Verschlüsselung

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Durch Verschlüsselung wird mithilfe eines geheimen oder auch öffentlichen Schlüssels aus einem Klartext ein Geheimtext erzeugt

Verschlüsselung nennt man den Vorgang, bei dem ein klar lesbarer Text (Klartext) (oder auch Informationen anderer Art wie Ton- oder Bildaufzeichnungen) mit Hilfe eines Verschlüsselungsverfahrens (Kryptosystem) in eine „unleserliche“, das heißt nicht einfach interpretierbare Zeichenfolge (Geheimtext) umgewandelt wird. Als entscheidend wichtige Parameter der Verschlüsselung werden hierbei ein oder auch mehrere Schlüssel verwendet.

Das wissenschaftliche Forschungsgebiet, das sich mit Verschlüsselungsverfahren und ihrer Geschichte beschäftigt, wird als Kryptographie bezeichnet. Die Kryptographie ist ein Teilgebiet der Kryptologie.

Einführung[Bearbeiten]

Beispiel für die Verschlüsselung eines Klartextes in einen Geheimtext:

DiesisteinKlartextunderwirdnunverschluesselt
GLHVLVWHLQNODUWHAWXQGHUZLUGQXQYHUVFKOXHVVHOW
In diesem Beispiel wurde der Klartext mithilfe des Verfahrens der Caesar-Verschlüsselung unter Verwendung des Schlüssels „C“ verschlüsselt.

Den umgekehrten Vorgang, also die Verwandlung des Geheimtextes zurück in den Klartext, nennt man Entschlüsselung. Die Algorithmen zur Verschlüsselung und Entschlüsselung müssen nicht identisch sein. Ebenso können verschiedene Schlüssel für die Verschlüsselung und die Entschlüsselung zum Einsatz kommen. Bei symmetrischen, insbesondere bei den klassischen Verschlüsselungsmethoden, werden jedoch stets identische geheime Schlüssel zur Verschlüsselung und Entschlüsselung benutzt. Kryptographische Methoden mit unterschiedlichen Schlüsseln zur Ver- und Entschlüsselung werden als asymmetrische Verfahren (engl.: Public key methods) bezeichnet. Hierbei verwendet der Sender den öffentlichen Schlüssel des Empfängers zur Verschlüsselung und der Empfänger seinen geheim gehaltenen, öffentlich nicht bekannten, sogenannten privaten Schlüssel zur Entschlüsselung.

Sprachlich zu trennen von der Entschlüsselung, also der Tätigkeit des befugten Empfängers einer Geheimnachricht, mithilfe des in seinem Besitz befindlichen (geheimen) Schlüssels, den Geheimtext in einen klar lesbaren Text (Klartext) zurückzuverwandeln, ist der Begriff Entzifferung. Als Entzifferung wird die Kunst bezeichnet, dem Geheimtext seine geheime Nachricht zu entringen, ohne im Besitz des Schlüssels zu sein. Dies ist die Tätigkeit eines „Codeknackers“ (engl.: codebreaker). Das Forschungsgebiet, das sich mit der Entzifferung von Geheimtexten befasst, heißt Kryptoanalyse (auch Kryptanalyse) und ist neben der Kryptographie das zweite Teilgebiet der Kryptologie. Die Kryptoanalyse dient dabei nicht nur zur unbefugten Entzifferung von geheimen Nachrichten, sondern sie befasst sich auch ganz wesentlich mit der Prüfung der Wirksamkeit und Sicherheit kryptographischer Verfahren.

In der zwischenmenschlichen Kommunikation bedeutet Verschlüsselung allgemeiner den Austausch von Informationen, die mittels Symbolen an einen Gegenüber übermittelt werden, von dem entsprechend eine Deutung der Symbole erfolgt. Als Symbole dienen hierbei zum Beispiel Sprache, Mimik, Gestik, Lautierungen. Das richtige Verstehen einer Nachricht kann unter Umständen problematisch sein, weil eine korrekte Deutung der Symbole im Sinne der Absicht des Senders nicht immer gelingt (vergleiche Vier-Seiten-Modell).

Begriffsabgrenzung[Bearbeiten]

Die Verschlüsselung ist eine Funktion, die abhängig von einem Schlüssel einen Klartext in einen Geheimtext überführt, dergestalt, dass es mit der Entschlüsselung eine Umkehrfunktion gibt, mit der man aus dem Geheimtext wieder den Klartext erhält.[1]

Kryptographen bemühen sich um eine Abgrenzung von Begriffen, die umgangssprachlich synonym benutzt werden. Beispiele:

  • Chiffrierung: Bei der Chiffrierung werden alle Zeichen einzeln anhand eines Verschlüsselungsverfahrens verschlüsselt. Beispiel hierfür ist die Cäsar-Verschlüsselung, bei welcher ein Zeichen aus dem Alphabet als Schlüssel verwendet wird und anhand der Position des Buchstabens im Alphabet die Buchstaben des Klartextes zyklisch verschoben werden.
  • Codierung: Beim Codieren werden alle Zeichen eines Zeichenvorrats einem anderen Zeichenvorrat zugeordnet. Ein Beispiel hierfür ist die Codierung aller alphabetischen Zeichen in den ASCII-Code.
  • Entziffern: Übertragen eines Chiffretextes in einen Klartext ohne bekannten Schlüssel (siehe auch: Brechen).[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Verschlüsselung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Kategorie: Verschlüsselung – in den Nachrichten
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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Albrecht Beutelspacher, Heike B. Neumann, Thomas Schwarzpaul: Kryptografie in Theorie und Praxis. Mathematische Grundlagen für Internetsicherheit, Mobilfunk und elektronisches Geld. 2. überarbeitete Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8348-0977-3, S. 22–29.
  2. Oberkommando der Wehrmacht: Allgemeine Schlüsselregeln für die Wehrmacht. Berlin 1944, S. 5f. Abgerufen: 7. Januar 2012. PDF; 0,9 MB.