Verschuldungskrise
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Eine Verschuldungskrise bei einem Schuldner besteht nach allgemeiner Auffassung, wenn ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen aus seiner Verschuldung vorübergehend (Liquiditätskrise) oder dauerhaft (Solvenzkrise) nicht mehr nachkommen kann.[1] Von Verschuldungskrisen spricht man im Allgemeinen nur, wenn der sich beim Schuldner um einen Staat oder ein Unternehmen, manchmal auch eine Gruppe von Staaten oder Unternehmen, handelt.
Die Zahlungsverpflichtungen eines Schuldners in der Verschuldungskrise bestehen typischerweise zu einem wesentlichen Teil aus Tilgungs- und Zinsverpflichtungen, wobei letztere zumeist zu einem exponentiell anwachsenden Problem in der Krise werden können, einerseits durch Zinseszinseffekte und andererseits durch ansteigende Zinssätze aufgrund sinkender Bonität.
Je nach geographischer Region, Art des Schuldners, Status der Verschuldungskrise sowie Grad der Unterstützung durch Dritte kann sich der betreffende Schuldner zugleich auch in einer Situation der Überschuldung, Insolvenz oder Staatsinsolvenz befinden oder die Wahrscheinlichkeit dafür stark ansteigen. Selten gelingt es, ohne dritte Unterstützung solche Zustände abwenden.
Oftmals führt eine Verschuldungskrise bei Staaten auch zu einer Hyperinflation und Währungsreform oder im Falle von Staaten zur förmlichen Erklärung des Staatsbankrotts (ein Beispiel ist die Argentinien-Krise im Jahr 2002).
Verschuldungskrisen liegen bei einer Reihe von Entwicklungsländern der Dritten Welt vor, kommen aber auch in den Staaten der ersten Welt vor, wie seit 2010 auch bei einigen Staaten der EU, die die Staatsschuldenkrise erleben. Im Fall der Staatsschuldenkrise einiger EU-Staaten werden derzeit Unterstützungsmaßnahmen durchgeführt, um eine Eskalation abzuwenden.
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[Bearbeiten] Begriffsabgrenzung
Der Begriff Verschuldung ist vom zivilrechtlichen Fachbegriff des Verschuldens zu unterscheiden; daher ist der - statt Verschuldungskrise - vielfach verwendete Begriff der Verschuldenskrise unrichtig.
[Bearbeiten] siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Evaristo Lopez Perez / Gonca Parlak (2005): Analyse der theoretischen und empirischen Modellerklärungen über die Arten und Ursachen von Finanzmarktkrisen, Norderstedt: GRIN Verlag, ISBN 978-3-638-84346-1
- Thomas Ziesemer: Ursachen von Verschuldungskrisen - Theorie, Empirie und Politik. Metropolis-Verlag. ISBN 3-89518-148-X (Oktober 1997)
[Bearbeiten] Belege
- ↑ Vergleiche auch Evaristo Lopez Perez, Gonca Parlak (2005): Analyse der theoretischen und empirischen Modellerklärungen über die Arten und Ursachen von Finanzmarktkrisen, Norderstedt: GRIN Verlag, ISBN 978-3-638-84346-1, S. 13
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