Vertrag mit meinem Killer

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Filmdaten
Deutscher Titel Vertrag mit meinem Killer
Originaltitel I Hired a Contract Killer
Produktionsland Finnland, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Schweden
Originalsprache Englisch, Finnisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Aki Kaurismäki
Drehbuch Aki Kaurismäki
Produktion Aki Kaurismäki
Musik Billie Holiday
Joe Strummer
Roy Brown
Little Willie John
Kamera Timo Salminen
Schnitt Aki Kaurismäki
Besetzung

Vertrag mit meinem Killer ist ein Spielfilm des finnischen Regisseurs und Drehbuchautors Aki Kaurismäki aus dem Jahr 1990. Die Idee des Drehbuchs basiert auf Jules Vernes Roman Die Leiden eines Chinesen in China.

Handlung[Bearbeiten]

Der in England lebende Franzose Henri Boulanger wird nach 15 Jahren von den Londoner Wasserwerken entlassen. Er sieht für sich keinen anderen Ausweg als sich umzubringen. Die ersten Versuche misslingen aber. Weil er zudem auch zu feige ist, kontaktiert er über eine Bar einen Profikiller, der ihn für 1.000 Pfund möglichst bald umbringen soll. Er hinterlässt seine Adresse.

Völlig unerwartet verliebt sich der lebensmüde Franzose, als er zum ersten Mal in seinem Leben Whisky trinkt, in die Blumenverkäuferin Margaret. Da das Leben nun wieder einen Sinn zu haben scheint, versucht er, über die Bar erneut Kontakt zu „seinem“ Mörder aufzunehmen. Doch diese wurde abgerissen und der Killer ist unauffindbar, sodass Boulanger und Margaret sich verstecken müssen. Zu allem Überfluss wird er auch noch Zeuge eines Raubmords und wird aufgrund der Bilder der Überwachungskamera verdächtigt, die Tat begangen zu haben.

Dem Killer gelingt es mehrfach, Boulanger aufzuspüren. Schließlich kann er ihn in die Enge treiben. Als er ihm von Mann zu Mann gegenübersteht, erschießt der schwer kranke Auftragsmörder (bei seinem Lungenkrebs hätte er seinem Arzt zufolge höchstens noch zwei Monate zu leben gehabt), der in sich am Ende den eigentlichen Verlierer sieht, sich selbst.

Margaret hat inzwischen schon Bahnkarten besorgt. Sie ginge mit ihm bis ans Ende der Welt, denn: „Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland“, wie sie beiläufig in einen Satz erwähnt.

Kritiken[Bearbeiten]

Prisma-Online bezeichnet Vertrag mit meinem Killer als den „besten Film von Aki Kaurismäki“.[1]

Das Lexikon des Internationalen Films bewertet den Film als „beeindruckend durch die Knappheit des filmischen Ausdrucks und die Einbindung der Farben in die Dramaturgie“.[2]

Urs Jenny schreibt im SpiegelWas Kaurismäki an Stilisierung durch Farbe und Musik wagt, hat Wirkung, weil es nicht Künstlichkeit, sondern pure Banalität schafft. Außer den Menschen und den Himmeln gibt es in diesem Film nichts Schönes zu sehen, und manchmal ist es, als würde die Kamera selber für einen Moment die Augen schließen.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine Kameraarbeit erhielt Timo Salminen 1991 den Jussi.[4]

Hintergründe[Bearbeiten]

Jules Vernes Roman Die Leiden eines Chinesen in China war zuvor bereits zweimal verfilmt worden: 1931 von Robert Siodmak als Der Mann, der seinen Mörder sucht mit Heinz Rühmann und 1965 von Philippe de Broca unter dem Titel Die tollen Abenteuer des Monsieur L. mit Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle.

Der Dialogsatz: „Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland“ ist ein nicht ganz wörtliches Zitat ("Die Arbeiter haben kein Vaterland") aus dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels.[5]

Der Film wurde in London gedreht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik für Vertrag mit meinem Killer auf prisma-online.de, abgerufen am 7. Februar 2008
  2. Vertrag mit meinem Killer im Lexikon des Internationalen Films
  3. Der Spiegel vom 18. März 1991
  4. Auszeichnungen für Vertrag mit meinem Killer auf imdb.com, abgerufen am 7. Februar 2008
  5. marxists.org

Weblinks[Bearbeiten]