Verschwörung

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Eine Verschwörung (Lehnübersetzung von lat. coniuratio; auch: Konspiration) ist ein heimliches Bündnis mehrerer Personen mit dem Zweck, einen Plan auszuführen; dieser kann ein selbstsüchtiges, verwerfliches Ziel haben und den Schaden anderer beinhalten, aber auch die Beseitigung tatsächlicher oder vermeintlicher Missstände umfassen. Eine Verschwörung beruht also nicht notwendigerweise auf moralisch niederen Motiven, sie basiert jedoch stets auf Täuschung.

Der Begriff der „Verschwörung“ ist negativ besetzt. Er wird im Allgemeinen nicht zur Selbstbeschreibung einer Gruppe gebraucht. Eine Ausnahme ist die Verschwörung der Gleichen des französischen Frühsozialisten Gracchus Babeuf. Die Heimlichkeit von Verschwörungen ist der Nährstoff zahlreicher Verschwörungstheorien.

Sie wird von der staatlich sanktionierten Geheimhaltung, z. B. der Geheimdienste, unterschieden. Hierbei entsteht das Problem, dass diese auch im demokratischen Rechtsstaat der parlamentarischen Kontrolle nur eingeschränkt unterliegen und daher versucht sein können, in ihren Zielen oder Mitteln illegal oder illegitim vorzugehen. So sind diverse verdeckte Operationen von Geheimdiensten bekannt geworden, die den Tatbestand einer Verschwörung erfüllen, beispielsweise die vom US-Geheimdienst CIA geförderten Staatsstreiche gegen die Regierungen anderer Länder während des Kalten Kriegs.

Rechtliche Einordnung[Bearbeiten]

Das Recht des angelsächsischen Rechtskreises kennt den Straftatbestand der Verschwörung (conspiracy beziehungsweise Common Design). Es handelt sich hierbei um ein Modell, das von anderen europäischen Rechtstraditionen in der Form nicht geteilt wird.[1] Im deutschen Recht etwa ist Verschwörung kein Straftatbestand. Hier wird auf andere Tatbestände wie Mitgliedschaft in einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung abgestellt.[2] Daneben ist nach § 30 Abs. 2 StGB („Versuch der Beteiligung“) die Verabredung zur mittäterschaftlichen Begehung von konkret umrissenen schweren Straftaten (sogenannten Verbrechen, also Taten mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr) strafbar.

Arten der Verschwörung[Bearbeiten]

Je nach der Verwerflichkeit des Zwecks kann man unterschiedliche Arten der Verschwörung unterscheiden, von Wirtschaftsverbrechen (z. B. verbotenes Kartell) über kriminelle Vereinigungen (z. B. Mafia) bis hin zu Staatsstreich und Putsch.

Eine Verschwörung kann durch einen gegenseitigen Schwur der Beteiligten abgesichert werden. Auch das gemeinsame Begehen von Verbrechen oder Geheimwissen über andere Mitglieder und damit gegenseitige Erpressbarkeit können die verschworene Gemeinschaft zusammenhalten. Verlässt einer der Verschwörer den Bund, wird dieses von den anderen Verschwörern meist gerächt, oft sogar durch weithin abschreckende Ermordung des Verräters. Im Strafrecht werden deshalb die Abtrünnigen einer kriminellen Vereinigung mit der Kronzeugenregelung bedacht, auch bei der Kartellzerschlagung werden Verräter und Reuige belohnt.

Im Rahmen des War on Drugs der DEA, wurde Verschwörung in den Vereinigten Staaten als Sonderstraftatbestand juristisch definiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maria Kaiafa-Gbandi, Towards a new approach of organised crime in the EU – New challenges for human rights (PDF; 126 kB), Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik online, 2007, 137 (138).
  2. Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Verschwörung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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