Vertrag von Kalisch (1813)

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Der Vertrag von Kalisch vom 28. Februar 1813 zwischen Preußen und Russland markiert den endgültigen Wechsel Preußens auf die Seite der Gegner Napoleons.

Im russischen Hauptquartier, das sich damals in Kalisz (dt. Kalisch) befand, wurde zwischen Preußen und Russland ein Friedens-, Freundschafts- und Bündnisvertrag geschlossen. Dieser beendete die preußische Politik des Schwankens zwischen Napoleon und Russland. Auf Seiten Preußens überbrachte Oberst Karl Friedrich von dem Knesebeck − er stieg kurz danach zum Generaladjutanten des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. auf − den preußischen Entwurf. Dieser sah die Wiederherstellung Preußens in den Grenzen von 1806 sowie weitere Gebiete im norddeutschen Raum vor. Aus Kalisch berichtete in militärischen Angelegenheiten an die preußische Regierung der Generalmajor Gerhard von Scharnhorst.

Der dann maßgebliche russische Vorschlag wurde wesentlich von dem in Russland im Exil am Zarenhof wirkenden Freiherrn vom Stein mitbestimmt. Dieser garantierte in einem geheimen Artikel die Wiederherstellung Preußens in den Verhältnissen von 1806 sowie zusätzliche territoriale Abrundungen. Allerdings musste Preußen auf das Großherzogtum Warschau verzichten. Eine Landverbindung nach Ostpreußen wurde jedoch zugestanden. Auch stellte man Preußen Erwerbungen in Norddeutschland mit Ausnahme des früheren Kurfürstentums Hannover in Aussicht. Diese territorialen Abmachungen wurden allerdings auf dem Wiener Kongress teilweise verändert.

Russland verpflichtete sich, gegen Frankreich eine Armee von 150.000 Mann aufzustellen. Preußen sagte 80.000 Mann zu. Der Vertrag wurde am 27. Februar 1813 in Breslau und einen Tag später in Kalisch endgültig unterzeichnet. Preußen erklärte am 16. März 1813 Frankreich den Krieg.

Weil die französische Sprache die Sprache der Diplomatie zu dieser Zeit war, wurde der Vertrag, obwohl er gegen Frankreich gerichtet war, in Französisch verfasst.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Quellenverzeichnis[Bearbeiten]

  1. Comparative Legal Linguistics, Seite 193 Digitalisat