Vertrauenslehrer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Vertrauenslehrer ist ein Lehrer, der vom Schülerrat oder der Klassensprecherversammlung einer öffentlichen oder privaten Schule auf ein Jahr gewählt wird. Jeder Schüler kann sich bei als ungerecht empfundener Behandlung (oder Beurteilung) und bei persönlichen oder familiären Problemen an den Vertrauenslehrer wenden. Vertrauenslehrer gibt es nicht in allen Bundesländern.

Wahl[Bearbeiten]

Vertrauenslehrer kann es an jeder Schulform geben, die Praxis zeigt jedoch, dass an Grundschulen meist keine Vertrauenslehrer gewählt werden. Die Wahl erfolgt mit mindestens 2/3-Mehrheit. Unbegrenzte jährliche Wiederwahlen sind zulässig.

Oftmals wird auch eine Beratungs- oder Vertrauenslehrerin zusätzlich gewählt, um eventuell spezielle Belange der Mädchen an den Schulen zu vertreten.

Rechte und Pflichten[Bearbeiten]

Der Vertrauenslehrer berät mit dem Schülerrat verschiedene Entscheidungen, greift jedoch selbst nicht in die Entscheidung des SR ein. Er ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Ausschüssen. Der gewählte Kandidat muss der Wahl als Vertrauenslehrer zustimmen, bevor diese wirksam wird. Vertrauenslehrer haben das Recht, an den Sitzungen des Schülerrates teilzunehmen. Sie sind rechtzeitig zu den Sitzungen einzuladen und sollen von ihrem Recht im Regelfall Gebrauch machen. Vertrauenslehrer sind über alle anderen Veranstaltungen der Schülervertretung (SV) rechtzeitig zu unterrichten; ihnen ist Gelegenheit zur Beratung zu geben.

Die Wahl eines Vertrauenlehrers wird durch das jeweilige Landesschulgesetz geregelt. Allgemein gilt, dass eine Wahl stattfinden kann, sobald dies erwünscht ist. Vertrauenslehrer erhalten für ihre Tätigkeit eine geringe Pflichtstundenermäßigung.

Unterschiede nach Ländern[Bearbeiten]

In Niedersachsen gibt es keine klassischen Vertrauenslehrer, sondern die Aufgaben sind auf verschiedene Personen verteilt. Jährlich von den Schülern zu wählende SV-Beratungslehrer begleiten die Arbeit der Schülervertretung. In größeren Schulen stehen zudem ein oder zwei psychologisch geschulte Beratungslehrer für die individuelle Beratung von Schülern, aber auch von Kollegen und Eltern, zur Verfügung.