichkeit[Bearbeiten]

Nach Aristoteles wäre das Vermögen die aktive Potenz etwas hervorzubringen, im Gegensatz zur passiven Empfangsmöglichkeit eines formbaren Gegenstandes. Beispiel:

  • Ein Töpfer nutzt sein Vermögen (seine aktive Potenz), um den Ton (passive Empfangsmöglichkeit) zu einer Vase zu formen.

Ernst Bloch unterscheidet in der Grundlegung seines Werkes Das Prinzip Hoffnung das Vermögen als aktive Fähigkeit, als Potenz, von der passiven Möglichkeit als Gegebenheit, als Potentialität. Vermögen (die Potenz) und Potentialität müssen als jeweils partielle Bedingungen ineinandergreifen, um die Möglichkeit einer konkreten Utopie zu verwirklichen. Dies wendet er auch auf die gesellschaftliche Entwicklung an. Beispiel:

  • Für Gesellschaftsveränderungen heißt dies, dass nicht nur die gesellschaftliche Situation reif zu einer Veränderung sein muss, sondern auch die aktive Bevölkerung. Beide partiellen Bedingungen müssen erfüllt werden und ineinandergreifen, sonst bestünde diese Möglichkeit nicht.

Kants Vermögensarten[Bearbeiten]

Immanuel Kant führt in der Einleitung der Kritik der Urteilskraft „alle Vermögen des menschlichen Gemüts ohne Ausnahme“ auf das

zurück.

Vermögen in der Soziologie[Bearbeiten]

Vermögen als verinnerlichtes kulturelles Kapital[Bearbeiten]

Mit Pierre Bourdieu ließe sich Vermögen als verinnerlichte (inkorporierte) Kultur begreifen. Inkorporiertes Kulturkapital bildet zusammen mit Objektiviertem Kulturkapital (beispielsweise Besitz von Büchern, Bildern und anderen Kulturgegenständen) und Institutionalisiertem Kulturkapital (Titel und Stellen) das Kulturelle Kapital einer Person.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung, 3 Bde, 1954-–1959 ISBN 3-518-28154-2.
  • Bourdieu, Pierre (1983): Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital. In: ders. (1993): Die verborgenen Mechanismen der Macht, S. 49–80.
  • Gilles Deleuze: Kants kritische Philosophie. Die Lehre der Vermögen (Januar 1990) Verlag: Merve ISBN 3-88396-073-X.
  • Immanuel Kant: Einleitung in die Kritik der Urteilskraft. Erste Fassung (1914)[1].

Weblinks[Bearbeiten]