Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst

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Sitz der VG Bild-Kunst im Bonner Haus der Kultur (2012)
Logo der VG Bild-Kunst

Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) mit Sitz in Bonn ist eine Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die zur Wahrnehmung der Rechte von Urhebern 1968 gegründet wurde.

Strukturen[Bearbeiten]

Die 1968 gegründete Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst nimmt für Bildende Künstler die Folgerechte, Reproduktionsrechte, Senderechte, Onlinerechte sowie die Rechte aus Weitersendevergütung und Kopiervergütung wahr. Eine Besonderheit bei dieser Verwertungsgesellschaft ist das Folgerecht, das Recht des bildenden Künstlers auf prozentuale Beteiligung am Erlös aus der Weiterveräußerung seines Werkes im Kunsthandel. Da er das Original seines Kunstwerks nur einmal verkaufen kann, wäre er ohne dieses Folgerecht von Wertsteigerungen am Kunstmarkt ausgeschlossen. 1992 nahm die VG Bild-Kunst aus Folgerechten Gebühren in Höhe von 4,2 Millionen Mark ein.

Fotografen, Designer, Karikaturisten, Pressezeichner und Bildagenturen erhalten anteilige Einnahmen aus Bibliothekstantiemen, Kopiervergütung, Pressespiegelvergütung und Lesezirkelvergütung.

Für Filmproduzenten, Regisseure, Kameraleute, Cutter, Szenen- und Kostümbildner und Choreografen zieht die VG Bild-Kunst die Videogeräteabgabe, Videoleerkassettenvergütung, Videovermietvergütung und Weitersendevergütung ein.

Auch einige Architekten lassen die Urheberrechte an Darstellungen ihrer Werke durch die VG Bild-Kunst verwerten.

Die Tantiemenquellen sind im Wesentlichen dieselben wie bei der VG Wort, hinzu kommen Museen, Kunstvereine und Artotheken.

Kulturförderung[Bearbeiten]

Preisträger Robert Thalheim bei der Verleihung 2011

Die Stiftung Kulturwerk der VG löst den kulturellen Auftrag der Verwertungsgesellschaft ein. Sie vergibt Projektstipendien an Fotografen, Grafiker und Grafik-Designer und unterstützt bedeutende kulturelle Vorhaben im Filmbereich. Die Finanzmittel des Kulturwerks kommen aus den Erträgen der VG, die diese bei der Wahrnehmung von Urheberrechten einnimmt. Bei der Ausschüttung an die Berechtigten wird ein im Verteilungsplan festgelegter Anteil für kulturelle Zwecke vorbehalten.[1]

Im Bereich der Berufsgruppe I (Bildende Kunst) werden die Gelder des Kulturwerks an die Stiftung Kunstfonds weitergereicht. Für die beiden anderen Berufsgruppen - Fotografie/Design und Film/Fernsehen/Audiovision - existieren gewählte Vergabebeiräte, die über Förderungen in diesen Bereichen entscheiden.[1]

Die VG Bild-Kunst gehört zu den wichtigsten Sponsoren der jährlich stattfindenden Marburger Kameragespräche.[2][1] Dieses zweitägige Filmfest ist zugleich Treffpunkt einer ihrer wichtigsten Mitgliedsgruppen, der Kameraleute und Film-Bildgestalter. Seit 2009[3] vergibt die VG mit dem Eberhard-Fechner-Förderpreis einen der Sonderpreise im Rahmen des Grimme-Preises.[4]

Eberhard-Fechner-Stipendium
Wer Wofür
2009 Suzan Sekerci Djangos Erben
2010 Astrid Schult Der innere Krieg
2011 Robert Thalheim Am Ende kommen Touristen
2012 Brigitte Maria Bertele Der Brand
2013 Jan Schomburg Über uns das All

Sozialwerk[Bearbeiten]

Die Stiftung Sozialwerk der VG vergibt an Bildende Künstler, Fotografen, Designer und Filmschaffende finanzielle Unterstützungen in Notlagen, bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit und im Alter. Das Geld dafür stammt vor allem aus den Erträgen der VG. In den Verteilplänen ist jeweils ein Anteil der Ausschüttungen für soziale Zwecke vorgesehen. Die darüber entscheidenden Bewilligungsausschüsse sind mit Mitgliedern aus allen drei Berufsgruppen besetzt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.bildkunst.de/
  2. http://kp.dreiraumbar.de/veranstalter-sponsoren/
  3. Eberhard-Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst. www.grimme-institut.de, abgerufen am 17. Februar 2014.
  4. ZDF: Jahrbuch 2009: Fernsehpreise, Auszeichnungen, abgerufen 6. Juli 2010
  5. http://www.bildkunst.de/html/body_sozialwerk.html

Weblinks[Bearbeiten]