Vertrag von Meerssen

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Die Gebietsaufteilung im Vertrag von Meerssen 870

Der Vertrag von Meerssen wurde am 8. August 870 in Meerssen bei Maastricht (in der heutigen Provinz Limburg, Niederlande) zwischen dem westfränkischen König Karl dem Kahlen und dem ostfränkischen König Ludwig dem Deutschen geschlossen. Er regelte die Aufteilung Lotharingiens („dasjenige, was Lothar gehört“), des Reichs des im Jahre 869 ohne legitimen Erben verstorbenen Königs Lothar II., unter seinen beiden Onkeln Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen.

Damit kamen die politisch und wirtschaftlich wichtigen Städte und Gebiete Aachen, Holland und das Elsass an das Ostfrankenreich. Der neuerworbene Ostteil von Lothars Reich wurde dem Teilreich Ludwig III., einem Sohn Ludwigs des Deutschen und Neffen Karls des Kahlen, zugeordnet. Die Trennungslinie Lotharingiens verlief ungefähr entlang der Flüsse Maas, Ourthe, Mosel, Marne, Saône und dann durch das Juragebirge.

Karl der Kahle erwarb 875 Oberitalien einschließlich Burgunds und wurde zum römischen Kaiser gekrönt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Schieffer: Die Karolinger. 5., aktualisierte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-023383-6.
  • Rudolf Schieffer: Die Zeit des karolingischen Großreichs 714–887 (Gebhardt – Handbuch der deutschen Geschichte, 10. völlig neu bearbeitete Auflage). Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-60002-7.