Vertrag von Kruschwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Vertrag von Kruschwitz, auch Kruschwitzer Vertrag, wurde am 16. Mai 1230 zwischen Konrad von Masowien und dem Deutschen Orden geschlossen. Nach diesem Vertrag übertrug der Herzog dem Deutschen Orden das Kulmerland. Des Weiteren erkannte Konrad die Unabhängigkeit des Ordensstaates und die Herrschaft des Deutschen Ordens über alles Land an, das dieser jenseits der Grenzen von Polen erobern würde.

Eine Originalurkunde des Vertrages ist nicht erhalten. In der Geschichtswissenschaft war daher umstritten, ob der Vertrag tatsächlich so geschlossen wurde. Der deutsche Historiker Max Perlbach hatte 1873 die Echtheit bestritten;[1] ihm folgte weitgehend die polnische Geschichtswissenschaft. Seit 1980 gilt Perlbachs These als widerlegt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • T. Jasiński: Kruschwitz, Rimini und die Grundlagen des preußischen Ordenslandes (= Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 63). Elwert, Marburg 2008, ISBN 978-3-7708-1321-6.
  • C. A. Lückerath: Kruschwitzer Vertrag. In: Lexikon des Mittelalters. Band 5. Stuttgart 1991, ISBN 3-7608-8905-0, Spalte 1553.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Max Perlbach: Die ältesten preußischen Urkunden. Kritisch untersucht, in: Altpreußische Monatsschrift 10 (1873), S. 609-649.
  2. Arno Mentzel-Reuters: Max Perlbach als Geschichtsforscher. In: Preußenland. Band 45 (2007), ISSN 0032-7972, S. 47, unter Verweis auf Gerard Labuda: Die Urkunden über die Anfänge des Deutschen Ordens im Kulmerland. In: Josef Fleckenstein (Hrsg.): Die geistlichen Ritterorden Europas. Sigmaringen 1980, S. 299–316.