Verräter wie wir

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Verräter wie wir (Originaltitel: Our Kind of Traitor) ist ein Roman von John le Carré über den russischen Boss eines europaweit agierenden Geldwäschesyndikats, der sich nach der Ermordung eines Freundes durch eine rivalisierende Bande nach Großbritannien absetzen möchte, weil er um sein Leben fürchtet. Die Originalausgabe erschien am 16. September 2010 in London, die deutsche Übersetzung von Sabine Roth am 27. Oktober 2010 beim Ullsteinverlag in Berlin.

Inhalt[Bearbeiten]

Während eines Antigua-Urlaubs lernt der Brite Perry Makepiece beim Tennisspielen den vermeintlichen russischen Geschäftsmann Dima kennen, der, wie sich später herausstellt, der Boss eines Geldwäschesyndikats ist. Dima bittet Perry, Kontakt mit dem britischen Geheimdienst herzustellen, weil er nach der Ermordung eines guten Freundes um sein Leben fürchtet und sich deshalb mit seiner Familie nach Großbritannien absetzen möchte. Er bietet dem britischen Geheimdienst im Gegenzug für Asyl für ihn und seine Familie umfangreiche Informationen über sein Geldwäschesyndikat an. Als der britische Geheimdienst davon erfährt, leitet er eine inoffizielle Untersuchung ein, mit der der in Ungnade gefallene Agent Luke beauftragt wird. Luke trifft sich mit Dima in Paris und macht Pläne, um Dima schnellstmöglich nach Großbritannien zu bringen, da er nach der geplanten Unterzeichnung von Geschäftspapieren, mit denen er sein Syndikat an eine rivalisierende Bande abtritt, in höchster Lebensgefahr schwebt. Dima reist nach Bern, um die Geschäftspapiere zu unterzeichnen und trifft sich anschließend mit Luke. Beide erreichen nur unter allergrößten Anstrengungen das Charterflugzeug, das sie nach Großbritannien bringen soll. Kurz nach dem Abheben explodiert die Maschine.

Kritiken[Bearbeiten]

In der englischsprachigen Kritik erhielt das Buch überwiegend positive Kritiken. So lobte Christopher Tayler von der englischen Zeitung The Guardian die glaubwürdige Darstellung des russischen Verbrechermilieus, kritisierte aber gleichzeitig die zu lange und zu detaillierte Einleitung des Buchs.[1].

Auch die Kritiken der deutschsprachigen Ausgabe waren zum größten Teil positiv. So sieht Sebastian Hammelehle im Spiegel darin "eine von virilem Schnurren durchzogene, geradezu muskulös erzählte Geschichte" [2], Thomas Wörtche auf Deutschlandradio Kultur "meisterhafte Dialoge, die nur so funkeln vor Witz, Esprit und Anspielungsreichtum." [3], Günther Grosser in der Berliner Zeitung "ein Meisterwerk der Altersweisheit" [4], Antje Deistler findet den Roman auf wdr2 "einfach großartig, erfrischend, sehr amüsant" [5]. Für Sylvia Staudte in der Frankfurter Rundschau ist es ein "feiner neuer Roman"[6]. Für Burkhard Müller in der Süddeutschen Zeitung "krankt (der Roman) an einem betrüblichen Mangel an Zynismus" [7].

Thomas David hat le Carré anlässlich des Romans für die Frankfurter Allgemeine Zeitung interviewt [8], Denis Scheck den Autor für den Deutschlandfunk.[9].

Ausgaben[Bearbeiten]

  • John le Carré: Verräter wie wir; deutsch von Sabine Roth; Ullstein Berlin 2010. ISBN 3-550-08833-7
  • John le Carré: Verräter wie wir; Taschenbuch, gleiche Übersetzung, Ullstein Berlin 2011. ISBN 978-3-548-28391-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.guardian.co.uk/books/2010/sep/11/our-kind-traitor-carre
  2. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,728300,00.html
  3. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1313360/
  4. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1125/bcher/0021/index.html
  5. http://www.wdr.de/radio/wdr2/zweiamsonntag/578963.phtml
  6. http://www.fr-online.de/kultur/literatur/der-traum-von-eton/-/1472266/4795168/-/view/asFirstTeaser/-/index.html
  7. http://www.sueddeutsche.de/kultur/john-le-carre-verraeter-wie-wir-wo-steckt-bloss-der-verraeter-1.1029908
  8. http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E64938A277B6840BD9967C32CF97F2EAD~ATpl~Ecommon~Scontent.html
  9. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1306725/

Weblinks[Bearbeiten]